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Düngung für Spinatanbau

Verfasst: Sa Sep 22, 2012 17:09
von Olivar
Hallo,
ich bin absoluter Neuling, habe im Moment ein Beet zur Nutzung zur Verfügung und möchte dort jetzt im Herbst Spinat anbauen. Ich lebe in Berlin, also mit märkischem Sand. Düngung tut wohl Not.

Ein Komposthaufen ist vorhanden, vermutlich halbreifer Kompost (wie ich hier gelesen habe). Ich finde die Methode des Auflegens des Kompostes auf den Boden, nicht seine Einarbeitung, recht plausibel. Ich frage mich nun: Bringe ich jetzt den Kompost auf den Boden auf, nachdem ich gesät habe? Zwischen die Saatfurche vielleicht? Kann ich dann überhaupt noch das Unkraut erkennen, wenn es kommt? Kann ich den Kompost zwischenzeitlich entfernen, um Unkraut zu jäten und später wieder zurück bewegen, sozusagen? Also ich bin da wirklich unbedarft.

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Re: Düngung für Spinatanbau

Verfasst: So Sep 23, 2012 14:40
von Cerifera
zu stark gedüngter Spinat soll recht hohe Nitratwerte aufweisen. Der Herbst ist schon da ob das mit der Flächenkompostierung also jetzt noch sinnvoll ist weiß ich nicht.

Re: Düngung für Spinatanbau

Verfasst: So Sep 23, 2012 21:15
von Mia
Hallo Olivar, :smile:

ja, der märkische Sandboden als Argument für eine Düngung leuchtet mir ein. Wie Du vorgehen sollst, hängt davon ab, wie reif Dein Kompost ist. Du hast ja schon geschrieben, er ist halbreif.
Jetzt generell: Hast Du sehr reifen alten Kompost (dunkel, feinkrümelig, wohlriechend) kannst Du ihn vor der Saat oberflächlich einharken und erst danach die Saatrillen zehen. Hast Du noch jungen, halbzersetzten Kompost, kommt er erst nach der Saat obenauf zwischen die Reihen. So jung wie er ist, wird er in der Erde bei winterlichen Temperaturen nicht mehr weiterkompostieren, sich nicht mehr weiter zersetzen. Das könnte unterirdische Fäulnis geben, und die bekommt den keimenden Spinatpflänzchen nicht. Also: Deinen Kompost einfach zwischen die Reihen legen, obendrauf!
Unkraut musst Du im Winter keines mehr befürchten. Deshalb wirst Du auch keinen Kompost hin und her räumen müssen. Das macht man eh nicht! Unkräuter wachsen DURCH den Kompost! Sie gedeihen IM Kompost! Schichte ihn aber nicht zu hoch auf, gell? 1 cm zwischen die Reihen gestreut reicht völlig!!!

Mit dem halbreifem Kompost, zwischen den Reihen, hast Du auch schon für das Frühjahr was Gutes getan und kannst ihn dann mit dem übriggebliebenen Spinat (nur vor der Blüte, bzw. Samenbildung!) und den Spinatwurzeln, die im Boden bleiben sollen, unterbuddeln.
Gründüngerpflanzen sollen vor der Samenbildung/lieber noch vor der Blüte untergegraben werden, weil sie, wenn sie jung und frisch sind, den größten Stickstoffanteil besitzen, dadurch rasch im Boden verrotten und ihren Stickstoff als Dünger für kommende Kulturen an die Erde abgeben. Haben sie geblüht oder tragen sie bereits Samen, ist ihr Stickstoffanteil viel niediger, der Kohlenstoffanteil hingegen hoch. Um rasch zu verrotten, müsstest Du nun Mist hinzufügen ---- also weiteren Stickstoff! --- damit die Verrottung rasch abläuft. DIESEN Mist kannst Du Dir sparen, indem Du den Restspinat früh genug untergräbst. Damit der, trotz Stickstoff, gut verrottet, braucht er allerdings halbwegs warme Frühjahrstemperaturen. Blüht er also früher, ab auf den Kompost mit den Pflanzen!

Dann hast Du noch die Wurzeln im Boden, den Kompost vom Vorjahr, und kannst jetzt Dein Beet mit weiterem Kompost, Algenkalk, Hornspänen, Guano, Oscorna animalin, oder was auch immer Du als Dünger nehmen willst, vor der Frühjahrsbepflanzung aufpeppen.

Gutes Gedeihen! Und halte uns auf dem Laufenden!

Lieben Gruß,
Mia

Re: Düngung für Spinatanbau

Verfasst: So Sep 30, 2012 09:28
von Wasnun
Moin in die Runde,

Schon eine ganze Weile überlege ich ob ich zu diesem Beitrag eine Antwort schreiben soll, bisher haben mich Zeitprobleme davon abgehalten. Heute habe ich ein wenig Zeit und weiß nicht so recht wo ich anfangen soll.
Ich werde das ganze mal OT schreiben da ich mir nicht 100% sicher bin.

OT Anfang:
Generell sollte man nur Pflanzen ausbringen, die dem Bodentyp entsprechen, das ist leider nicht immer möglich und oftmals auch unerwünscht. Es bleibt also nichts anderes übrig, als den Boden umzuarbeiten, das ist allerdings nicht ganz so einfach und dauert oft mehrere Jahre oder auch Jahrzehnte. Alternativ kann man einen großen Anteil des Bodens austauschen, was allerdings auch nicht wirklich sinnvoll ist.
Sandboden ist ein Boden, der ein sehr schlechtes Wasserhaltevermögen hat, es fehlen hier einfach lehm- und tonhaltige Materialien, die diese Fähigkeit besitzen. Ausgebrachter Humus wird recht schnell ausgeschwemmt oder geht durch Wind und Wetter verloren. Wichtiger Dauerhumus kann so nicht wirklich gebildet werden und man kommt kaum mit dem düngen nach.
Wir brauchen im Garten in etwa 20 bis 30 cm guten Boden, diese 20 bis 30 cm werden in der Regel auch ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Sind genung Lebensformen im Boden, so kann durchaus Kompost, Mist oder Grünmulch eingearbeitet werden, Fäulnis dürfte nicht entsehen. Wie Mia schon sagte, vertragen sich junge Pflanzen und frischer Kompost allerdings recht schlecht, diese Tatsache muß man einfach akzeptieren.
Ohne genaue Kenntnis über den oben erwähnten Boden würde ich folgendes vorschlagen:
Ich würde ein Gemisch von Bentonit, Steinmehl, zerkleinerte Holzkohle, Rindenkompost und Kompost im Boden einarbeiten, ca. 20 bis 30 cm tief. Bentonit und Holzkohle speichern sehr gut Wasser als auch Dünger und fördern so ganz nebenbei die Bildung von Dauerhumus und bieten den Bodenlebewesen Überlebensmöglichkeiten. Rindenkompost hat einen hohen C Anteil, welcher auf lange Sicht zu Dauerhumus wird. Steinmehl liefert wichtige Mineralien für die Pflanzen.
Diese Prozedur kann man einige Jahre wiederholen, wobei der Boden irgenwann genug Bentonit und Holzkohle hat und man auf diese Zugaben verzichten kann. Je nach Entwicklung des Bodens und der Pflanzen kann man bei den Zugaben ab und zu geben. Regelmässiges mulchen fördert die Bodenlebewesen und schützt den Boden vor Wind und Wetter.

OT Ende: