Neuer Garten, neue Hecken

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Neuer Garten, neue Hecken

Beitragvon Trimborn1989 » Do Sep 27, 2018 20:32

Hallo meine hoffentlich lieben Pflanzenliebhaber,
ich bin neu hier im Forum.
Ich kam jetzt in den Genuss und bin stolzer Besitzer eines Kleingartens in einem Kleingartenverein.

Bei der Wertermittlung des Gartens wurde festgestellt, dass die Nadelhecken (Lebensbäume) und die Kirschlorbeer Hecken raus müssen.
Jedoch fehlt uns jetzt ein Sichtschutz. Zum Nachbar hin ist es nicht so wichtig. Jedoch stört mich es, dass Passanten, die außerhalb des Gartens spazieren reingucken können.

Da ich noch überhaupt keine Ahnung von Pflanzen, Blumen, Hecken und Bäumen habe und das alles Neuland für mich ist, brauche ich eure Hilfe.

Ich brauche eine Hecke (oder vergleichbares) die schnell wächst, keine Nadeln hat und am besten noch schick aussieht.
Habt ihr irgendwelche Tipps?

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Neuer Garten, neue Hecken

Beitragvon Hapy » Do Sep 27, 2018 22:27

An Deiner Stelle würde ich mich mal in der Kleingartenanlage umsehen, was die anderen so haben. Es mag dabei sein, dass sich auch andere nicht an die Regeln des Vereines gehalten haben. Deshalb würde ich als nächstes mit dem Vorstand des Kleingartenvereins reden und ihn fragen, was er empfiehlt (und was mit den Vereinsstatuten übereinstimmt.)

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Re: Neuer Garten, neue Hecken

Beitragvon Trimborn1989 » Fr Sep 28, 2018 08:14

Danke für deine Antwort Hapy.
Ja die anderen haben auch Kirschlorbeeren und Tannengewächs im Garten.
Jedoch ist diese Regelung wohl neu. Vorher durfte man diese Pflanzen im Garten wachsen lassen.
Auch unser Nachbar hat so eine Hecke. Der Vorstand findet diese Regel auch dumm. Jedoch ist es keine Regel vom Kleingartenverein sondern von der "Stadt" (zumindest von etwas höher stehendes).
Nachdem ein alter Besitzer einen Kleingarten abgibt kommt ja jemand für die Wertermittlung und dieser Wertermittler hat gesagt, dass die Hecken raus müssen.
Es wird auch eine Nachbegehung geben. Bei der geguckt wird ob wir die Vorlagen auch wirklich umgesetzt haben.

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Re: Neuer Garten, neue Hecken

Beitragvon Hapy » Fr Sep 28, 2018 09:54

Wenn dem so ist, dann würde ich auf's Rathaus gehen und mir die Grünordnung oder das entsprechende Dokument einsehen. Vermutlich steht darin nicht, was nicht angepflanzt werden darf, sondern dass einheimische Gehölze gepflanzt werden müssen (u.U. mit Beispielen).

Zu klären wäre da auch, ob die Bepflanzung, so Du sie nicht schon entfernt hast, bereits vor dem Inkrafttreten der Verordnung bestanden hat und daher einen gewissen Bestandsschutz geniest. Es ist sicher nicht sinnvoll eine intakte Hecke zu roden um sie durch eine andere zu ersetzen, die erst in zehn Jahren den ökologischen Wert der alten Hecke ersetzen kann.

Vielleicht kannst Du auch mit der Begründung Bestandsschutz und ökologischer Wert bewirken, dass der Stadt- oder Gemeinderat eine Ausnahmegenehmigung für den Altbestand erteilt.

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Re: Neuer Garten, neue Hecken

Beitragvon Hapy » Fr Sep 28, 2018 09:58

Und noch eines:

Bestehe darauf, die Auflagen schriftlich und unter Angabe der entsprechenden Rechtsvorschriften mitgeteilt zu bekommen.

