Obstbäume: Veredelung und Umpfropfen

   

Siehe auch: Obstbaumunterlagen und Bestäubung Apfelbäume, Birnbäume, Kirschen, Pflaumen.ObstbaumObstbaum
Bild von: Botanikus-CD

 

Veredelungen:

Allgemeines: Die Veredelung wird angewendet zur Vermehrung von Pflanzen, die nicht über Samen oder Stecklinge bzw. Ableger vermehrt werden können. Sie dient der Leistungssteigerung besonders im Obstbau, aber auch zu größerer Blühwilligkeit von Ziergewächsen. Außerdem können damit trotz ungünstiger Bodenverhältnisse Pflanzen gezogen werden, die sonst keine Chance hätten wie z.B. bei den INKARHO-Rhododendren.

Edelreiser, immer dem oberen Kronenteil oder dem südlichen Teil der Krone entnehmen, nie Wasserreiser oder Triebe mit Blütenknospen schneiden. Das Edelreis sollte etwa bleistiftdick sein und gut ausgebildete, engstehende Augen haben. Reiser mit Blütenknospen sind eher ungeeignet, weil sie erst später Holztriebe ausbilden. Sie dürfen nicht befallen oder krank sein. Für die Veredelung wird immer der mittlere Teil genommen mit etwa 3 - 4 Augen. Von älteren Bäumen kann man gut ausgebildete Edelreiser oft nur dann bekommen, wenn man ein Jahr vorher einen Ast kräftig verjüngt und damit einen neuen Durchtrieb veranlasst. Werden Edelreiser im Winter geschnitten, dürfen die Temperaturen nicht unter - 4° sein. Der beste Monat ist der Januar. Nach einer längeren Frostperiode etwas abwarten. Nach dem Schnitt beschriften und einzeln in feuchten Sand, 10 - 15 cm hoch, einschlagen und in einen luftfeuchten Keller stellen oder schattig im Garten einschlagen. Die Wund- und Schnittflächen nie mit den Händen berühren.

Im Sommer einen trüben Tag wählen. Die Blätter werden sofort bis auf den Stielstumpf von etwa 10 mm Länge abgeschnitten, daran kann man z.B. das Edelauge festhalten. Sie dürfen nicht Sonne und Luft ausgesetzt werden, damit sie nicht welken, sondern werden sofort in feuchte Tücher eingeschlagen. Die Eigenschaften der Mutterpflanze werden durch die Edelreiser übertragen. Es kann dabei jedoch auch zur Übertragung von Nebenformbildungen kommen, die genetisch durch Knospenvariation an der Mutterpflanze entstanden ist. Sehr oft sind diese jedoch negativ und deshalb nicht geeignet zur Hochzucht. Besondere Vorsicht ist geboten bei schlechter Fruchtbarkeit, aber schöner Ausbildung geeigneter Edelreiser, die besonders schöne Früchte versprechen, aber das Versprechen nicht einhalten. Dagegen kann die gelbstreifige Spielart der Früchte positiv sein, selbstverständlich auch die besondere Fruchtbarkeit der Mutterpflanze. Reiser von Jungbäumen sollte man nicht entnehmen, bevor sich deren Früchte in Quantität und Qualität ausgewiesen haben. Die Veredelungsstelle immer von oben nach unten mit Bast o.ä. verbinden, so dass das Reis oder Auge an die Unterlage gedrückt wird, selbstverständlich aber auch nicht zu fest. Immer beim Veredeln führt man das Messer zum Körper hin, nicht von ihm weg. Alle Schnitt- und Wundflächen, auch am Kopf des Edelreises, müssen anschließend mit Wundwachs verstrichen werden, das unterste Auge des Edelreises (gegenüber der oder den Schnittflächen) bleibt beim Verbinden und Verstreichen frei, sonst kann es nicht austreiben. Nur bei luftdichtem Abschluss durch das Wundwachs und präzisem Schnitt, mit dicht anliegenden Kambiumschichten (das ist die grüne Schicht unter der äußeren Rinde) von Unterlage und Reis kann die Veredelung gelingen.

