Alpenveilchen

Zimmerpflanzen und Sukkulenten

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Alpenveilchen

Beitragvon Carolyn » Mo Jun 06, 2016 09:54

Ich bin (war) eigentlich kein Fan von Alpenveilchen. Nichtsdestotrotz haben wir letztes Jahr etwa im September sieben Stück gekauft als Grabbepflanzung (ein Restposten, lauter verschiedene Farben, nicht frosthart), da die Sommerbepflanzung schon unansehnlich war, es für die Winterbepflanzung mit Allerheiligengesteck jedoch noch zu früh war. Als es dann Zeit war, sie dort wieder wegzunehmen habe ich gesehen, dass sie gerade Unmengen von Knospen angesetzt haben. Also habe ich sie alle zusammen in eine große Schale gepflanzt und hell und frostfrei überwintert. Bis ins Frühjahr hinein haben sie durchgeblüht.

Vor knapp zwei Monaten haben sie abgeblüht und bekamen seither immer mehr braune Blätter, also dachte ich, ok, jetzt fangen sie doch an einzuziehen. Denn immerhin soviel weiß ich über Alpenveilchen, dass sie zwischendurch einziehen und dann wie Amaryllis komplett neu austreiben. Eigentlich. Gestern habe ich die Schale dann von vorne vor dem Haus weggestellt, ein wenig besser außer Sicht, weil sie momentan ja nicht soo sehr schmückt (und da andere Töpfe hin sollten). Dabei habe ich sie auch wieder ausgeputzt. Und was sehe ich beim Auszupfen? Etwa die Hälfte der Pflanzen ziehen nicht etwa ein, sie sind nur sozusagen in der Mauser! Unter dem dünner werdenden alten Laub ist ein dichter Teppich aus kleinen Blättern! Ob es die anderen Pflanzen genauso machen werden wird sich zeigen, ich vermute ja.

Ich werde sie jetzt also erst recht düngen und ganz normal weiter gießen, aber wer kennt sich mit Alpenveilchen aus, wie sollte das (zeitlich und pflegetechnisch) eigentlich laufen? Wo/Wann habe ich einen "Fehler" gemacht, dass sie nicht einziehen sondern "durchziehen"? Verausgaben sie sich so nicht zu sehr und kommen dann nicht zur Blüte? Wann ist der Zeitpunkt gekommen, sie in frische Erde und evtl. auch wieder raus aus der Schale und in eigene Töpfe zu setzen , damit ich sie dann später wieder einzeln einpflanzen kann (evtl. ja auch im Herbst wieder auf eines der Gräber)?

Jemand hier im Forum verwendet(e) es als Signatur: Manche Pflanzen verhalten sich, als hätten sie die einschlägige Literatur nicht gelesen. Meine Alpenveilchen offenbar auch. :roll: :lol:
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Re: Alpenveilchen

Beitragvon Mia » Mo Jun 06, 2016 18:00

Also, ich muss ehrlich sagen, ich habe in diesem Thema keine Ahnung --- nur ein bisschen.
Und dieses bisschen heißt: die gezüchteten Alpenveilchen ziehen überhaupt nicht ein, die wachsen durch! Sie halten aber eine leichte Ruhezeit.
Ich versuche jetzt mal im Kopf alles zusammen zu kramen, was an Wissen noch da ist, das letzte Mal habe ich mich, glaube ich, vor 30 Jahren mit Alpenveilchen beschäftigt... als ich eines hatte, das total krumm geraten war und mir als Zeichenobjekt diente. Aber meine Mutter hatte natürlich STÄNDIG Alpenveilchen! Darüber ist auch noch was bei mir hängengeblieben.

Alpenveilchen ist eine Zimmerpflanze für kühle und helle Räume. Das Substrat soll ( glaube ich) leicht sauer sein, in jedem Fall OHNE viel Kalk und humos. Auch Kompost ist , glaube ich, nicht gut, er kann Salze enthalten, die den Pflanzen schaden. Sie sollen immer über den Untersetzer gegossen werden, da Knolle und Blätter- und Blütenansätze sonst von Grauschimmel befallen werden können.
Welke Blätter, faulige Blätter und Knospen sollen sofort entfernt werden. ( Ich glaube, meine Mutter drehte die irgendwie immer raus.)
Will man sie jahrelang erhalten - auch am blühen erhalten - soll man flüssig düngen. Die eingeschaltete Ruhezeit im Spätwinter darf nicht so streng sein, dass die Ballen völlig austrocknen. Zeigt sich der Neuaustrieb, soll man in frisches, humoses Substrat umtopfen und wieder regelmäßig düngen und gießen.

