Wachstum

Gemüse, Salate, Kräuter, Heilkräuter, Gewürze und Pilze
Mia
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Re: Wachstum

Beitrag von Mia » Di Okt 09, 2012 21:06

Hallo Kurt, :smile:
Kurt hat geschrieben:Danke für eure Mithilfe ich glaube auch an Stickstoffüberdüngung ist.
Aber wie bekomme ich es aus dem Gewächshaus?
Ich hatte es Dir weiter oben schon mal geschrieben:
Guck mal, ob Du nicht noch eine kleine Nährstoffanalyse nachschieben kannst. Und achte dabei auf den Stickstoff.

Wenn er zu hoch ist, kannst Du Dir mit Strohmulch helfen (wegen des hohen Kohlenstoffanteils "frisst" es übermäßigen Stickstoff), und unter den Obstbäumen kannst Dir zusätzlich das Anpflanzen von Malva neglecta, der Wegmalve, dienlich sein. Auch sie reichert sich stark mit Stickstoff an und nimmt ihn aus dem Boden. http://de.wikipedia.org/wiki/Weg-Malve
Im Herbst kommen die Malven auf den Kompost, und gut ist.
Einfaches Bauernstroh von jedem beliebigen Hof auf die Beete streuen und vor dem Winter einarbeiten! Im nächsten Frühjahr sollte der Stickstoffgehalt des Bodens dann okay sein. Oder, falls Du im Winter noch Kulturen hast, dazwischen Stroh auf den Boden legen als Mulch, etwas einhacken.
Die Wegmalve, ist genauso wie die Sonnenblume (Sehr gute Idee, Harald! hätte ich jetzt nicht drangedacht!), ein Stickstofffresser, bleibt aber deutlich kleiner.
Die Samen bekommst Du - ab dem Frühjahr - sicher wieder hier:
http://www.templiner-kraeutergarten.de/ ... io-saatgut

Vielleicht jetzt noch hier: http://www.celticgarden.de/product_info ... malve.html

oder hier: http://www.rewisa.at/index.php/uebersic ... g?letter=m

Lieben Gruß,
Mia

@ Harald: Echt, die Idee, mit Sonnenblumen Brennesseln zu vertreiben ist Spitze! Großes Kompliment! Jetzt weiß ich auch, wie ich ohne großes Bohei zu machen, gegen die Brennesseln in Nachbars Garten vorgehe! Sie bestellen den hintern Teil ihres Gartens seit langem nicht mehr, sensen nur mal in der Mitte, um einen alten Apfelbaum herum, den Unterwuchs ab. Einer dieser nie gepflegten Gartenränder grenzt aber direkt an unseren hohen, hölzernen Flechtzaun. Der ist ein guter Sichtschutz, so dass man die Brennesselhorden dahinter nicht sieht. Allerdings kriechen sie seit Jahren darunter hervor und ich muss sie ständig ausmachen. Jetzt wäre es doch wunderbar, wenn sich eine Menge Samen meiner schönen diesjährigen Sonnenblumen "zufällig" dort ausgestreut hätten? Meine lieben Nachbarn, die ich wirklich sehr schätze, wären das Brennesselproblem los - und ich auch!
Die alte Frau, die dort wohnt, kann nicht mehr - die würde die ja ausmachen! - und die jüngeren Leute, etwa in meinem Alter, haben von Tuten und Blasen keine Ahnung. Wenn ich die ansprechen würde, wie meine Mutter es früher oft tat, würden die die Brennesseln oberflächlich abreissen, die Wurzeln aber drinlassen. Sie hätten damit das Gefühl, ihrer Verpflichtung genüge getan zu haben, weil sie keine Ahnung haben, was ein Wurzelunkraut ist. Dann doch lieber, ganz im Guten, mit Sonnenblumen! Kann mir sogar vorstellen, dass Anne und Frank sich über die Zufallsaussaaat sehr freuen.

Zu Deiner Idee, Zeigerpflanzen für stickstoffarmen Boden zu suchen und den ggf. auszubuddeln und mit dem zu stickstoffreichen zu mischen:

Diese vier zeigen stickstoffarmen Boden an. Die Abbildungen dazu findet man, wenn man rechts im Kästchen der links auf "Allgemeine Angaben" clickt.

