Naturfarben

   

Naturfarben.

Verwendet werden Blüten, Blätter, Früchte und Wurzeln: Amaranthus cruentus x powelli (rotbraun), Birkenblätter, Blutweiderichblüten (rot, Zuckerwaren), Brennnessel, Buchs (Haarfärbemitel), Curcuma (Gelbwurz), Flockenblume, Heidelbeeren, getrocknet oder -saft (purpur/violett), Holunderblätter (grün), Holunderfrüchte, Johanniskraut, Kapuzinerkresse, Kastanie, Kermesbeere (rot), Kornblume, Krappwurzel, Löwenzahnwurzel (mit Alaun Magenta, mit Eisen gelbbraun), Matetee, Möhren (Blätter für Gelbfärbung), Paprika, Rhabarberwurzeln, Rote-Bete-Saft, Rotkohl, Tomatenblätter und -saft, Waldmeister, Walnussblätter°, Walnussschalen (braun, Haare, Stoffe).

Zum Ostereierfärben eignen sich folgende Pflanzen, in jeweils 500 ml Saft/Wasser, Eier 10 Minuten im Sud garen lassen:

  • blau: Holundersaft
  • braun: 20 g Walnussschalen°, stark zerstoßen. Oder Schwarzer Tee.
  • hellgelb: 30 g Birkenblätter, 10 g Gelbwurzpulver. Mit nur 20 g Gelbwurz werden die Eier kräftig gelb. Oder mit Färberkamille.
  • lindgrün: 30 g grüner Matetee
  • rot: 1 1/2 Teelöffel Krappwurzel oder Rotkohl oder Rote Bete. Vorher einweichen.
  • violett: 20 g getrocknete Heidelbeeren oder Heidelbeersaft.

Oder:

  • gelb: Kamille 15 g, Curry 2 Esslöffel, Kurkuma 10 g, Johanniskraut 6 Esslöffel
  • rot: Rote-Bete-Saft, unverdünnt.
  • braun: Walnussschalen 1 Handvoll, Zwiebelschalen 1 Handvoll
  • violett: Heidelbeeren 10 g.
  • grün: Spinat 1 Handvoll, Brennessel 15 g, Matetee 15 g
  • hellrot: Rotbuschtee 100 g
  • hellviolett: Rotkohl 1/4 Kopf

Für alles 1/2 l Wasser.

Oder:

  • 1 große Hand voll Zwiebelschalen, 10 Minuten mit 1/2 l Wasser. Danach gekochte Eier bis zu 30 Minuten hineingeben.

 

Zum Färben sind geeignet:

Saft zur Tinte,

  • mit Pottasche grüne Farbe,
  • mit Soda braun,
  • mit Vitriol blau,
  • mit Rinde gelb,
  • mit Glaubersalz rot.

 

28.5.04. Der folgende wertvolle Beitrag stammt von Sonja Catterfeld. ZeitraumC@gmx.de.

Vielleicht haben Sie Interesse an einigen zusätzlichen Färberpflanzen. Die Liste (unten) ist eine Sammlung vom botanischen Garten Münster. Ich wünsche viel Spaß!

Färberpflanzen

So, für die ganz Harten, Wagemutigen oder Verzweifelten unter Euch hier die Möglichkeit mit einheimischen Pflanzen selbst einzufärben. Das bezieht sich auf jeden Fall auf Wolle. Inwieweit sich damit auch verschiedene Stoffe traktieren lassen, überlasse ich Euren Versuchen. Aber bitte! Informiert Euch erst über die Pflanzen! Sie sind zwar alle einheimisch, also zu finden, aber z.B. die Sumpfschwertlilie steht unter Naturschutz, sollte demnach käuflich erstanden werden. Außerdem wird sich die Farbe je nach Farbton Eures Ausgangsmaterials und der Art der Verwendung sehr unterschiedlich entfalten, also nichts für Perfektionisten. ;o) Viel Spaß damit und erzählt doch bitte über erfolgreiche und weniger erfolgreiche Versuche! Sonja

zum Gelbfärben

  • Bitterklee/Fieberklee (Menyanthes trifoliata) - gelb (Blätter)
  • Blattpetersilie (Petroselinum crispum) - gelb / grüngelb (Blätter)
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) - gelb (Triebe und Blüten)
  • Echte Kamille - hellgelb (Blüten)
  • Efeu (Hedera helix) - gelb und braun (junge Triebe und Blüten)
  • Färberkamillen (gelb) Anthemis tinctoria
  • Färber Saflor (Carthamus tinctorius) - gelb
  • Färber-Wau (Reseda luteola) - gelb
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) - gelb (Kraut); braun (Wurzeln)
  • Gemeines Hexenkraut (Circaea lutetiana) - gelb
  • Gewöhnlicher Odermennig (Agrimonia eupatoria) - gelb (Blüten)
  • Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) - gelb (Blüten); rot (Wurzeln)
  • Jakobs-Greisblatt (Senecio jacobaea) - gelb
  • Rainfarn (Tanacetum vulgare) - gelb (Blättchen)
  • Raute (Ruta graveolens) - grün
  • Sauerampfer (Rumex acetosa) - gelb (Wurzel); rot (Blätter)
  • Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta) - gelb und braun (Wurzeln)
  • Schöllkraut (Chelidonium majus) - gelb
  • Schneebeere (Symphoricarpus albus) - gelb (Beeren)
  • Tausend-Güldenkraut (Centaurium erythraea) - gelb
  • Wilde Möhre (Daucus carota) - gelb (Saft)
  • Zwiebel (Allium cepa) - gelb (äußere Schalen)
  • Schöngesicht, Coreopsis tinctoria - gelb

zum Orangefärben

  • Färbermeier (Asperula tinctoria) - orange (Wurzeln)
  • Sumpfdotterblume (Caltha palustris) - orange und oliv

