Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Bodenbearbeitung, Kompostierung, Düngung

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Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon Elphaba » Mi Jul 13, 2011 22:14

Hi!
Wir haben einen Reihenhausgarten, der von allen Seiten von anderen Gärten und Häusern "umzingelt" ist. Ich habe die letzten Beiden Jahre immer Brennesseljauche angesetzt und fleißig benutzt, aber das Murren der Nachbarn wegen dem GEstank (STeinmehl hilft ja nur bedingt..) wurde immer lauter und dieses Jahr habe ich es dann gelassen- und mein Garten leidet.
Gibt es nicht stinkende, Nachbarfreundliche Dünge-Alternativen? Mit was Düngt und Stärkt Ihr Eure Pflanzen?
Danke!
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon Humusgärtner » Mi Jul 13, 2011 22:38

Hallo Elphaba,

in den letzten Jahren hatte ich Hornspäne bzw. Oscorna Animalin genommen. Seit diesem Jahr nehme ich Wurmhumus. Allerdings ab und an Beinwelljauche für die Tomaten.

Gruß
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon Montydon » Do Jul 14, 2011 07:50

Beinwelljauche ist besser als Brennesseljauche, aber es stinkt auch noch schlimmer... :blass:

Die beste nicht stinkende Alternative ist Kompost. Für stark zehrende Pflanzen kannst Du zusätzlich fertigen Dünger nehmen. Oscorna benutze ich z.B. auch. Eine andere fast geruchlose Möglichkeit wäre Pferdemist, falls Du daran kommen kannst. Ein paar Pferdeäpfel in einer Nylonstrumpfhose o.ä. in einen Eimer Wasser tauchen und ziehen lassen - ergibt einen guten Flüssigdünger.
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon atropa belladonna » Do Jul 14, 2011 09:15

Elphaba hat geschrieben:Hi!
Ich habe die letzten Beiden Jahre immer Brennesseljauche angesetzt und fleißig benutzt, aber das Murren der Nachbarn wegen dem GEstank (STeinmehl hilft ja nur bedingt..) wurde immer lauter und dieses Jahr habe ich es dann gelassen- und mein Garten leidet.


Ach ja, diese widerlichen stinkenden Brennnesseln :rolleyes: Ich hätte da jetzt ein paar passende Bemerkungen für Deine Nachbarn am Start (Zigarettenqualm und Grillgestank finde ich wesentlich ekelhafter und vor allem gesundheitsschädigender) aber das wäre dem Frieden nicht zuträglich und ist hier ja auch nicht das Thema.

Konzentrieren wir uns daher lieber auf das wesentliche.

Bevor Du Dir überlegst, einen neuen Dünger zuzulegen (wenn Deine Pflanzen so gut auf die Brennnesseln ansprechen), hast Du schon folgendes probiert:

Jauche in einem einigermaßen dicht schließenden Gefäß gären lassen? Wie viel Jauche setzt Du an, wie viele PFlanzen nimmst Du?

Könntest Du die Jauche stärker verdünnen und zu einer Zeit ausbringen, in der die Nachbarn vielleicht nicht gerade beim Kaffeekränzchen sitzen? Früh morgens z.B. (ist eh die beste Zeit)? Der Geruch verfliegt ja schon ziemlich schnell...

Beinwell wäre übrigens nicht wirklich eine Alternative, bzw. kommt es auf den Verwendungszweck an. Am besten ist ja eine Mischung aus verschiedenen Kräutern.
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon Carolyn » Do Jul 14, 2011 10:17

Brennesseljauche stinkt angeblich kaum, wenn man wirklich regelmäßig dreimal täglich (oder öfter) umrührt. Ich nehme an, dass dann schlichtweg die Konzentration der entsprechenden Gase so gering ist (weil sie ja in kleinen "Portionen" freigesetzt werden), dass man sie kaum riecht. Wenn Du also Chancen siehst, morgens/mittags/abends die Jauche umzurühren, dann probier doch das (mit einer kleinen Menge) aus.
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon Elphaba » Sa Jul 16, 2011 22:00