Ackerhornkraut
http://www.floraweb.de/pflanzenarten/oe ... uchnr=1431&

Sedum acre
http://www.floraweb.de/pflanzenarten/oe ... uchnr=5413&

Frühlings Hungerblümchen - Erophila Verna
http://www.floraweb.de/pflanzenarten/oe ... chnr=21715&

und Ziest - Stachys recta
http://www.floraweb.de/pflanzenarten/oe ... uchnr=5764&

Ich glaube aber, die besiedelten Böden der ersten drei Pflanzen sind so schlecht, dass man es nicht ernsthaft versuchen sollte.

Lieben Gruß Euch,
Mia
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Re: Wachstum

Beitrag von Harald@Biogaertner » Fr Okt 12, 2012 10:07

Hallo Mia und alle anderen,
Wenn er zu hoch ist, kannst Du Dir mit Strohmulch helfen (wegen des hohen Kohlenstoffanteils "frisst" es übermäßigen Stickstoff)
Dazu habe ich auch noch eine Frage: Ich habe Stroh übrig und ich wollte es verwenden, um den Garten über den Winter damit abzudecken. Nach Deiner Ausführung wäre das aber keine gute Idee, denn ich möchte den Stickstoff im Garten haben. Ich verstehe die Hintergründe nicht. Wo geht der Stickstoff denn dann hin? Das Stroh frisst den Stickstoff, aber das Stroh ist doch, wenn auch umgewandelt, immer noch im Garten, also müsste der Stickstoff doch auch noch im Garten sein. Oder wird er in etwas anderes umgewandelt? Und in was? Ich habe schon über das C/N-Verhältnis gelesen, aber ich habe es auch dort nicht richtig verstanden. Nachdem das Stroh von Bodenlebewesen zu Boden umgearbeitet wurde ist das doch Boden. Was hat der dann für Eigenschaften? Was macht der Kohlenstoff mit dem Stickstoff und was wird daraus?

Nebenbei: ich habe letztes Jahr in einem Buch von Frau Thun gelesen, dass die beste Art Äpfel über den Winter zu bringen sei, diese unterm Dach in Stroh einzupacken. 20 cm unter den Äpfeln und 20 cm darüber. Toll, hatte ich gedacht! Dann habe ich das Problem weg, dass Äpfel und Kartoffeln nicht im selben Keller sein sollten. Das Ergebnis war, dass ALLE Äpfel verfroren sind, wirklich toll, :smirk: Naja, 17 bis 20 Grad Minus und das 3 Wochen lang hat zwar die Schnecken reduziert, aber die Äpfel halt auch.
Vielleicht kann ich das Stroh dort einsetzen, wo ich nächstes Jahr Schwachzehrer anbaue.
Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, dass ich dieses Jahr erhebliche Probleme mit allen Kohlarten habe. Manche sind gar nicht gekommen, manche nur zögerlich. Werde die Kohle nächstes Jahr wohl doch voranziehen müssen, was ich aber unbedingt nicht wollte.
Ich habe letztes Jahr auch teilweise Stroh vor dem Winter ausgebracht. Ich habe noch ein paar Ballen, die nicht vom Biobauernhof sind und die wollte ich loswerden, weil man darauf keine Pilze anbauen kann.
Vielleicht hat das Stroh dem Kohl den Stickstoff weggenommen, anstatt es für ihn im Boden anzureichern.
Da fällt mir gerade ein, dass Sägemehl wohl der beste Stickstoffvernichter ist. Das wäre vielleicht auch eine Idee, den Stickstoff zu reduzieren. Das Gewächshaus sollte dann über den Winter oben offen sein können.
Ich habe letztes und dieses Jahr mein Sägemehl den Waldpflanzen Himbeere und Brombeere gegeben. Ich habe gehofft, dass die Brombeeren dann nicht so wahnsinnig schnell wachsen. Sie sind trotzdem abgegangen wie die Feuerwehr nur Himbeenen hat es dieses Jahr nicht so viele gegeben :smirk:
Im Herbst kommen die Malven auf den Kompost, und gut ist.
Ich nehme an, dass auch andere Malven als Stickstofffresser dienen??
Quirlmalven (nicht geeignet als Gewächshauspflanze, 2,5m hoch; da ist die Wegmalve schon die richtige) werden aber als Gründüngung angeboten, hmm.
Was machen die Stickstofffresser auf dem Kompost? Geben die den Stickstoff dort wieder ab? Oder wie beeinflussen die den Kompost?