 

zum Rotfärben

  • Ackerröte (Sherardia arvensis) - rot
  • Dahlien - rot (Blüten)
  • Dost (Origanum vulgare) - braun und hochrot (Kraut)
  • Echter Steinsamen (Lithospermum officinale) - rot (Wurzel)
  • Himbeere (Rubus idaeus /caesus) - rot-lila (Frucht)
  • Klatschmohn (Papaver rhoeas) - rot
  • Krapp, Färberröte (Rubia tinctorum) - rot
  • Natternkopf (Echium vulgare) - rot (Wurzel)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa) - gelb (Wurzel); rot (Blätter)
  • Sumpffingerkraut (Potentilla palustris) - rot
  • Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) - gelb (Blüten); rot (Wurzeln)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis) - rot und blau (Wurzel)
  • W aldmeister (Galium odoratum) - rot (Wurzel)

zum Blaufärben

  • Echter Alant (Inula helenium) - blau
  • Garten-Melde (Atriplex hortensis) - blau (Stengel)
  • Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris) - blau (Blüte)
  • Mahonie (Mahonia aquifolium) - blau-lila (Beeren)
  • Wacholder (Juniperus communis) - blau (Nadeln)
  • Waid, dt. Indigo (Isatis tinctoria) - blau und grün
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis) - rot und blau (Wurzel)
  • Zwergblatt, Attich (Sambucus ebulus) - blau

zum Grünfärben

  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum)- grün (junge Spitzen)
  • Echtes Herzgespann (Leonurus cardiaca) - oliv
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica) - grün (Blätter und Triebe)
  • Krauser Rhabarber (Rheum rharbarbarum) - grün
  • Liguster (Ligustrum vulgarum) - grün (Blätter)
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis) - grün (Blätter)
  • Schachtelhalm (Equisetum arvense) - grün (Pflanzengrün)
  • Sumpfdotterblume (Caltha palustris) - orange und oliv
  • Waid, dt. Indigo (Isatis tinctoria) - blau und grün
  • Waldziest (Stachys sylvatica) - grün (Blätter)

zum Braunfärben

  • Dost (Origanum vulgare) - braun und hochrot (Kraut)
  • Efeu (Hedera helix) - gelb und braun (junge Triebe und Blüten)
  • Gefleckter Aronstab (Arum maculatum) - rotbraun (Beeren)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) - gelb (Kraut); braun (Wurzeln)
  • Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta) - gelb und braun (Wurzeln)

 

Zum Herstellen von Tinten (Die fast 1000 Jahre alten Schriften des Goldschmieds Roger von Helmarshausen):

Weißdorn und Schlehdorn. Die Zweige trocknen, die Rinde ablösen, mehrere Tage ins Wasser legen und sooft kochen, bis sie völlig ausgelaugt sind. Noch etwas Rotwein dazu, eindicken lassen- fertig ist die gute Schreibtinte.

Klatschmohn-Tinte. Voll entfaltete Blütenblätter des Klatschmohnes. Blütenblätter dicht in ein Schraubdeckelglas packen. Essigessenz in Verhältnis von 1 : 4 nit Wasser verdünnen und das Glas damit bis zum Rand füllen. Glas verschließen, einige Tage an einen sonnigen Ort stellen, ab- und zu schütteln. Flüssigkeit durch ein feines Sieb abseihen.
Achtung, Essigessenz nicht mit der Haut in Berührung bringen. Mit dieser Tinte darf nur mit Gänsekiel, Stahl- oder Glasfeder geschrieben werden, da die Säure andere Schreibinstrumente angreift.

Eisengallus-Tinte. Man sammelt Eichengalläpfel im Herbst, wenn die Blätter abfallen. Es sind kugelige Gebilde, die man auf der Unterseite mancher Eichenblätter findet. 20 g Eichengallen grob zerschneiden, in 150 ml Wasser über Nacht einweichen. Ansatz aufkochen und 5 Minuten kochen lassen. Abkühlen lassen, abseihen. 1 Kaffeelöffelspitze Eisen(II)-Sulfat und 2 Kaffeelöffelspitzen Gummi arabicum (beides in der Apotheke erhältlich) einrühren. Vor der Verwendung Tinte einen Tag stehen lassen. Achtung. Eisen(II)-sulfat nicht mit der Haut oder Schleimhäuten in Berührung bringen, Löffel aus Plastik oder Edelstahl verwenden, diese anschließend sorgfältig reinigen.

Braune Dornen-Tinte. Einige Schlehdorn-Zweige abschneiden und ein paar Tage trocknen lassen. Mit einer Gartenschere ein Stücke von 10 - 15 cm schneiden. Die Rinde mit dem Messergriff rundum so lange klopfen, bis sie sich leicht löst. Rinde 3 Tage in kaltes Wasser einlegen. Das Wasser abgießen, kurz aufkochen und heiß erneut über die Schlehdorn-Rinde gießen. Diesen Vorgang mehrmals wiederholen, bis die Rinde ausgelaugt ist. Die Flüssigkeit langsam auf kleiner Flamme einkochen. Etwas Rotwein zugeben und weiterkochen lassen, bis die Flüssigkeit leicht dicklich ist. Man läßt die dickliche Flüssigkeit in einem flachen Glasgefäß trocknen. Oder man gibt sie in ein flaches, mit Butterbrotpapier ausgelegtes Schächtelchen und läßt sie dort erstarren. Bei Bedarf kann man sie mit wenig Wein erneut verflüssigen.

 

°Walnussschalen und -blätter werden in der Kosmetikindustrie zur Herstellung von Haarshampoos benutzt.