Vogel-Nisthilfen/ Nistkästen

   

Was eignet sich als Nisthilfe:VogelhausVogelhaus

  • Alte Bäume für Spechte.
  • Dornige Hecken (Berberitze, Brombeere, Feuerdorn) schützen vor Katzen, geeignet für Gelbspötter, Grasmücke, Rotrückenwürger, Singdrossel.
  • Nadelgehölze (Eibe, Lebensbaum, Scheinzypressen, Wacholder) für Buchfink, Dompfaff, Drossel, Girlitz, Grünfink, Hänfling.
  • Astquirle, Sitzstangen für Freibrüter: Finken, Grasmücken, Laubsänger, Zaunkönige. Astquirle erzielt man dadurch, dass ein starker Trieb um ein Viertel seiner Länge gekürzt wird. Er schlägt dort wieder neu aus, diese Neutriebe werden im folgenden Jahr erneut gekürzt auf etwa 10 cm Länge und im nachfolgenden Jahr nochmals.
  • Pfosten, 3 m hoch, mit Sitzkrücken für Greifvögel: Z.B. Mäusebussard, Schleiereule, Turmfalken.
  • Hecken, Sträucher und Bodendecker für Bodenbrüter: Goldammer, Laubsänger, Rotkehlchen. Außerdem bieten sie Schutz für Jungvögel, die das Fliegen lernen.
  • Dornige Sträucher als Rückzugsgebiete für Jungvögel.
  • Kletterpflanzen an Häusern und Pergolen: Drosseln, Finken und Zaunkönige.
  • Halbhöhlen (Vorderwand z.T. nicht vorhanden), für Bachstelze, Buntspecht, Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Sperling, Zaunkönig. Diese benötigen einen breiten Spalt von 30 cm x 10 cm. Die Halbhöhlen für die Nischenbrüter müssen direkt an Mauern und Wänden mit einem Winkel von 90° zur Wand befestigt werden, damit kein Raubtier Zugang findet. Besonders gute Plätze sind etwas unterhalb von Dachvorsprüngen oder unter einem Balkon, die Nisthilfen dann direkt an die Wand schrauben im Winkel von 90°. Auch Rotkehlchen und Zaunkönig nehmen solche Halbhöhlen an, sie müssen aber in Bodennähe verbleiben, max. 100 cm. Dann auf Schutz vor Raubtieren wie Eichhörnchen, Katzen, Marder achten und Abwehrgürtel an Baumstämmen anbringen. Für Buntspechte ist Anbringung auf hohem Baum notwendig.

Wichtige Vogelgehölze: Berberitze, Eberesche, Efeu, Feldahorn, Felsenbirne, Feuerdorn, Hasel, Heckenrose, Hainbuche, Holunder, Kornelkirsche, Liguster, Pfaffenhütchen, Schlehe, Schneeball, Sonnenblume, Wilde Karde, Wacholder, Weißdorn, Schwarzdorn, Zierapfel. Siehe auch 'Vogelschutz'.

  • Rauchschwalben nisten vorzugsweise in Ställen, sie bauen napfförmige, offene Nester.
  • Mehlschwalben bauen ihre Nester außen an Mauern und Wände, aber direkt unter einem waagerechten Abschluss,der als Abdeckung nach oben genutzt wird. Zugang durch ein halbkreisartiges Loch von der Seite. Unter dem Nest sollte man ein Brett anbringen, dass den Kot auffängt.
  • Mauersegler bauen ihre Nester in Mauerlücken oder unter Dachpfannen. Flache Nisthilfen aus dickem Nadelholz, 24 mm. Außenmasse für die Vorderwand etwa 220 x 160, Seitenwände 350 x 160, Dach 220 x 350 mm. In die Vorderwand wird ein waagerecht liegendes Loch mittig von 65 x 32 mm gesägt und das Bodenbrett erhält zwei Ablauflöchervon 5 mm. Der Kasten wird hinten an zwei senkrechte Halteleisten angeflanscht, die an den oben und unten überstehenden Enden je ein Loch erhalten. Mit Hilfe dieser Löcher kann der Kasten an Mauern etc. angebracht werden. Es ist angebracht, nur rostfreie Materialien zu verwenden und das Dach zusätzlich mit Blech oder Dachpappe gegen Dauernässe zu schützen. Zur Reinigung ist z.B. die Vorderwand abnehmbar zu gestalten.
  • Nistkästen für Höhlenbrüter: Baumläufer, Fliegenschnäpper, Kleiber, Meisen, Rotschwänze, Schwalben. Fluglöcher SO.