Ein Haufen Fragen, hmm.
Ich wäre ja schon ganz froh, wenn wenigstens die mit dem Stickstoff"fressen" für Laien zu erklänen wäre, also ohne Chemiekenntnisse.

Liebe Grüße
Harald
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Re: Wachstum

Beitrag von Mia » Fr Okt 12, 2012 19:23

Hallo Harald, :smile:

ich versuche mal eine Erklärung auf Deine Stickstofffrage:

Bakterien und andere Winzlebewesen setzen ja organische Substanzen wie Gründung oder Stroh oder alles was in den Komposter, bzw.auf/in den Boden kommt, in neue Erde um. Dazu brauchen sie Nährstoffe wie Kohlenstoff und Stickstoff, um ihr Leben aufrecht zu erhalten.

Ist das Verhältnis beider Substanzen ausgegeglichen, verläuft die Rotte rasch. Ist aber viel mehr Kohlenstoff in ihrer Nahrung vorhanden als Stickstoff - zum Beispiel beim Einbringen von Stroh - müssen sich die Bakterien den Stickstoff, den sie zur optimalen Verwandlung der Stoffe brauchen, aus dem vorhandenen Boden "ausleihen". Bedeutet: um das Überangebot an Kohlenstoff umzusetzen, entziehen sie dem Boden - vorübergehend - Stickstoff. Nach Beendigung ihrer Arbeit kommt aber sowohl der "entliehene" Stickstoff, als auch der aus dem Stroh gewonnene Stickstoff in den Boden zurück.

In der Praxis bedeutet das: Gibt man ordentlich Stroh oder Sägespäne oder Pflanzen, die bereits Samen getragen haben, in die Erde (untergraben/einharken), sollte man entsprechend viel Mist oder anderes stark stickstoffhaltige Zeug dazu tun, um die Bakterien zu füttern, damit die Rotte planmäßig verläuft. Tut man es nicht, muss man sich auf eine Wartezeit bis zu zwei Jahren gefasst machen, bis der Boden den entliehenen Stickstoff wieder hat, wie auch den neu gewonnenen Stickstoff aus dem ursprünglich stickstoffarmen Material.

Also frisst nicht das Stroh den Stickstoff, das ist nur eine vereinfachende Erklärung, sondern die Bakterien entziehen den Stickstoff dem Boden, um das Stroh überhaupt umsetzen zu können. Nach zwei Jahren ist der Boden dann zwar wieder stickstoffreicher, aber nicht viel mehr, als er es vor der Strohgabe war. Die darauf wachsenden Pflanzen entziehen ja auch noch mal Stickstoff. Folglich wird der Stickstoffgehalt des Bodens auf diese Weise reduziert.
Nimmt man jetzt das oberflächlich eingeharkte Stroh nach einen halben Jahr weg (und kompostiert es anderswo),
wird der Stickstoffgehalt sehr deutlich reduziert.

Die Bodenlebewesen brauchen ein Verhältnis von etwa 25-30 Teilen Kohlenstoff zu einem Teil Stickstoff, um gut und rasch arbeiten zu können. Alle Angaben in den Tabellen beziehen sich also immer auf die Kohlenstoffmenge zu einem Teil Stickstoff.
Zum Beispiel: Rasenschnitt 12 ---- (= 12 x Kohlenstoff zu 1x Stickstoff)
Stroh 150 --- (=150 x Kohlenstoff zu 1x Stickstoff)
Daraus ergibt sich auch, dass wir zu Rasenschnitt immer auch Trockenmasse mit höherem Kohlenstoffgehalt in den Komposter geben. Na, und beim Stroh fehlt dann eben der Stickstoff!

Zuletzt, wenn es umgewandelt wurde, gibt das Stroh auch Stickstoff ab, aber die Zeit bis dahin ist relativ lange, und unterwegs wird viel von dem, was an Stickstoff vorhanden ist, von Pflanzen aufgezehrt.
Jetzt ist es klar, oder?

Du solltst dem Kohlbbeet jetzt Mist geben, ja?

Dass Deine Brombeere trotz des Sägemehls gediehen, mag daran liegen, dass die Bakterien es noch gar nicht recht angegangen haben, weil sie nicht genügend Stickstoff dazu hatten. Dann liegt es da - sozusagen nur unten anverdaut - und macht erstmal gar nichts.

Frau Thun hat vielleicht einen normalen Ort gemeint, die Äpfel in Stroh zu packen, nicht einen, der starke Minusgrade aufweist?

