Hi Thohomas,
wow, was für ein Glück, dass Du noch rechtzeitig heimgekommen bist!
Aber mit den verschiedenfarbigen Marienkäfern, das ist mir auch passiert, und da habe ich auch gestaunt - obwohl es bei mir eigentlich weniger Grund zur Verwunderung gab.
Und zwar wächst im Garten meiner Mutter eine Distel. Erst zeigte sie sich als hübsche Rosette neben dem Pfirsichbaum, und die habe ich stehen lassen, weil sie eben hübsch aussah. Jetzt ist Mutter seit Mai im Heim und ich fahre nur alle zwei Wochen zum Rasenmähen und Unkrautjäten zu ihrem Haus. Naja, nach 4 Wochen war das Ding schon 90 cm hoch und ich hab's stehenlassen, aus Interesse, wie es blühen würde und welche Falter und Insekten es anlocken könnte. Hatte auch mal was über Distelfinken gelesen, dachte, holla, DIESES Exemplar wäre doch wirklich was für sie!
So sieht es aus:
http://calphotos.berkeley.edu/cgi/img_q ... +0747+0084Allerdings ist die Gemeine Kratzdistel auf diesem Foto ein armes Waisenkind im Vergleich zu meiner. Meine ist inzwischen 1,80 hoch und hat den 5jährigen Pfirsichbaum überwuchert. Distelfinken waren auch keine da, dafür samte sie schon gewaltig aus. Aus Rücksicht auf die Nachbarn, beschloss ich vor drei Wochen (das Ding steht gut sichtbar im Vorgarten), einige blühende Triebe abzukneifen. Kaum fing ich an, sah ich, dass alles besiedelt war von Marienkäferlarven. Auf toten Blattläusen! Na, dachte ich, das geht nicht. Den Larven kannst du nicht die Heimat nehmen. Die erwachsenen Käfer sollen ja mal im ganzen Garten für Ordnung sorgen! Also knippste ich nur ausgeblühte Blütenstände ab.
Ich sah allerdings keine großen Unterscheide zwischen den Marienkäferlarven in Form und Farbe. Die waren für mich ziemlich identisch.
Für letzten Sonntag war ich entschlossen, die Distel nun zu kappen. Sollten ja nun alle Käfer geschlüpft sein, oder? Ich rückte an mit dicken Lederhandschuhen, bewaffnet mit einer Rosenschere. Überzeugt begann ich mein tödliches Werk an den unteren Trieben, die vor Blütenlast schon auf dem Boden auflagen. Stängelnah abgeschnitten, zwei dieser verzweigten "Äste" konnte ich jeweils hinter mir herscheppen und - Kopf voran - in die städtische Komposttonne stopfen. Sie ragten oben noch raus, und das war der Marienkäfer Glück. Da saßen sie nämlich in bunter Fülle drauf, in allen möglichen Formen der Verpuppungsstadien. Manche waren noch Larven, aber schon ganz rund und starr, mache waren schon richtige Käfer, aber noch ganz weich und benommen und OHNE Punkte, manche waren noch weich und hatten schon erscheinende Punkte, und die vierten waren schon fertig und krabbelten. Und zu meiner Verblüffung gab es die kleinen roten mit wenigen Punkten, die großen roten mit mehr, und die großen roten mit ganz vielen Punkten. Es gab dicke Gelbe mit schwarzen, es gab kleine Schwarze mit roten Punkten, und alle nebeneinander, als würden alle aus dem selben Wurf stammen! - Ich hab sooo gestaunt!
Und es fiel mir erst auf, als ich schon vier dieser Äste in der Tonne hatte und hinterherguckte! Die dichtbesiedelsten - mit den unschuldigen, noch weichen Käferlein ohne Punkte - habe ich dann wieder herausgezogen und neben die Tonne in den Schatten gelegt, für die anderen Käfer (die ich nicht sah, aber ahnte) habe ich den Tonnendeckel oben so auf die herausstehenden Äste gelegt, dass da noch handbreit Platz war. Natürlich habe ich davon abgesehen, die Distel weiter zu beschneiden. Nur die ausgeblühten Blüten fielen nach unten in den bereitgehaltenen Eimer.
Mein Fazit aus diesem Erlebnis ist, und Deine Beobachtung bestätigt es: Wenn irgendwo an einem Pflänzchen draußen Blattläuse auftauchen, kommt nicht zufällig EIN Marienkäfer vorbei, es müssen gleich mehrere sein und durchaus auch solche verschiedener Arten. Denn es kann nicht sein, dass ein Schwarzer aus der Larve eines Roten schlüpft, oder dass ein Gelber dabei rauskommt. Du hattest also auch MEHR Besuch, als Du gedacht hattest! *lach*
Und das NUR bei einem stundenweisen Aufenthalt Deiner Pflanzen draußen!
Lieben Gruß,
Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.