Carolyn,
"kaum" ist vermutlich relativ :rolleyes: Bin ja in Elternzeit und habe sie letztes Jahr Stündlich umgerührt- das Zeug stinkt, so oder so :wink: Mich selber stört es ja gar nicht so, aber die Nachbarn mosern eben..

atropa belladonna,
tja... Ich fürchte, wenn es nicht auf einen Nachbarschaftskrieg hinauslaufen soll, muss ich mich wohl fügen...

Pferdeäpfel sind eine Idee.. Hornspäne benutze ich schon.. Und muss gleichmal nach Oscorna googlen!

Danke erstmal! :daumen:
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon Mama Heike » Mo Jul 18, 2011 12:05

Was auch nicht schlecht ist, so meine (kuerze) Erfahrung, die Brennesseln einfach kurz geschreddert bei die Pflanzen legen und vor Ort verotten lassen. Ist prima für die obersten Erdschichten, da wimmelts dann vor Leben. Ausserdem ist das ne prima Mulchschicht.
Lieben Gruß Heike
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon Carolyn » Mo Jul 18, 2011 12:34

Mama Heike hat geschrieben:Ausserdem ist das ne prima Mulchschicht.

Aber nur, wenn man nicht mit bloßen Händen dort Unkraut zupfen will. :wink:
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon Mama Heike » Di Jul 19, 2011 08:12

Ach, wenn die Brennesseln erst trocken sind, pieksen die eh nicht mehr so. Allerdings siehts momentan schlecht aus mit trocknen. Auch fangen die jetzt an Samen zu bilden, da würde ich es mir auch dreimal überlegen. :mrgreen:
Lieben Gruß Heike
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon pflanzenwunderer » Mo Mai 07, 2012 17:12

probiere mal den "Mäusdorfer Rottelenker", das ist ein Praeperat das den verrottungsprocess anregt. es wird bei bauern im kuhstall benutzt, einfach auf boden gespritzt und der Geruch verschwindet total. ich hatte vor kurzen eine stinkende Womery (sorry kenne das deutsche wort noch nicht, wumerei?). ich habe eine milchflasche angemizt und ueber den kompost gesprueht, geruch verschwand innerhalb weniger tage

ein bekannter von mir hat sauerstoff zugefuehrt, das ist genau was oben passiert, der sauerstoff regt verottung an und vermeidet faeulniss (der gestank).

vielleicht hilf es..;)
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Re: Alternative zur (Brennessel-)Jauche?

Beitragvon Wasnun » Di Mai 08, 2012 04:58

Moin zusammen,
Der Sartbeitrag ist zwar schon einige Tage alt, aber was soll es.

Ich habe zu Beginn der Düngezeit Brennnesseljauche aus getrockneten Brennnesseln angesetzt. Versetzt wurde diese mit Steinmehl und Kohle, die Geruchbelästigung war sehr gering. Angesetzt wurden 5 Liter in einem Kanister, in welchem destilliertes Wasser war (Bügeleisen).
Der nächste Ansatz erfolgte in einem Eimer (5 Liter), versetzt wurde diese ebenfalls mit Steinmehl und Kohle. Die Geruchentwicklung war hier deutlich größer und die Gärzeit war ebenfalls deutlich länger. Die Nase direkt über dem Eimer sagte mir igittigitt, aber schon wenige cm vom Eimer entfernt wurde der Geruch deutlich schwächer.
Beim Ausbringen der Jauche war weder von dem ersten, noch von dem zweiten Ansatz viel zu riechen. Nachbarn hätten diesen Geruch nicht mehr wahrnehmen können.
Die Jauchen wurden während der Gärzeit immer mal wieder kräftig geschüttelt oder gerührt.
in bester Absicht, euer Wasnun
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