Wanzen als Schädling im Garten

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Wanzen als Schädling im Garten

Beitragvon roccalana » Fr Feb 01, 2019 20:06

Hallo in die Runde Bild

auf Wunsch einer bestimmten Dame, möchte ich jetzt von diesen Wanzen berichten, die mir im letzten Jahr vor allen Dingen die Tomaten und Paprika zur Hälfte vernichtet haben.
Bisher musste ich noch nie so viel in den Kompost werfen.

Es handelt sich um die grüne Reiswanze -Nezara viridula und die marmorierte Baumwanze -
Wer mal nachlesen möchte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nezara_viridula +
https://de.wikipedia.org/wiki/Marmorierte_Baumwanze.
Ich habe sie eigentlich bereits vor einigen Jahren gesehen, aber immer nur einzelne Exemplare, aber letztes Jahr hatten sie sich dann extrem vermehrt Bild
Nun ja, ich habe praktisch auch nichts dagegen unternommen.
Heute weiß ich, dass sie sich mehrfach im Jahr vermehren. Wenn die Temperaturen um die 15 Grad liegen, werden die Eier schon abgelegt, wenige Tage danach schlüpfen die kleinen aus den Eiern, dann hat man nur noch wenig Zeit, diese Nymphen zu finden (unter den Blättern) und in ein Glas/Plastiktüte o.ä. zu verfrachten und auch zu vernichten.
Dabei sind sie wirklich hübsch
https://de.wikipedia.org/wiki/Nezara_vi ... la-003.JPG
Leider macht den erwachsenen Tieren auch ein kalter Winter nichts aus - sie finden immer Plätze, um sich zu verstecken.
Der Schaden, den ich feststellen konnte waren hauptsächlich an Tomaten und Paprika.
Das sieht dann so aus: und essen konnte man das Gemüse dann auch nicht mehr :heul:
PICT5657_ergebnis.jpg

Sie sind angeblich so resistent, dass sie sonst nicht unter Kontrolle halten kann. Auch scheinen sie nicht zu schmecken - die Vögel interessieren sich gar nicht dafür.
Ich halte Euch dann auf dem laufenden, wenn es wieder so weit ist.
Rita :soleil:
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Re: Wanzen als Schädling im Garten

Beitragvon Mia » Fr Feb 01, 2019 23:34

Oh Gott!
Nein!
Rita!

Bisher kannte ich Gartenwanzen immer nur als harmlose Gestalten! Okay, jetzt habe ich viel darüber nachgelesen, über die zweifachen Mistviecher, die Du da hast.

In diesem link https://www.mein-schoener-garten.de/mar ... efer-15746
steht, dass man versucht, sie mit Permethrin zu bekämpfen. Wohl auch mit zumindest etwas Erfolg.
Jetzt, was ist Permethrin? Es ist eine Substanz, die früher aus dem herkömmlichen Mutterkraut gewonnen wurde. Heute wird es natürlich synthetisch hergestellt und in Laboren chemisch zusammengekocht.

Mutterkraut, lateinisch: Tanacetum parthenium, Syn.: Chrysanthemum parthenium.

Also, ran mit dem Zeug! Hast Du Samen? Ich habe ein paar kleine Pflanzen, wäre aber Quatsch, sie Dir zu schicken, Samen wären für Dich besser. Kaufen? Ich würde die anziehen ( wachsen ja schnell) und überall reinhängen, wo diese Mistwanzen zuschlagen wollen.
Zumindest kann man sie damit etwas verschrecken, bis hoffentlich mal ein anständiges Mittel gegen sie entdeckt wurde.

Jetzt, woher kenne ich Permethrin?
Ich kenne die Substanz schon nahezu ewig. Nahezu ewig habe ich ja Hunde, und vor 30 Jahren war ein Halsband mit Permethrinpuder das einzige Mittel gegen Flöhe bei Hunden. Kann man heute auch noch kaufen, von der Marke "Bolfo". Dann hast Du ein Halsband mit Permethrinpuder drauf, aber was nutzt Dir das einzelne Halsband bei zig Bäumen und Tomaten im Garten? Kannst es eventuell nur über einer einzigen Pflanze ausschütteln und dann die Früchte hinterher nicht mehr essen. Oder kannst es nur einem einzigen Obstbaum als Schutz um den Stamm binden.... während die Viecher vielleicht auch fliegen?

Aktuell ( vor zwei Monaten) habe ich wieder die Bekanntschaft mit Permethrin gemacht. Ich habe es hier im Forum wahrscheinlich nicht erzählt, aber ich hatte die Krätze! Ich habe eine alte Frau gepflegt, die sich die beissenden Viecher im Altersheim gefangen hatte. Ich habe zunächst nicht daran geglaubt, dass sie die Krätze haben könnte, ihre Hautärztin wusste es auch nicht genau. Sie verschrieb ihr fünf verschiedene Sachen, gegen alles mögliche, sozusagen zum Ausprobieren. Erst als ich die Frau nach Kassel in die Hautklinik gebracht hatte, wurde die Erkrankung richtig diagnostiziert. Das Mittel dagegen, auch wieder: Permethrin, diesmal als Salbe.
Meine alte Dame stellte sich störrisch, sie wollte die Salbe nicht haben! Ist ja ein Nervengift! Hat mich nicht interessiert, ich habe sie da gelassen. Sollten die Ärzte doch gucken, wie sie mit ihr klarkommen. Vorher habe ich noch gefragt, ob ich mich hätte anstecken können. "Nein! Natürlich nicht! Sooo ansteckend seien Krätzemilben nicht! Sofern ich nicht bei ihr im Bett geschlafen hätte?" -- Habe ich natürlich nicht! Aber ihre Bettwäsche ständig gewechselt, sie ganzkörperlich gewaschen, etc.