Lieben Gruß,
Mia
Zuletzt geändert von Mia am Di Jun 07, 2016 02:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alpenveilchen

Beitragvon Carolyn » Mo Jun 06, 2016 18:51

Mia hat geschrieben:Und dieses bisschen heißt: die gezüchteten Alpenveilchen ziehen überhaupt nicht ein, die wachsen durch! Sie halten aber eine leichte Ruhezeit.

Na, das würde ja dann ziemlich genau passen. Denn deutlich lichter ist das Blattwerk jetzt.

- Kühl und hell weiß ich auch noch, Heizungsluft ist im Winter der Tod für sie. Auch deswegen hatte ich sie ja zu den anderen Überwinterern in den alten Stall gestellt, ans Fenster. Auch wenn ich dort nur beim Gießen etwas von der Blüte hatte. :lol:
- Gepflanzt sind sie in 0815-Blumenerde. Ob die Graberde oder die ursprüngliche Erde in den Töpfen leicht sauer war weiß ich nicht. Eine Handvoll alte Tannennadeln unter die zukünftige Blumenerde mischen? :nachdenk: Muss ich nur dran denken.
- Gegossen werden sie von oben aber möglichst neben die Knolle, nicht drauf. (Bei den Amaryllen ist es ja ähnlich, wobei sich da noch Feuchtigkeit zwischen den Zwiebelschalen halten könnte.) Kann ich auch nicht ändern, solange sie in der Schale sind. Vielleicht hat es ja geholfen, dass sie draußen stehen/standen, so dass der Wind durch konnte und sie getrocknet hat. Und die Knollen schauen relativ weit aus der Erde raus, hat sich so ergeben beim Setzen.
- Ausputzen tue ich sie grundsätzlich fleißig, "Pflanzenhygiene" ist mir wichtig. Ja, einige Knospen und Blätter waren faulig, damit sich das nicht ausbreitet pfriemle ich das immer so sorgfältig als möglich raus (bei allen Pflanzen). Wenn ich also noch vorsichtiger neben die Knolle gieße (oder eben von unten) müsste das besser sein. :nachdenk:
- Blätter & Co werden übrigens rausge"rissen" (eher mit Nachdruck gezogen), sie brechen dann direkt an der Knolle ab, ist wohl eine Sollbruchstelle. Manchmal (selten) geht dann allerdings auch mehr ab als man will... DAS wusste ich auch noch von irgendwoher. :lol: Stielreste neigen nämlich zum Faulen.
- Düngen wollte ich jetzt dann mit Brennesseljauche, im Frühjahr hatte ich rund um die Knollen Düngerstäbchen verteilt (wie bei allen anderen Zimmerpflanzen auch). Anscheinend war die Erde feucht und leitfähig genug, dass es funktioniert hat.
- Da mir Pflanzen im Winterquartier auch schon ersoffen sind habe ich ganz gut darauf geachtet, sie nicht zu übergießen. Solange sie so viele Blätter haben käme ich nicht auf die Idee, sie ganz austrocknen zu lassen. Obwohl ich das bei den Amaryllen ja auch tue. *g* Soviel zur Logik...

Die "leichte Ruhezeit" scheint dann jetzt wohl vorbei zu sein und ich werde sie bei Gelegenheit mal umtopfen. Gedüngt wurden sie den Winter über nicht, erst im April (?), als ich sie "rausgeschmissen" habe. Vielleicht hat das ja als Ruhezeit gereicht, auch wenn sie da noch geblüht haben. Jedenfalls scheine ich nicht allzuviel verkehrt gemacht zu haben. :grin: Der Schlüssel zum Verständnis ist für mich aber tatsächlich, dass sie nicht wirklich einziehen. Ob bzw. wie stark (und wann) sie dann blühen wird sich ja zeigen.

Danke, Mia!
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Re: Alpenveilchen

Beitragvon Mia » Di Jun 07, 2016 02:35

Gib lieber keine Brennesseljauche, sondern einen ganz normalen Zierpflanzendünger.
Brennesseljauche könnte für sie zu stickstofflastig sein.
Tannemnadeln brauchste , glaube ich, nicht rein mischen, 0815 Erde aus der Tüte reicht! Nur sie halt nicht in den dicken, kalkhaltigen Lehm aus dem Gemüsebeet eintopfen. :wink:

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Re: Alpenveilchen

Beitragvon Carolyn » Di Jun 07, 2016 09:24

Gekauften Flüssigdünger müsste ich noch haben, auch wenn ich den kaum verwende ("nur im Notfall"). Heißt also nur dran denken, sie extra zu behandeln. *g*
Erde aus dem Beet verwende ich eigentlich nie, das ist mir zu aufwändig. Ausnahmen sind maximal Jungsträucher, die ich nicht verwöhnen will, weil sie wieder in derartige Erde sollen.
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