Manche Malven sammeln Stickstoff, sollten dann aber nicht mehr gegessen werden, weil sie zuviel Stickstoff in Nitrat umwandeln. Sie können sicher gut als Gründünger vor der Blüte eingegraben werden, denn einmal sammeln sie den Stickstoff aus dem Boden, und liefern als grüne, junge Pflanze noch welchen hinzu. Mit Sicherheit sind sie aber nicht so effektiv wie Leguminosen, deren Knöllchenbaktereien selber Stickstoff bilden können.

Was passiert jetzt, wenn man die stickstoffreichen Malven auf den Kompost gibt, oder sie eingräbt? Das hängt von ihrem Alter ab. Sind sie jung und frisch, geben sie den Stickstoff sofort ab. Werden sie nach der Blüte/Samenbildung schon fast als Stroh geerntet, ist der Kohlenstoffanteil auch wieder höher und sie geben ihren Stickstoff nur zögerlich ab. Trotzdem entziehen sie dem Boden, wie Malva neglecta, solange sie ihn brauchen, ein Stück des Stickstoffs. Den brauchen sie auch während der Blüte, denn sie packen ihn in die Blüten und Samen. Wenn ich also ein Beet stickstoffärmer machen will, lasse ich sie stehen bis sie sich voll gesogen haben, und danach tue sie auf den Kompost.
Will ich aber diese Fähigkeit nur etwas ausnutzen, und möglichst schnell möglichst viel Stickstoff im Kompost haben, wandern sie vor der Blüte da rein.


Lieben Gruß,
Mia
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Re: Wachstum

Beitrag von Harald@Biogaertner » Fr Okt 12, 2012 19:44

Liebe Mia :smile:
herzlichen Dank für die tollen Erklärungen. Werde sie wohl noch ein paar mal lesen müssen. Aber endlich entstehen in mir Bilder, wie das alles zu sehen ist.

:daumen:

liebe Grüße
Harald
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Re: Wachstum

Beitrag von Wasnun » Fr Okt 12, 2012 20:04

Hallo Mia,

Gratulation zu dieser Erklärung.

Ich möchte kurz noch hinzufügen, dass man den Bakeriellen Stickstoffverbrauch auch "veratmen" nennt und das Abfallprodukt dieser Veratumg ist wiederum Wasser.
in bester Absicht, euer Wasnun

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Re: Wachstum

Beitrag von Mia » Fr Okt 12, 2012 22:32

Das erklär' jetzt aber mal genauer, Wasnun! :wink: :smile:
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Re: Wachstum

Beitrag von Wasnun » Sa Okt 13, 2012 06:44

Moin Mia,

ich hab Dich auch lieb :lorl:

Was bitte will ich erklären was ich selbst nur zu einem Bruchteil verstehe? Goggle ist hier der bessere Ansprechpartner, allerdings sind hier die Erklärungen alle mit Chemie verbunden und wer mag sich schon damit rumplagen. Wer sich nun einlesen möchte der kann gerne mal hier anfangen und anhand von interessanten Schlagwörtern weiter googln.
http://hypersoil.uni-muenster.de/0/05/1 ... fkreislauf

Ich kann jetzt nur sagen, dass es mir bedeutend leichter gefallen ist Humus zu verstehen, als ich mich sehr lange mit dem C/N Verhältnis auseinandergesetzt habe. Hat man das C/N Verhältnis in den Ansätzen verstanden, betrachtet man den Kompost und die benötigten Bodenbewohner mit anderen Augen.

Kurz noch zum Stroh:
Stroh als Winterabdeckung (Mulch) ist recht harmlos wenn es um Stickstoff geht, es finden ja kaum oder keine Zersetzungsprozesse statt. Erst wenn die Temperaturen ansteigen und die Bodenlebewesen Ihre Arbeit verrichten wird Stickstoff verarbeitet. Es empfiehlt sich deshalb dieses Stroh zu entfernen und zu kompostieren oder einzugraben. In beiden Fällen ist es hilfreich, wenn man Stickstoff in Form von Hornspähnen, noch besser Hornmehl hinzufügt. Ein weiterer guter Stickstofflieferant sind Haare jeglicher Art. Meine ausgekämmten Hundehaare zB. landen alle im Komposter.
in bester Absicht, euer Wasnun