Jedenfalls, als ich rausging aus der Klinik, kratzte es mich am ganzen Körper.
Am nächsten Morgen, es war ein Samstag, saß ich beim Frühstück in einem Sonnenfleck, und die Sonne fiel auf meine nackten, juckenden Füße. Und was sah ich, in der hellen Sonne? Die roten Laufgänge der Milben unter der Haut meiner Knöchel!
Diese Tiere fressen sich ja unter die Haut!

Samstag im Dorf! Kein Arzt weit und breit!
Auto kaputt.
Aber ich bin ja nicht doof!
Von den Hunden hatte ich noch ein Raumspray gegen Flöhe, beim Nachlesen auf der Basis von Permethrin. Allerdings höher dosiert als die Salbe der alten Dame. Die war 0,5 mg Wirkstoff auf 100 Gramm, das Spray hatte 0,8mg Wirkstoff.
Na gut. Ich habe also Kokosöl aus dem Schrank geholt, zwei Esslöffel auf einen Teller gepackt, dann so viel Spray hinzugefügt, dass ich dachte, es sei jetzt ungefähr bei der Verdünnung 0,5 auf 100 Gramm.
Damit habe ich mich eingerieben. Mehrmals. Sonntag auch. Als ich am Montag beim Arzt war, und die richtige Salbe erhielt, waren die meisten Laufgänge an den Füßen schon wieder weg.

Ich hatte aber auch am Samstag ( vor meiner Entscheidung) darüber nachgedacht, ob ich nicht irgendwo eine Tierarztpraxis auftreiben könnte. Dort hätte ich mir nämlich ein Hundehalsband der Marke Bolfo für mich selbst gekauft.
Ja, ich meine, Leute: Permethrin ist Permethrin, ob nun pulverförmig für Hunde oder salbenförmig für alte Damen. Oder als Kontaminationsspray gegen hüpfende Insekten. ( Spray: die Viecher müssen nur auf eine vorher eingesprühte Fläche kommen, schon gehen sie ein) Der Wirkstoff ist immer gleich!

Ich habe ja einen netten, alten Arzt, und ich kann Euch sagen, der hat sich bei meinen Schilderungen schier schlapp gelacht. Und ich hatte natürlich recht! Ja! Und es hat auch gut geholfen, das erste Zeug aus Kokosöl und Flohspray. Hat mich - über das Wochenende- vor dem weiteren Reinbohren der Milben unter meine Haut bewahrt. Und sicher auch einige umgebracht.
Hinterher habe ich meine Zubereitung fast lieber genommen als die Salbe. Mein Zeug war irgendwie effektiver. Wie auch immer, ich war die Tiere jedenfalls innerhalb einer Woche los. :hallo:

So, Rita, egal jetzt. Du hast mistige Wanzen zweier Sorten, die alles anfressen. Ein Mittel dagegen gibt es noch nicht. Permethrin kannst Du auch nicht irgendwo herkriegen, um es beispielsweise in einen Salzstreuer zu tun. Würde Dir auch nicht viel nutzen, denn hinterher kannst Du die Früchte nicht mehr essen. Eine Art biologisches Permethrin, was man draufsprühen und später trotzdem essen kann, gibt es auch noch nicht. Absammeln und das Vernichten der Nymphen ist sicher ganz wichtig!
Das Einzige was Du meines Erachtens noch tun kannst, ist wirklich Mutterkraut anzubauen, um die mistigen Wanzen zumindest etwas aus der Spur zu werfen.
Mutterkraut wächst leicht, auch auf trockenem Boden. Später kann man ganze Büschel davon in Tomaten oder Sträucher hängen.
Es wird die Wanzen nicht vergiften. Aber es wird sie irritieren. Das Absammeln der sogar besonders schönen Miniviecher bleibt Dir nicht erspart.

Ich wünsche Dir ein gutes Absammeln und Vertreiben! ICH persönlich würde es versuchen!
Dieser Weg kann jedenfalls nicht falsch sein.

Es schrieb: eine bestimmte Dame

Schönes Wochenende!
Mia
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Re: Wanzen als Schädling im Garten

Beitragvon roccalana » So Feb 03, 2019 20:09

Hallo Mia :salut:
wie so meistens, eine Info verpackt in eine schön geschilderte Geschichte.Bild
Ich habe mir den Artikel durchgelesen - aber einen Unterschied gibt es zu denen, die ich von hier kenne. :!2:
Hier lese ich, dass gerade in den USA durch den Einsatz (Versuche) von div. "Mittelchen", sehr schnell Resistenzen zu beobachten waren :!:
Nach Samen von Mutterkraut kann ich ja mal suchen.
Aber es geht ja wohl um die Vertreibung durch Geruch Bild

Da wird dann hier empfohlen, stark (1:50) verdünnte Jauche aus Brennesseln oder Tomatenblättern zu benutzen, und zwar nach dem Absammeln; da man ja eh nicht alle erwischen kann.
Auch dieser Geruch soll sie etwas vertreiben.
Wenn man es schafft, von unten zu spritzen, kann man auch Kaliumseife einsetzen, funktionieren soll dies jedoch eher bei den Jungtieren.
Außerdem soll man Beginn des Frühlings Verstecke absuchen - man hat ja sonst nichts zu tun. :D2:
Somit habe ich jetzt eine Menge Infos - mal sehen, wie die Saison in diesem Jahr verläuft

Einen schönen Abend noch

Bild Bild
Rita :soleil:
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