Das Bindematerial muss nach einigen Wochen mit einem senkrechten Schnitt aufgeschnitten werden, sobald es die Kallusbildung behindert (einschnürt). Es bleibt aber am Baum, bis es von selbst abfällt. Eine Veredlung ist erst dann als gelungen zu betrachten, wenn sich aus den Knospen kleine Triebe entwickeln. Im Sommer werden die Zweige, die unterhalb der Veredelungsstelle aus schlafenden Augen der Unterlage gewachsen sind, freigestellt (= abgeschnitten). Der ziehende Schnitt für Veredelungen wird dadurch erreicht, dass die linke Hand das Edelreis etwa in Bauchhöhe hält und die rechte Hand in gleicher Höhe das Messer fast parallel zum Edelreis hält. Das Messer wird mit der Kraft des rechten Oberarms gegen das Edelreis gedrückt und gleichzeitig durch das Reis gezogen. Durch die Art des Ansatzes erhält man einen glatten, nicht welligen Schnitt, da die gesamte Klingenlänge als Führung benutzt wird. - Schnelles Arbeiten ist für den Erfolg entscheidend. Das gilt besonders für Steinobst- und Sommerveredelungen. Als Prinzip gilt: Schwach wachsende Edelreiser nur auf starktriebige Unterlagen veredeln, stark wachsende Edelreiser können auf stark wachsende oder schwach wachsende Unterlagen veredelt werden. Nur gesunde, jüngere Bäume umveredeln.

Werkzeug: Abziehstein, Baumsäge, Hippe, wie unter 'Obstbaumschnitt' beschrieben. Außerdem Okuliermesser mit vorn nach oben gebogener Schneide, gerades Pfropfmesser und Streichriemen. Dazu Bast und kaltflüssiges Baumwachs. Das Veredlungsmesser muss haarscharf sein und immer wieder nachgeschliffen werden. Auf dem Abziehstein wird die Klinge gegen die Schneide gezogen, abwechselnd rechts und links, auf dem Streichriemen anschließend in umgekehrter Richtung. Siehe auch 'Obstbaumunterlagen'.

Okulation: Durch die Okulation wird die Knospe (= Auge) eines Edelreises auf eine andere Unterlage übertragen, deren Eigenschaften weniger erwünscht sind. Die Knospe verwächst mit ihrer neuen Umgebung. Sie bildet nach einiger Zeit einen Trieb aus, der die Eigenschaften des Edelreises aufweist, während die Unterlage über dem Auge weggeschnitten wird. Die Unterlage wird im Herbst auf etwa 20 - 25 cm Höhe zurückgeschnitten, bei einigen Ziergehölzen und Hochstämmchen belässt man den Stamm der Unterlage in der gewünschten Höhe und bildet dann das Edelreis darüber zur Krone aus. Bei Trockenheit wird einige Tage vor der Okulation gewässert, damit sich die Rinde der Unterlage besser ablösen lässt.

Okulation auf das schlafende Auge:

Die beste Zeit ist im allgemeinen der Sommer, Juli - August, spätestens Anfang September. Die Rinde der Unterlage muss sich lösen lassen, die Edeltriebe müssen ausgereift, aber noch nicht verholzt sein. Am geeignetsten ist ein diesjähriger, frisch geschnittener Langtrieb aus dem Kronenbereich mit gut ausgebildeten Knospen, aber kein Wasserschoss. Das Reis kurz vor Gebrauch schneiden und sofort mit der Okulation beginnen. Sämtliche Blätter werden abgeschnitten, der Blattstiel verbleibt. Die Unterlage sollte mindestens bleistiftdick sein.

Juli: Birnen, Pflaumen, Pfirsich, Quitten.

Juli/ August: Äpfel, Rosen.

August: Kirschen.

Nebentriebe der Unterlage abschneiden und mit einem Tuch den Stamm reinigen. Einen glatten Rindenteil heraussuchen und dort die Rinde an der Unterlage etwa 10 cm über der Erde T- förmig einschneiden, mit dem Messerrücken die Rinde lösen und beide Teile auseinanderklappen wie offen stehende Türen. Ein gut ausgereiftes Auge aus dem Mittelbereich des Reises vom Edeltrieb abschneiden, Schnittführung von der Basis zur Triebspitze, ca. 3 cm lang; möglichst nur durch die Rinde schneiden, ein kleiner Holzspan verhindert aber nicht den Erfolg. Einen dickeren sollte man vorsichtig mit dem Messer lösen, nicht das kleine Knöpfchen darunter beschädigen. Das Auge an dem Blattstumpf festhalten und mit dem Messerrücken unter die geöffneten Rindenlappen schieben, oben das überstehende Rindenteil des Edelauges bündig mit dem T-Balken abschneiden, mit Bast von unten nach oben verbinden, so dass die Rindenlappen die beiderseitigen Schnittflächen des Edelauges abdecken. Ggf. den gesamten Schnittbereich. mit Wundwachs verstreichen, aber das Auge freilassen. Schnittflächen nicht mit der Hand berühren. An einem trüben Tag veredeln, damit das Auge nicht vorzeitig verwelkt.