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Re: Wachstum

Beitrag von Harald@Biogaertner » Mi Okt 31, 2012 15:52

Hallo Mia, ich musste da jetzt einfach nochmal schreiben.
Mia hat geschrieben: Also frisst nicht das Stroh den Stickstoff, das ist nur eine vereinfachende Erklärung
Ach was :lorl:
Folglich wird der Stickstoffgehalt des Bodens auf diese Weise reduziert.
Nimmt man jetzt das oberflächlich eingeharkte Stroh nach einen halben Jahr weg (und kompostiert es anderswo),
wird der Stickstoffgehalt sehr deutlich reduziert.
So langsam schwant mir manches und ich ziehe das Genick ein, wenn ich nur an manche Stellen im Garten denke :!:
Jetzt ist es klar, oder?

Du solltst dem Kohlbbeet jetzt Mist geben, ja?
Die Stelle ist so geil :lorl:
Als ich die erste Frage das erste Mal gelesen hatte, dachte ich: Ja klar ist das klar, Du hast ja schließlich alles doppelt erzählt.
Und dann kommt die "AusrufeFrage" Und dann stehst Du da wie ein Idiot und denkst: da wär ich jetzt nicht draufgekommen. :lorl:
Naja bin auch Vegetarier, da fällt einem nicht gleich immer der Mist ein.
Was passiert jetzt, wenn man die stickstoffreichen Malven auf den Kompost gibt, oder sie eingräbt? Das hängt von ihrem Alter ab. Sind sie jung und frisch, geben sie den Stickstoff sofort ab. Werden sie nach der Blüte/Samenbildung schon fast als Stroh geerntet, ist der Kohlenstoffanteil auch wieder höher und sie geben ihren Stickstoff nur zögerlich ab. Trotzdem entziehen sie dem Boden, wie Malva neglecta, solange sie ihn brauchen, ein Stück des Stickstoffs. Den brauchen sie auch während der Blüte, denn sie packen ihn in die Blüten und Samen. Wenn ich also ein Beet stickstoffärmer machen will, lasse ich sie stehen bis sie sich voll gesogen haben, und danach tue sie auf den Kompost.
Will ich aber diese Fähigkeit nur etwas ausnutzen, und möglichst schnell möglichst viel Stickstoff im Kompost haben, wandern sie vor der Blüte da rein.
Diese Erklärung hat mir richtig viel gebracht! Ich habe aus dem Verständnis heraus, das ich Deinem Beitrag verdanke, meine im Herbst angesetzte Brennesseljauche auf den Kompost geleert, anstatt sie zu verkaufen. Ich habe nämlich die Idee aus "Scheiße Geld zu machen", :doh: indem ich ab nächstem Jahr Brennesseljauche, Beinwelljauche und später auch Ringelblumenjauche im 5 Liter-Kanistern verkaufen will. Dazu hatte ich im Herbst noch Brennnesseln (kleine und alte holzige) angesetzt, damit ich auch früh genug "was dô hab'" wenn evtl. Leute kommen. Da ich aber nur beste Ware liefern will, habe ich die Jauche jetzt auf den Kompost geleert.
Auch das Verständnis für Deine Beiträge mit den Nachtkerzen, oder Violen wie Du Sie nanntest :lorl: , ist jetzt gestiegen. Das mit dem sich veschiebenden Stickstoffpegel während der Lebensphasen der Pflanzen war mir halt einfach nicht klar.

Als danke nochmals Mia

Einen lieben Gruß
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Re: Wachstum

Beitrag von Mia » Mi Okt 31, 2012 22:50

Es freut mich sehr, dass ich Dir helfen konnte, Harald! :smile:

Und so lernen wir voneinander! - Ich von Dir ja auch!
Gut, dass Du die alte Brennesseljauche weggeschüttet hast! Nächstes Jahr nimmst Du dann nur ganz frische, stickstoffreiche Triebe! Ich kann mir gut vorstellen, dass sich sehr gute Jauchen von Dir auch sehr gut verkaufen werden! - Du denkst doch aber dran, dass Du den Käufern klarmachen musst, wie extrem stark sie Dein Konzentrat verdünnen müssen???? Damit an den Pflanzen nix "anbrennt"?
Ich würde da echt kleine Folien drucken und auf die Kanister aufkleben, damit sie die Jauchen nicht zu konzentriert verwenden. Oder zumindest deutlich gelbe oder rote Beipackzettel dranhängen!

Alles Liebe,
Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

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