 

 

Abmessungen/ Fluglochdurchmesser:

  • 27 - 29 mm Ø für Blau-, Hauben-, Sumpf-, Tannenmeisen, Kleiber und Trauerschnäpper. Höhe 2 - 4 m. Innenmaß 140 x 140 x 250 mm.
  • 32 - 34 mm Ø für Baumläufer, Fliegenschnäpper, Gartenrotschwanz (hochoval), Kohlmeisen, Spatzen, Wendehälse. Höhe 2 - 4 m. Innenmaß 140 x 140 x 250 mm.
  • 45 - 60 mm Ø für Stare, Wendehälse usw. Höhe 3 - 10 m. Innenmaß 160 x 160 x 320 mm.

 

 

Beim Selbstbau beachten:

Die Holzwände aus Erle, Fichte, Kiefer, Tanne, Weißbuche sollten mindestens 20 mm dick und abgelagert sein. Außenseite hobeln, innen sägerau lassen, damit die Vögel besser hochklettern können. Außen mit Leinöl anstreichen, evt. Dach mit Zinkblech oder Folie gegen andauernde Witterungseinwirkungen schützen. Herausnehmbare Wellpappeneinlage für Boden und Seitenwände ca. 100 mm hoch ist günstig für Reinigung. Dazu sollten entweder das Dach oder die Bodenplatte geöffnet werden können. Runde Nistkästen, z.B. aus Holzbeton, sollten einen verfügbaren Brutraum von etwa 120 mm Durchmesser und etwa 200 mm Höhe haben, für größere Vögel 140 - 150 mm Durchmesser. Um das Einflugloch einen Blechschutz anbringen gegen Stare und Buntspechte oder ein kurzes Plastikrohr mit dem richtigen Durchmesser. Ist die Bodenfläche groß genug, können die Elterntiere vor den Jungtieren landen und sie besser füttern. Sie machen sie dabei auch bei Regen weniger nass.

Sitzstangen sind nicht nötig, sie helfen eher den Räubern. Zum Selbstbau eignen sich

Tonröhren, wie sie im Baustoffhandel angeboten werden mit einem lichten Durchmesser von 10 cm. Sie werden waagerecht aufgehängt. Zuerst wird die kreisförmige Rückseite aus stabilem Holz ausgeschnitten und bündig eingeklebt (Zweikomponentenkleber). Anschließend die Ritzen gut mit Kleber ausfüllen, damit keine Zugluft entsteht. Für die Vorderseite wird gleichfalls ein rundes Stück Holz ausgesägt mit Durchmesser 10 cm. Das Flugloch an der Vorderseite muss nach dem Verwendungszweck gestaltet werden:

Für Bachstelze, Grauschnäpper, Hausrotschwanz sägt man einen im Höchstfall 40 mm hohen Streifen (Kreisabschnitt) oben ab, für die meisten Höhlenbrüter ist ein Rundloch von 32 mm geeignet. Die Befestigung der Vorderwand empfiehlt sich in folgender Weise: Eine Leiste von 10 cm Länge mit abgerundeten Enden, 15 - 20 mm Breite und 10 mm Dicke wird auf die Vorderwand mittig und waagerecht geklebt. Darauf wird eine zweite Leiste mit derselben Breite und Dicke, aber einer Länge von 13 cm Länge befestigt. Schiebt man jetzt die Vorderwand in die Röhre, kommt sie in 10 mm Tiefe zum Stehen. Durch das vordere Querholz werden zwei Löcher durch die Überstände gebohrt. An dieser Stelle müssen auch zwei Löcher von 4 mm in die Tonwandung gebohrt werden. Dort hinein werden zwei Plastikdübel desselben Durchmessers gesteckt, so dass man mit zwei passenden Messingschrauben die Vorderwand an der Tonröhre befestigen kann. Da erfahrungsgemäss solche Schrauben beim Reinigen leicht auf die Erde fallen und man sie nicht wiederfindet, sollte man sich die geringe Mühe machen, sich passende Flügelschrauben zu besorgen, die Messingschrauben hindurchstecken und sie mit Hilfe von Zwei-Komponenten-Kleber zu befestigen. Man kann dann ohne Werkzeug den Nistkasten öffnen und reinigen.