Nach etwa zwei bis drei Wochen muss der Blattstielstumpf abgefallen sein. Dann den Bastverband lösen mit einem Schnitt von unten nach oben auf der dem Auge gegenüberliegenden Seite. Wenn der Stumpf nicht abgefallen ist, ist die Veredelung misslungen und muss wiederholt werden. Bei Obst- und Ziergehölzen sollten jeweils zwei Augen eingesetzt werden, um die Chancen des Anwachsens zu verbessern. Im nächsten Jahr wird dann ggf. einer dieser Neutriebe weggeschnitten. Sobald das Auge ausgetrieben hat und und einen starken Zweig gebildet hat, wird die Unterlage direkt über diesem Triebansatz abgeschnitten (abgeworfen) und mit Wundwachs versiegelt. Vögel lassen sich gern darauf nieder, es muss diese Belastung aushalten. Unter Umständen kann man den Neutrieb auch dadurch schützen, dass man einen Zweig bogenförmig nach oben biegt und seine beiden Enden an der Unterlage mit Bast befestigt. - Neutriebe aus der Unterlage werden sofort entfernt.

Okulation auf das treibende Auge:

Wie oben, die beste Zeit ist Juni, spätestens Mitte Juli. Diese Methode wird vor allem für Ziergehölze angewandt. Ist die Veredelung gelungen, treibt das Auge noch im gleichen Jahr aus.

Bei jungen Obstbäumen wird das Auge meistens direkt über dem Boden eingefügt, aber bei Obstsorten mit schwachem Wuchs oder empfindlichem Holz besser in Kronenhöhe (Aprikosen, Mirabellen, Pfirsiche, Sauerkirschen).

Okulation von Rosen.

Beste Zeit 7 - 8, möglichst an einem trüben Tag. 14 Tage vorher gut gießen. Sorgfalt und Sauberkeit sind unerlässlich. Das Edelauge im Blattwinkel sollte gut sichtbar sein, aber noch nicht ausgetrieben haben. Ggf. kann man das Ausreifen dadurch erreichen, dass der Edeltrieb 8 Tage vorher oben etwas gekürzt wird. Man schneidet den Zweig dort ab, so dass nur noch ein Stummel von 1 - 2 cm verbleibt. Nur Edelreiser von abgeblühten Rosen verwenden. Dornen und Blätter müssen entfernt werden, der Blattstiel am Edelauge bleibt bestehen. Beste Unterlage ist Rosa canina, Rosa rugosa ist nicht langlebig genug.

Mit einem scharfen Messer wird das Auge mit dem Blattstummel von unten nach oben ziehend abgeschnitten. Dabei darf das Auge auf der Rückseite nicht beschädigt, aber auch kein Holz mit abgeschnitten werden. Die Länge sollte je 1,5 cm oberhalb und unterhalb des Auges betragen. Der Wurzelhals der etwa bleistiftdicken Unterlage wird freigelegt, von Seitentrieben befreit, außer denen an der Spitze, und mit einem Tuch gut gesäubert. Dann wird er mit dem Messer T- förmig eingeschnitten, die Rinde links und rechts des senkrechten Einschnittes vorsichtig gelöst. Dadurch entsteht eine Art offener Tasche, in die das Edelreis geschoben wird. Der obere überstehende Teil des Edelauges wird so abgeschnitten, dass die Schnittränder von Unterlage und Edelauge dicht aneinander liegen. Das Edelauge wird dabei an dem Blattstummel, der nach oben zeigen muss, festgehalten. Niemals die Schnittflächen mit dem Finger berühren. Dann verbindet man die Wunde mit Bast oder einem Veredelungsgummi, lässt das Edelauge aber frei und verstreicht mit Wundwachs. Dasselbe wird auf der Gegenseite gemacht, durch ein zweites Auge erhält die Rose eine bessere Krone. Mit Papierhülle gegen Sonne schützen, nach 8 Tagen entfernen.

