Tipps und Fachwissen beim Züchten des Lucky Bambus gesucht

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Tipps und Fachwissen beim Züchten des Lucky Bambus gesucht

Beitragvon ANONYMUS » Fr Mär 03, 2017 20:40

Aus einer spontanen Idee heraus (entstanden aus einen Kunstfehler beim teilen des Glücksbambus, dazu später) habe ich mir überlegt, ob es möglich wäre meinen Lucky-Bambus fäulnisresistenter zu machen
(durch gezielt schlechte Haltung, dazu später). Gedacht ist das ganze als kleines Privathobby für meinen zimmer-drachenbaum, den ich mir vor zwei wochen angeschafft habe.

Ganz von Vorne: Da die Enden des Bambus zwecks Verschönerung mit Wachs versiegelt waren und ich gerade das Vermehren von Lucky Bambus als Hobby ausüben wollte, schnitt ich die versiegelten Enden des Bambus ab und legte die jetzt etwas kürzeren Stämme in Wasser ein (4/5 unter Wasser) (was offensichtlich schon falsch war, da Messer nicht desinfiziert und keine halbtägige Pause eingelegt).
Nach einer Woche waren 1/2 der 16 Stämme (alle um die 8 cm lang) verfault gelb, zwei davon übel riechend, 1/4 gelb-grün und 1/4 normal grün. Kurze Bildersuche ergab Fäulnis, vermutlich durch oben genannte Fehler, die Tatsache das alle Stämme im selben Glass eingezwängt waren hat vielleicht auch was damit zu tun (Übertragung der Keime, sofern Fäulnis durch Keime ausgelöst). Habe jetzt alle Stämme Interessenhalber in Seramis vergraben (leichte seramisschicht, Blätter sofern nicht abgefallen zeigen heraus), um zu überprüfen wie viele noch überlebt haben.

Jetzt erstmal die generelle Frage: Sind das alle Fehler die ich gemacht habe, wodurch Fäulnis ausgelöst werden könnte?

Und die Thema-Frage: Kann ich den Lucky-Bambus Fäulnisresistenter machen? Bei meinem eher missglückten ErstVersuch blieben ja 1/4 meines Bambus komplett gesund, schätzungshalber aufgrund höherer Fäulnisresistenz? Könnte ich in dem Fall die Fehler beim nächsten Schneiden gezielt wiederholen, um nur die Überlebenden Resistenteren Stämme zu erhalten, meinen Bambus also auf diese Art resistenter machen?
Mir fällt natürlich selber auf, das ich hierbei immer dieselben Mutterstämme nutze, vom Ursprungbambus, und somit Gefahr laufe keine "Genetische Vielfalt" (Biologie 2 Klasse?) zu erhalten, oder irre ich mich hier? Kniffligerweise scheint der Einzige Weg zur Vermehrung von Lucky-Bambus das Trennen des Grundstammes oder eines Auswuchs zu sein, womit Genmaterial auch in der Natur nur vom Mutterstamm stammen kann.

Also: Fäulnisresistenz durch gezielt schlechte vermehrung erhöhen, Gen-Vielfalt gewährleisten, anderes Know-How?
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Re: Tipps und Fachwissen beim Züchten des Lucky Bambus gesucht

Beitragvon Mia » Sa Mär 04, 2017 00:43

Hallo Anonymus, :smile:

ich will versuchen, auf Deine einzelnen Fragen einzugehen.
Anonymus hat geschrieben:...die generelle Frage: Sind das alle Fehler die ich gemacht habe, wodurch Fäulnis ausgelöst werden könnte?

