Buchsbaumzünsler

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Re: Buchsbaumzünsler

Beitragvon Nemesia » Mi Jul 04, 2018 16:43

Hallo Hapy,

wie sieht es denn inzwischen bei deinen Buchsbaumkugeln aus?

Ich habe keine persönlichen Erfahrungen, kenne das Problem aber natürlich trotzdem.
Mit am sinnvollsten ist sicherlich das täglich/wöchentliche Absammeln.
Wobei dazu vielleicht nicht jeder bereit ist oder auch einfach keine Zeit hat.

Im Falle von mangelnder Zeit, fehlender Geduld oder Misserfolgen würde ich zu Alternativen raten.
Man findet sie u.a. auf unserer Hauptseite
http://www.bio-gaertner.de/pflanzenkran ... umzuensler
Dort werden genannt:
Kletternder Spindelstrauch (Euonymus fortunei)
Glänzende Heckenkirsche (Lonicera nitida).

Dem möchte ich noch den Ilex crenata hinzufügen, der dem Buchs ausgesprochen ähnlich sieht:
https://www.google.de/search?q=ilex+cre ... 49&bih=674

Die Preise sind sehr unterschiedlich , ich habe ihn aber auch für 10,90 (Strauch im Container
20-25cm hoch) gesehen..

Dieser Ilex lässt sich gut in Form schneiden, ist winterhart, immergrün und robust.
Und er sieht dem Buchsbaum sehr ähnlich.

Trotzdem wünsche ich dir natürlich sehr, dass du eine Methode findest um deine Buchsbaumkugeln zu retten .

Es wäre sehr schön, wenn du uns hier auf dem Laufenden halten würdest.

LG Nemesia
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Re: Buchsbaumzünsler

Beitragvon Hapy » Do Jul 05, 2018 19:45

Nemesia, auf der Buchsbaumzünslerseite gehen wohl zwei Dinge durcheinander. Zum einen Angaben über den Buchsbaumzünsler (Glyphodes perspectalis) und zum anderen Angaben über eine Pilzerkrankung mit Cylindrocladium buxicola.
Des weiteren stimmt es wohl nicht, dass die Verpuppung im Boden stattfindet. Die Puppen finden sich wie in meinem Beitrag vom 14. August 23:11 gezeigt in einem Gespinst, das aus mehreren Blättern besteht.

Soweit dieses.

Was den Buchsbaumzünsler an meinen beiden Buchsbäumen angeht, so habe ich im Frühjahr nur eine einzige Raupe gefunden, während ein Buchsbaum beim Nachbar völlig zerfressen war. Bis jetzt habe ich auch nur einmal einen Falter gesehen und den wohl so erwischt, dass er keinen Schaden anrichten konnte.

Kann es an der Sorte liegen, dass meine beiden Sträucher kaum befallen werden, auch wenn es im nahen Umkreis mehrere stark befallene Pflanzen gibt? Oder sind die Fledermäuse daran schuld?

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Re: Buchsbaumzünsler

Beitragvon Nemesia » Mo Jul 09, 2018 20:16

Hallo Hapy

auf der Buchsbaumzünslerseite gehen wohl zwei Dinge durcheinander. Zum einen Angaben über den Buchsbaumzünsler (Glyphodes perspectalis) und zum anderen Angaben über eine Pilzerkrankung mit Cylindrocladium buxicola.

Buchsbaumzünsler verursachen Pilzerkrankungen, die beiden Schadbilder gehen also oft Hand in Hand....von daher ist es meiner Meinung nach schon richtig, sie in einem Atemzug zu nennen ..

Kann es an der Sorte liegen, dass meine beiden Sträucher kaum befallen werden, auch wenn es im nahen Umkreis mehrere stark befallene Pflanzen gibt?
An der Sorte? :nachdenk: Hm, das kann ich dir nicht beantworten. Denke eher, dass deine Sträucher optimale Lebensbedingungen haben, günstig stehen, ausreichend mit Wasser versorgt und von dir gut gepflegt werden .
Oder sind die Fledermäuse daran schuld?
Meinst du Fledermäuse fressen diese Zünsler? Das wäre wirklich toll.