Die Vögel können ihr Nest etwas nach hinten verlagern, so dass ihre Brut für Räuber jeglicher Art geschützt ist. Die Aufhängung empfiehlt sich in der Weise, dass vorne und hinten ein grüner Plastikdraht um die Tonröhre gewickelt und die beiden Enden festgezogen werden, so dass sie nicht herausrutschen kann. Durch die Aufhängung an zwei Drähten und die eigene Schwere wird dieser Nistkasten kaum vom Wind bewegt. Wird die Röhre an der Einflugseite etwas tiefer gehängt, kann Regen nicht hineinfließen. Zusätzlich sollte das Flugloch mit Blech beschlagen sein. Wellpappe im Innern, zu einer Röhre gebogen, mit etwas Kleber oder Klammeraffen fixiert und auf dem Boden verstärkt, erleichtert später wiederum die Reinigung. Die Vorder- und Hinterseite sollten dick genug sein, dass sie gegen die Sonnenwärme, aber auch Kälte, genügend isolieren. Zweilagige Wellpappe mit der gewellten Seite nach außen richten, den Boden etwas unterfüttern, damit er eine Ebene bildet.

Nisthilfen aus Plastikrohr: Zum schnellen Zusammenbau eignen sich Regenwasserrohre 100 mm Durchmesser. Man benötigt ein fertiges Rohrstück mit Muffe Länge 23 cm, eine Überschiebmuffe Länge 12 cm, 2 passende Deckel, Rohr 40 mm, Wellpappe, grünen Plastikdraht und Silikonfett. Man schiebt die Überschiebmuffe über das Rohrstück, aber nicht ganz, sondern lässt es 3,8 cm über das Rohrstück hinausragen. Es dient zur Aufnahme des unteren Deckels. Die Arbeit wird erleichtert, wenn die Gummidichtungsringe vorher etwas eingefettet werden. Am oberen Ende wird mit einer Lochsäge ein Loch 40 mm gebohrt, der höchste Punkt des Loches muss dort liegen, wo der später eingesetzte Deckel endet, also 3,8 cm unter dem Rohrende. Von dem Rohr 40 mm wird ein etwa 6 cm langes Stück abgesägt und mit Druck in das Loch hineingeschoben, evt. muss das Loch noch etwas nachgearbeitet werden, das kleine Rohr muss aber ganz stramm in dem Loch sitzen, am besten etwas nach unten geneigt. Mit dem Lötkolben kann das Material an den Verbindungsstellen etwas aufgeweicht und die Fuge geschlossen werden. Oder man raut beidseitig etwas an und legt eine Raupe aus Heißkleber um das Rohr herum. Der lange Vorbau für das Flugloch verhindert weitgehend Zugriff von Raubtieren. Der Rohrquerschnitt kann mit Heißkleber auf die erforderliche Größe verringert werden. Aus praktischen Gründen kann man auch um den oberen Teil der Überschiebmuffe eine Raupe anbringen, die das Eindringen von Wasser zwischen Überschiebmuffe und Rohrsrtück nach vielen Jahren der Benutzung verhindert.

Aus Wellpappe biegt man sich, wie vor beschrieben, eine passende Innenrohrauskleidung zurecht, die bis zum oberen Rohrende reicht, mit Ausschnitt in Höhe des Flugloches, und befestigt, möglichst aus derber oder doppelter Wellpappe, unten daran einen Boden. Diese Wellpappenauskleidung wird in das Plastikrohr geschoben, die beiden Deckel werden etwas mit Silikonfett eingerieben und oben und unten eingeschoben. Zum Aufhängen dient ein mit Plastik umhüllter Draht, der um das obere Rohrende gelegt wird. Zwei weitere Drähte werden direkt gegenüber an diesem Draht befestigt, so dass der Nistkasten an zwei Stellen an einem Ast aufgehängt werden kann. Überschiebmuffe und Innenverkleidung sind erforderlich, um die Jungvögel vor Überhitzung oder Kälte zu schützen. Die Wellpappenauskleidung verhindert außerdem weitgehend Verschmutzung und dient dem Feuchtigkeitsausgleich und der schnellen Reinigung. Die Vögel können mit Hilfe der rauen Wände auch besser den Bau verlassen.