Ja. Du solltest das möglichst scharfe Messer wirklich desinfizieren ( eine Zeit in kochendes Wasser halten, z.B.) , und nach jedem Schnitt in jeden Bambus erneut. Koche auch das Gefäß, worin sie stehen sollen am besten aus, oder gieße zumindest eine Zeitlang kochendes oder sehr heißes Wasser rein. Nimm am besten destilliertes Wasser, um die Pflanzen darin zu bewurzeln, nimm auch Regenwasser, was Du vorher einen Tag draussen stehen lässt, Wasser aus dem Hahn koche zumindest vorher ab oder lass es durch einen Wasserfilter laufen. Dann: Nimm für viele Stängel möglichst viele Gefäße. Falls es in einem gammelt, sind zumindest die anderen nicht
gefährdet. Lass die Schnittflächen der Stängel ruhig einige Stunden ( einen halben Tag) vorher abtrocknen, bevor Du sie in Wasser stellst. Es reicht, wenn die Stängel unten nur 4/5 Zentimeter in Wasser stehen. Je höher das Wasser steht, um so mehr Angriffsfläche haben Bakterien am ganzen Stiel.
Aber wenn Du so sehr sauber vorgeht, sollte das schon was werden.

Anonymus hat geschrieben:Thema-Frage: Kann ich den Lucky-Bambus Fäulnisresistenter machen?

Nein! Wenn erstmal Bakterien/ schädliche Keime im Gefäß gelandet sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis alle Stängel eingehen. Dass jetzt einige überlebt haben, ist rein dem Zufall geschuldet. Vielleicht hast Du Glück und jetzt bewurzeln einige dennoch in dem Semiramiszeug. Musst Du gucken was wird, sonst mach einen neuen Versuch.

Also, die, die bis jetzt überlebt haben, sind nicht wirklich härter oder fäulnistoleranter, es ist Zufall. Vielleicht weil der Schnitt geringfügig anderes war, vielleicht weil ein Vegetationsknoten in der Nähe der Schnittfläche lag und der den Erregern besser den Eintritt verweigern konnte. Du bekommst dadurch jedenfalls keine resistenteren Pflanzen, denn tatsächlich vermehrst Du ja bei jedem Schnittling das selbe Genmaterial.

Die Vermehrung geht wirklich am besten über Sauberkeit. Aber ein Tipp: Es ist ja bald Ostern. Da gibt es bald immer wieder diese leicht kringeligen, dünnen, Weidenzweige zu kaufen. (Kannst auch gucken, ob Du die frisch draußen irgendwo schneiden kannst.) Stell einen solchen Weidenzweig jeweils mit in das Bewurzelungsgefäß. Weiden sondern natürliche Salicylsäure ab, also sowas wie Aspirin. Das hemmt die die Verbreitung von Bakterien.

Gutes Gelingen Dir!
Das war mein Beitrag zu diesem Thema, und nun schreibe ich etwas zu Schimmel.

Lieben Gruß,
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Re: Tipps und Fachwissen beim Züchten des Lucky Bambus gesucht

Beitragvon ANONYMUS » Sa Mär 04, 2017 17:48

Also war mein überlebender Bambus nicht resistenter, sondern einfach "glücklicher"? Wird seinen Namen (Lucky Bambus) wohl gerecht... :wink:

Bin jetzt aber interessiert, welche theoretischen möglichkeiten gäbe es, Lucky Bambus resistenter zu machen?
Wäre der mehraufwand vertretbar, bzw keine Gewächshausaufgabe?
Und wie funktioniert es in der Natur, immerhin vermehrt man Lucky Bambus durch Teilen?

Das wärs dann aber auch schon.
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Re: Tipps und Fachwissen beim Züchten des Lucky Bambus gesucht

Beitragvon Mia » So Mär 05, 2017 02:19

Hallo Anonymus! :smile:

Dein Bambus wächst im Tropenwald, wird dort groß, hat dort die richtigen Insekten, die ihn bestäuben, er bildet Früchte und Samen aus. Und dadurch vermehrt er sich - ganz von selber - in der Natur.
Wenn Du eine restistentere Gruppe gegen Fäulnis züchten willst, solltest Du auf Samen zurückgreifen und ausgehend von diesen Keimlingen über Jahre die besten aussortieren. Vielleicht auch mal immer wieder andere, die sich als gut erwiesen haben, einkreuzen... Dazu müsstest Du seinen Tropenurwald imitieren können, die richtige Erde finden, das richtige Licht...
Und ich weiß nicht, wie hoch er werden muss, bis er überhaupt das erste Mal überhaupt blüht und Samen ansetzt.

LG
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