Ansonsten kann man sich auch indische Laufenten anschaffen:
Quelle: https://rp-online.de/nrw/staedte/krefel ... d-22006185
Wusste ich bisher auch nicht...

Und hier habe ich noch einen Artikel vom NABU gefunden ...auch ganz intressant für alle Buchsbaumzünsler-Geplagten:
Der NABU Kreisverband-Borken rät vom massiven Gifteinsatz zur Bekämpfung der Buchsbaumzünsler – Raupen ab, da hierdurch auch andere Schmetterlingsraupen, Insekten oder bei bestimmten Produkten auch Bienen absterben könnten. Stattdessen empfiehlt der NABU, die Buchsbaum-Gehölze regelmäßig (der Zünsler produziert bis zu drei Generationen im Jahr) auch im Strauchinneren zu kontrollieren und die Gespinste und bis zu 5 cm großen Raupen abzusammeln. Dies insbesonders auch im Herbst, wenn die Raupen sich für die Winterzeit ins Strauchinnere verkriechen. Hierbei kann man den befallenen Buchsbaum auch mit einem starken Wasserstrahl oder Hochdruckreinigungsgerät vor allem im Inneren abspritzen und die Raupen auswaschen. Auch ein Rückschnitt zum richtigen Zeitpunkt lohnt sich, da die Eier in den äußeren Blättern abgelegt werden und die geschlüpften Raupen sich dann ins Buschinnere zurückziehen. Der NABU empfiehlt bei der Auswahl einer Ersatz-Pflanzenart den heimischen Liguster, dessen Blüten Bienen und Schmetterlingen Nahrung bieten und dessen Beeren von 20 Vogelarten geschätzt werden
Quelle: https://www.nabu-borken.de/2018/05/pres ... penbefall/

Da steht auch was von dieser Hochdruckreinigermethode, die Gärtnerjunge erwähnt hat.

Vielleicht können hier ja noch ein paar andere von ihren Erfahrungen berichten- von Erfolgen, Misserfolgen oder wie es um ihre Buchsbäume oder die ihrer Nachbarn, Freunde, Verwandten steht.

Wie gesagt habe ich selber keine Buchsbäume, bin aber mit dem Problem vertraut.

LG Nemesia
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Re: Buchsbaumzünsler

Beitragvon Hapy » Fr Nov 16, 2018 21:32

Zusammenfassung 2018:

Während ich im Jahr 2017 deutlichen Befall mit Raupen hatte, hat sich das Ganze dieses Jahr sehr in Grenzen gehalten. Insgesamt habe ich eine Raupe und zwei Falter gesehen.

Zudem habe ich Schadbilder an den Pflanzen entdeckt, aber keine weiteren Raupen. Zugegeben, ein Bekannter hat hin und wieder etwas Bacillus thuringensis in die Buchsbaumkugeln gesprüht. Aber ob das etwas bewirkt hat, möchte ich bezweifeln, da vorher kein Befall festgestellt werden konnte. Überreste von abgetöteten Raupen habe ich auch keine gefunden.

Laufenten? Na ja, womit füttere ich die, wenn es keine Buchsbaumzünsler gibt und kommen die an die Raupen oder Falter in 1,7 m Höhe? :wink:

Auch wenn das Hornissennest in einem der Nistkästen verlassen wurde, hatten wir dieses Jahr sehr viele Hornissen. Könnten diese die Buchsbaumzünslerpopulation in Schach gehalten haben?

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Re: Buchsbaumzünsler

Beitragvon Mia » Fr Nov 16, 2018 23:14

Ja, Hapy, :smile:
möglicherweise.

Inzwischen ist ja klar, dass auch normale Wespen Buchsbaumzündlerraupen angreifen und verspeisen. Warum nicht auch Hornissen?
Die ernähren sich ja auch karnivor. Also, die schrecken nicht davor zurück, in so eine Raupe reinzubeissen!
Auch heimische Spatzen und Meisen sollen die Raupen inzwischen vermehrt fressen.
Wäre ja schön, wenn unsere heimische, lebende Fauna eine Möglichkeit fände, mit diesen eingewanderten Schädlingen klarzukommen! Um sie zu dezimieren!
Sicher weiß ich es nicht, aber das Internet und die entsprechenden Portale sind voll von solchen Botschaften.

Lieben Gruß
Mia
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