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Re: Neuer Garten, neue Hecken

Beitragvon Mia » Fr Sep 28, 2018 19:15

Hallo Trimborn, :smile:

ich wäre da nicht so kleinlich wie Hapy. Ich finde es sehr vernünftig, dass nun auch Kleingartenvereine von solch - für unsere Breiten- unsinnigen Pflanzen wie Thujen ( Lebensbäume), Chamaezyparis und Kirschlorbeer abrücken, und wenn es nicht von ihnen aus geschieht, dann meinetwegen auch auf Verordnung der Stadt.

Diese Pflanzen bringen für unsere heimische Natur und Vogelwelt nichts, sie nutzen allein dem Gärtner, der sie verkauft. Mir hat hier zwar mal eine Frau lang und breit erzählt, wie toll die Drosseln ihren Kirschlorbeer fänden, als Nistplatz und um die Beeren zu picken, indes, ich glaube nicht recht daran.

Ich habe selber in einem übernommenen Garten hohe Kirschlorbeerpflanzen gehabt, und nie einen Vogel darin gesehen. Auch mit hohen Thujen, die ich ebenfalls übernommen hatte, taten sich die Vögel schwer. Thujen sondern durch herabgefallene Nadeln giftiges Thujon ab, so dass in der Nähe von Thujen kaum etwas anderes gedeiht. Auch für gartenliebende Menschen ist es folglich besser, keine Thujen( Lebensbäume) im Garten zu haben.
Der eigene Garten, er soll ja ein Paradies sein, für einen selbst, für Kinder, Bienen, Schmetterlinge und Vögel.
Also: ökologisch ist dieses Verbot für einen Kleingartenverein absolut sinnvoll.
Für Dich ist es doof, weil Du jetzt etwas lebendes, sichtschützendes ausmachen sollst...
Aber ich schwöre Dir, Du wirst mit der neuen Hecke - auf Dauer gesehen - deutlich glücklicher werden!

Nochmal einen Schritt zurück, bevor ich mit Deiner möglichen neuen Hecke anfange: Die Begeisterung der Deutschen für Thujen, Chamaezyparis, Kirschlorbeer und auch Cotoneaster stammt aus den 60/70ziger Jahren des letzten Jahrhunderts.
Die Wohnhäuser baute man damals zweckmäßig, gerade Fronten und viel Waschbeton waren in Mode. Dazu Glasbausteine. Die Wohnungstüren waren furniert, innen tummelte sich zwischen Stegelementen ( die Tür sollte ja leicht sein!) jede Menge Formaldehyt, was ausgaste, und die Gesundheit der Bewohner schädigte. Die erste 'Hoch'-Zeit der Teppichböden war gekommen. Kein Haushalt wollte darauf verzichten. Mit viel Pattex wurden diese Gifte ausgasenden Hoch - und Niederflurdinger in Wohnungen eingeklebt. Man wusste es damals noch nicht besser. Man dachte (noch) nicht daran, dass Kunststoff Gifte aussondern kann. Die ersten 'modernen' Einbauküchen bestanden aus weißen Plastikschränken, wunderbar leicht sauber zu halten - nur aber leider auch giftig.
Damals nahm man das noch nicht wahr. Die Zahl der Allergiker häufte sich, die Zahl der Neurodermitiskranken unter den kleinen Kindern stieg atemberaubend. NOCH brachte man es nicht mit dem Hype nach Plastik in Verbindung. Es begann die Zeit der weißen Plastikstühle, von denen, nach kurzer Zeit, die Erde übervölkert war. :wink:

Ein Garten, eine Böschung, sollte zu jener Zeit leicht zu bepflanzen und vor allem leicht sauber zu halten sein. Hecken sollten sich leicht schneiden lassen. Nach und nach begann die hohe Zeit der bodendeckenden Cotoneaster, der mittelhohen, buschigen Johanniskrautarten, die sich so schön an Schulhöfe pflanzen lassen, ohne viel Pflege zu erfordern. In den privaten Gärten wurden die Obstbäume abgeholzt. Das Obst gab es ja jetzt billiger im Supermarkt, und dazu machten die blöden Obstbäume einfach Dreck! Diese Mistviecher schmissen im Herbst ihre Blätter ab!
Und die musste man fegen! Aufkehren! Irgendwo entsorgen! Dazu noch die Wespen, die sich an heruntergefallenen Früchten labten. Und diese Früchte sollte man mit den eigenen Händen aufheben? IGITT!
Das passte überhaupt nicht in das Konzept der damaligen deutschen Bürger. Weg mit dem fruchtenden Zeug - und Thujahecken pflanzen! Das war die Devise. Es folgten Chamaezyparis und Kirschlorbeer.
Diese immergrünen Hecken werden heutzutage immer noch gern verkauft. Und finden, obwohl ökologisch sinnlos, auch immer noch Käufer.

Dazu, gedanklich weiterführend: Heute gilt ein Hype den Steinen. Auch furchtbar, finde ich. Wenn ich mir diese mit Stahldraht verbundenen Gabionenmauern ansehe, die es inzwischen in vielen Gärten gibt, kriege ich die Krise! Wenn ich sehe, dass Leute Kunststofffolie auf ihr Erdreich im Garten legen, um Unkraut zu unterdrücken, und darauf dann jede Menge Kiesel breitflächig ausbringen, kriege ich ebenfalls die Krise!
Damals wie heute, ist es nur ein Versuch, die lebende Natur von sich selbst abzuschneiden. Es geht um Arbeitsersparnis. Wie viel man selbst damit in der lebenden Natur versäumt, ist eine andere Sache.
*******
Und nun endlich zu Deiner Hecke!
Ich denke, Dein eines Problem ist, dass Du nicht willst, dass Passanten reingucken.
Hier sollte rasch für eine Zwischenmöglichkeit gesorgt werden.
Jetzt im Winter benötigst Du vermutlich keinen Sichtschutz, erst wieder im Frühjahr?
Ich weiß nicht, wie groß der Bereich ist, der Dich vor den Blicken der Passanten schützen soll?
Deine alte Hecke bekommst Du so schnell nicht wieder hoch, aber es gibt Alternativen.
Eine wäre, Drähte zu spannen, und sofort ab April Rankepflanzen daran hochwachsen zu lassen, das können sogar kleine Kürbisse sein.
Eine zweite Möglichkeit wäre, diesen Bereich ab April mit hohen Sonnenblumen abzupflanzen.
Google Dich für den Samenkauf durch und sorge für einen guten Boden! Hohe Sonnenblumen schaffen auch eine Abschirmung gegen Blicke!

Dahinter und daneben solltest Du für Deine ausgewählte Hecke sorgen.
Normale Schnitthecken als Gartenbegrenzung sind Liguster und Hainbuche. Die werden auch bei Dir nicht verboten sein. Sie wachsen schnell und lassen sich gut schneiden.

Das Wunderbarste von allem ist aber eine lebendige Sträucherhecke.
Hier findet sich alles, was das Leben liebt: Wildrosen, mit ihrem wunderbaren Furchtbehang im Herbst, Haselsträucher mit ihren Nüssen, Holunder, Schlehen, Forsytien, wilde Schneeballarten - man kann die alle als Hecke schneiden. Rickeracke, einfach rechts und links und oben auch. Na, nicht ganz schmal, okay? So breit wie Deine jetzige Hecke sollten sie schon werden dürfen.

Ich weiß, meine aktuelle Aufzählung der Pflanzen oben überfordert Dich jetzt. Aber lies Dich einfach unter Wildhecken ein!

Lieben Gruß
Mia

Schau mal: https://www.ecowoman.de/25-haus-garten/ ... nachhaltig
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.
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