Arnika [Arnika montana, chamissouis]

Arnika - Alternativnamen

Bergwohlverleih, Fallkrautblume, Mönchsblume, Mutterblume, Gemsblume, Johannisblume, Wolfsblume.

Arnika - Zusammenfassung

 

(migriert von Artikel: Arnika, Bergwohlverleih / Kategorie: Kräuter)

Arnika montana, chamissouis. Korbblütler. 2001 Arzneipflanze des Jahres.Arnica chamissonis ssp. foliosa, ArnikaArnica chamissonis ssp. foliosa, Arnika
Bild von: Botanikus-CD

Sammelzeit: Wurzelstock mit gelber Blüte.

Wirkstoffe: Enthält äther. Öle mit Sesquiterpenlaktonen, Arnicin, Bitterstoffe, Cholin, Cymarine, 0,4 - 0,6% Flavonglykoside, Gerbstoffe, Helenalin (kann Allergien hervorrufen), Procyanidine, Isoquercetin, Astragalin, Luteolin, Thymol und Thymolderivate, Phenolcarbonsäuren, Umbilliferon, Scopoletin. Meistens wird die Tinktur verwendet. Es liegen Unterschiede im Muster der Sesquiterpenlaktone vor. Diese sind nach neueren Untersuchungen Hauptwirkungsträger.

Heilwirkung: Kieselsäure wirkt positiv auf das Gewebe und den Bewegungsapparat. Arnika steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, die Überdüngung mit Stickstoff hat sie vertrieben. Arzneipflanze des Jahres 2001. Die amerikanische Arnica chamissouis lässt sich leichter kultivieren, die Unterschiede in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und damit der Heilwirkung sind nicht entscheidend. Sie bevorzugt in ihrer Heimat saure Moorwiesen. Bei rheumatischen Beschwerden, Zerrungen und Verletzungen hilft 30%tige Arnika, nur einreiben.

Keine innerliche Anwendung der Tinktur. Äußerlich zur Wundbehandlung (nicht auf offene Wunden, beste Heilpflanze für Wundbehandlung), bei Zerrungen, Quetschungen, Faserrissen, Hexenschuss, Rheumaschmerz, Verstauchungen, Blutergüssen, Stossverletzungen, Muskelschmerzen und Gelenkbeschwerden. Gurgeln mit verdünnter Arnika bei Entzündungen im Mundbereich. Sie wirkt entzündungswidrig und schmerzlindernd bei stumpfen Verletzungen. Eine Kombination von Arnika mit Kampfer, Menthol und Rosmarin ist in der 'Pferdesalbe' enthalten, die zur Pflege stark beanspruchter Gliederteile wie Sehnen und Gelenke und für die Nerven benutzt wird, nicht nur beim Pferd. Arnikasalbe wird als Venenmittel verwendet. - Arnica kann allergische Reaktionen hervorrufen. - Geschützt! Die spanische Arnika - Varietät reizt die Haut nicht, ihr fehlt das Helenalin.

Arnica chamissonis = Wiesenarnika ist leichter zu halten. Sie wird 50 cm hoch. Die Blätter bilden am Boden eine Rosette. Beim Zerreiben der Blätter wird der aromatische Duft frei, reizt aber die Nase.

Homöopathie: Homöopathische Anwendung innerlich in D2 + 3 bei Aufliegen, Fall, Hieb, Quetschung, Schlag, Schnitt (nach Operationen, auch Zahnoperationen), Schuss, Stich, Stoß, Sturz mit oder ohne Gehirnerschütterung. Akute Schwächezustände, verbessert die Blutzufuhr zum Herzen. Unterstützt  die Behandlung bei Angina pectoris. Hat auch gelegentlich bei Alkoholismus Erfolg (Branntwein). Bei Trunksucht soll die Anica D 3 - 4 helfen. Arnika lindert auch Muskelkater nach langen Wanderungen.

Tee: 5 - 10 Tropfen Arnicatinktur mit etwas Wasser verdünnen und einnehmen. Bei akuten Beschwerden ist eine höhere Dosierung möglich: Tinktur und Tee in warmes Wasser geben und langsam und schluckweise trinken.

Allergie: Bei äußerlichen Anwendungen besteht Allergiegefahr.

Aussaat: Natürliches Vorkommen auf ungedüngten Wiesen und Weiden des Berglandes. Im Flachland trifft man sie nur auf Wiesen an, die einen torfigen, humosen, auch sandigen Boden haben. Im Jugendstadium ist ein saurer Boden notwendig. Niemals auf kalkigen Boden anpflanzen. Ihr Erkennungszeichen sind jeweils zwei Einkerbungen an den Randblüten. Ausdauernd, mit horizontal kriechendem Wurzelstock. Höhe bis zu 60 cm, Blüte gelb, Zeit variiert von 6 - 7/8. Anbau durch Aussaat oder Kauf junger Pflanzen. Der Boden muss locker, gut durchlüftet, humos und leicht sauer sein. Sonnige Lage. Kalk, Mineraldünger und reichliche Düngergaben werden nicht vertragen. Für normale Beetbepflanzung ist sie weniger geeignet. Ihrer Natur nach wird die Mutterpflanze nach einiger Zeit verschwinden, stattdessen werden ihre Abkömmlinge auf kaum bewirtschafteten Magerwiesen, Brachen oder Abhängen mit lockerem Boden erscheinen - sofern sie in der Nähe sind. - Geeignet auch für die handelsüblichen Steingartenstauden.

Weiter: Arnika - Schadbilder