Insektensterben

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Re: Insektensterben

Beitragvon lisa_dik » Di Okt 31, 2017 12:24

HeikeMareike hat geschrieben:
eulerin hat geschrieben:Es gibt kaum noch Hausspatzen hier oder Gartenrotschwänze.

Wie sieht es bei euch aus ?

Eulerin


Ich habe jetzt in einer Doku gesehen, dass die Spatzen stark zurückgegangen sind. Von über 15 Millionen auf irgendwas bei 5 Millionen. Hätte nicht gedacht, dass so ein präsenter Vogel, so stark zurückgehen kann. Er ist zwar deshalb noch nicht bedroht, aber es macht schon nachdenklich, vor allem, wie es dann um die weniger häufigen Vögel aussieht.
Bei Spatz wurde übrigens auch das Füttern mit Weißbrot durch den Menschen als Ursache angegeben. Vor allem wohl an Bahnhöfen :doh:



Ich hole das Thema mal hoch, da ja aktuell eine Studie dazu umging. Was könnte man denn da tun als einfacher Bürger um den Insekten zu helfen? Da bahnt sich eine Katastrophe an!
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Re: Insektensterben

Beitragvon Mia » Di Okt 31, 2017 15:02

Mich beschäftigt das Thema auch, wobei es bei uns dieses Jahr etwas besser ist. Letztes Jahr waren kaum Singvögel in meinem Garten!
Sogar die Sonnenblumensamen blieben den Winter über an den Pflanzen stecken, weil kein Vogel da war, der sie futterte. Jetzt ist es besser. Es waren im Frühjahr Rotschwänzchen da, Stare, Schwalben, ein Amselpärchen, Spatzen, und aktuell werden die Sonnenblumen vom letzten Jahr ( die ich schließlich trocken aufbewahrte) von Meisen und Spatzen gefressen.

Ich denke, für die Insekten sollte man so viel wie möglich blühende Pflanzen anbauen, die Insekten nähren können.
Hier ist ein guter link dazu, in dem im Prinzip alles drinsteht: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourc ... 22629.html

Sehr wichtig finde ich persönlich "wilde Ecken " im Garten, die nicht gejätet, gemäht oder gesenst werden, damit darin die kleinen Viecher überleben können. Ebenso wichtig finde ich eine Laubabdeckung im Winter, auch darin nisten Insektenlarven, die dann im Frühjahr schlüpfen. Alte Stängel von Stauden sollten über den Winter stehenbleiben, auch sie bieten ein Zuhause und im Frühjahr sogar erste Nahrung. Die kleinen Schlüpflinge werden sicher etwas finden, was ihnen die ersten Tage weiterhilft, und wenn sie nur ihre Eihäute und leckere Spinnweben aufputzen. Auch Weinbergschnecken und die hübschen Schnirkelschnecken raspeln im Frühjahr alte Stängel gerne ab. Man sollte sie auch im Frühjahr nicht komplett wegwerfen, sondern irgendwo in einer Ecke lagern... ebenso wie das restliche Laub von den Beeten.

Gut ist mit Sicherheit, sich ein paar Angel- oder Kompostwürmer zu kaufen, mit winterlichem Laub auf den Beeten und im Sommer Mulch, finden sie genug Nahrung. Bei ihrer Zersetzungsarbeit ziehen sie gleichzeitig andere Tiere an, wie Asseln, Spinnen, Hundertfüßler, die wiederum den Vögeln als Nahrung dienen.

Und dann werde ich etwas ganz Unorthodoxes für meine Gartenvögel tun: Ich werde Eimer und Gefäße mit Wasser stehenlassen, damit sich Mücken darin ansiedeln können. So trage ich dazu bei, dass 'meine' Gartenvögel ihre Jungen im Frühjahr ernähren können, denn all diesen Vögeljungen ist gemein, dass sie noch keine Körner fressen. Sie brauchen das Futter aus Insekten, um zu überleben. Und mir ist es wurscht, ob da nun Mücken sind oder nicht.
Die Gefäße werde ich aber mit Kaninchendraht abdecken, oder dicke Steine als "Ausstieg" reinlegen, damit keine Vögel oder Mäuse darin ertrinken können.

Ich liebäugele auch mit einem Insektenhotel. Ich weiß aber inzwischen, dass die meisten gekauften zwar recht hübsch, aber völlig ungeeignet sind. Ich habe mich etwas damit beschäftigt, und es ist doch eine ziemlich genaue Arbeit, so ein Ding RICHTIG zu bauen.
Außerdem habe ich keinen Platz um Anhängen, wo ich es nach Süden ausrichten könnte, ich müsste dann erst wieder irgendwas bauen und im Boden sicher verankern, also wird dieses Projekt wohl für mich entfallen.

Für heute einen lieben Gruß,
Mia
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Re: Insektensterben

Beitragvon Miniii » Do Nov 16, 2017 17:19

Das ist schon echt tragisch wenn die Menschen den Tieren eigentlich was gutes tun wollen aber ihnen eher schaden. Da hilft wohl nur weitere Aufklärung
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Re: Insektensterben

Beitragvon Mr.Gentle » Do Okt 11, 2018 21:27

Denke nicht, dass das Insektensterben - so wie es heute in den Medien thematisiert wird - ein vollkommen neues Phänomen ist, sondern vielmehr erst jetzt so richtig in den Fokus der Gesellschaft gerückt ist, dadurch, dass man sich insbesondere in den letzten zwei Jahren wissenschaftlich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat (Früher gab es nicht so eine Fülle an Studien).

Auch schon vor einigen Jahren, wo die Studienlage noch lange nicht so breitgefächert vorlag, gab es meines Erachtens ein starkes Zurückgehen diverser einheimischer Insekten.

Blos, da ist es den meisten nicht aufgefallen, da sie sich nicht damit befasst haben. Und selektive Wahrnehmung spielt nun mal immer im Alltagsgeschehen von Menschen eine sehr große Rolle.
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