Brut: Mitte 3 beginnen die Vögel mit der Brut, im Juni beginnt evt. die zweite Brutzeit. Die Eier der zweiten Brut werden immer in dasselbe Nest wie bei der ersten Brut gelegt, neue Nistkästen werden dann nicht mehr angenommen.

Marderschutzkästen haben eine Spirale hinter dem Flugloch, sie hält Katzen und Marder ab. Man kann auch einen Vorbau aus Maschendraht mit einer Maschenweite von 5 - 6 cm vorsehen, der Dohlen, Eichelhäher, Eichhörnchen, Elstern, Katzen, Krähen und Marder wirkungsvoll abhält. Bei Neuanfertigung von Nistkästen kann man diesen Vorbau gleich aus Holz mit anfertigen, was für die Elternvögel beim Füttern praktisch ist und Nest- und Eierräuber abhält. Grundplatte etwa 170 x 170 mm, das Dach ist etwa 210 x 310 mm groß, die hintere Höhe 280 mm, der "Balkon" direkt unter dem Dach mit Einflugloch kragt nach vorn 35 mm aus, Höhe je nach Fluglochdurchmesser festlegen. Auch dornige Zweige oder Stacheldraht auf das Dach genagelt bieten Schutz vor Katzen und anderen Raubtieren.

Aufhängung: Nisthilfen werden in umzäunten und ruhigen Grundstücken in 1,5 - 1,8 m Höhe aufgehängt, sonst 2,8 - 3,5 m hoch, für Eulen ist eine Höhe von 4 - 6 m angemessen. Richtung SO aufhängen, nur in windgeschützten (Wald-)Lagen kann davon abgewichen werden. Vor allzu starkem Witterungseinfluss (Hitze durch Mittagssonne) schützen. Am besten frei aufhängen an einem Drahtgestell, damit die Nistkästen raubtiersicher sind, oder an einer Wand befestigen.

Reinigung:  Nistkästen nach der Brutzeit mit heißem Sodawasser übergießen, anschließend mit heißem Sodawasser und Drahtbürste reinigen, ggf. nochmals im Frühjahr. Gummihandschuhe anziehen. Man muss mit Flöhen, Milben und Zecken in den Nestern rechnen, die auch Menschen befallen können. Werden die Nisthilfen früh morgens oder bei Frost gereinigt, bleiben diese Tiere inaktiv. Nest mit samt der Wellpappe herausziehen und in einen Plastikbeutel stopfen. Entfernt man gleichzeitig mit der Reinigung der Nistkästen alle Vogelnester in den Büschen usw., wird auch das darin nistende Ungeziefer mit entfernt. Gebrauchtes Nistmaterial in jedem Falle sofort verbrennen oder - fest verschlossen - in den Müll geben. - Auf Nachbewohner wie Fledermäuse, Hummeln und Hornissen achten. Katzengürtel an den Baumstämmen anbringen, Dornengestrüpp oder Stacheldraht am Stamm befestigen. Katzensichere Vogeltränke mit mindestens 3 m Rundumeinsicht einrichten. In Gartenteichen kleine Inseln (Steine usw.) vorsehen.

 

Diverses:

  • Vollbäder aus Wasser sind für Vögel ein Genuss.
  • Sandbäder, mit ihnen können sie ihr Gefieder gegen Parasiten schützen.
  • Futterhäuschen sollten so aufgestellt werden, dass eine freie Fläche um sie herum vorhanden ist. Man sollte sie durchaus auch höher aufstellen.

 

Wenn Vögel aus dem Nest gefallen sind: Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz, Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein, 09174/4775-0 (Fax -75).  www.lbv.de