Fällt der Blattstummel nach etwa 14 Tagen ab, ist die Veredelung gelungen. Nach einigen Wochen den Verband durchschneiden. Rose gegen Wintersonne und -kälte durch Anhäufeln schützen. Das Edelauge treibt im nächsten Jahr aus, dann können auch oberhalb der Veredelung die Unterlage und alle Seitentriebe der Unterlage abgeschnitten werden. Bei 5 cm Länge das Auge auf 2 cm zurückschneiden, um eine bessere Verzweigung zu erzielen. Im nachfolgenden Herbst kann die Rose umgepflanzt werden. - Stammrosen werden in 50 - 120 cm Höhe veredelt. - Für Ramblerrosen sind Unterlagen aus Rosa multiflora besser geeignet, für dunkelrote Teehybriden Rosa laxa.

 

Geißfußveredelung.

Diese Methode wird angewandt, wenn die Unterlage dicker ist als das Edelreis. Ist sie kräftiger als ein Finger, ist eine Kopulation nicht mehr möglich. Der beste Zeitpunkt ist an einem frostfreien, trüben Tag zwischen 2 - 4 oder 8 für Ahorn, Apfel- und Birnbäume, Kirschen, Robinien, Ulmen und andere Gehölze. Im allgemeinen gilt für Steinobst E 2 - A 3, für Kernobst E 3 - A 4. Die Unterlage kann 2 - 10 cm dick sein. Baum oder Zweig in der gewünschten Höhe abschneiden und die Schnittstelle (Propfkopf) mit dem Messer (Hippe) glätten, damit die Wunde schneller heilt. Nebenäste entfernen, nur einige schwächere Zweige bleiben als Zugäste, damit der Baum nicht im Saft erstickt. Jetzt wird die Messerschneide in ganzer Länge etwas schräg auf den Stamm angelegt, in das Holz gedrückt und die Klinge nach oben gezogen. Das ganze wird wiederholt, aber mit leicht versetzter Klinge, so dass am Ende der Unterlage ein Keil, ca. 3 - 4 cm lang, mit der Spitze nach unten entsteht. Der Keil fällt heraus, ggf. muss etwas nachgeschnitten werden. Er ist unten an der spitzen Stelle am dünnsten, oben am dicksten. Das Edelreis mit 3 Knospen bei bodennaher Veredlung, mit 4 - 6 Augen bei Kronenveredlung, muss genau in die Kerbe der Unterlage passen, d.h. die Schnittstellen von Reis und Unterlage (die dunklen Kambiumschichten zwischen Rinde und Holz) müssen genau aneinanderliegen. Bei dicker Rinde der Unterlage heißt das, dass das Edelreis nicht bündig mit der Rinde der Unterlage abschließt, sondern etwas vertieft in die Kerbe der Unterlage eingelassen wird.

Das einjährige Edelreis = Geißfuß, wird vor der Veredelung einige Tage in einem kühlen Keller in Sand oder an geschützter Stelle in Erde eingeschlagen, da frische Reiser oft schlechter anwachsen. Über einer Knospe (diese muss später unter der Schnittfläche des Pfropfkopfes sitzen) das Edelreis schräg anschneiden mit einem langen, ziehenden Schnitt wie bei der Kopulation. Dann dreht man das Edelreis und bringt wieder einen schrägen, ziehenden Schnitt an, so dass die Winkel und Länge übereinstimmen mit denen der Unterlage. Die Schnittstelle des Edelreises sollte etwa 2 - 3 mm länger sein als der Keil der Unterlage, damit Edelreis und Pfropfkopf besser verheilen können. Dort bilden sich junge Zellschichten, die für das Anwachsen von großer Bedeutung sind. Sitzt das Edelreis zu tief unterhalb des Pfropfkopfes, kann es noch Jahre nach der Veredelung, von dieser Stelle ausgehend, zu krebsartigen Wucherungen oder anderen Holzerkrankungen kommen, die zum Verlust der Veredelung führen können. Die Anwachschancen werden erhöht, wenn gleich zwei oder drei Edelreiser eingesetzt werden. Anschließend mit Bast umwickeln und mit Baumwachs verstreichen. Zusätzlich können die Edelreiser gegen Beschädigung durch Vögel geschützt werden, indem man einen längeren, elastischen Trieb (z.B. Haselnuss) bogenförmig über den Enden der Edelreiser anbringt und beidseitig an der Unterlage mit Bast befestigt. - Soll nur ein Edelreis an einem Ast aufgespropft werden, sollte man die Unterseite des Astes dafür wählen. Die schwächsten Triebe werden später weggeschnitten, ebenso die Zugäste.

Vielfach wird heute auch das Reis mit einem Kopulationsschnitt geschnitten und mit einem 2. Kopulationsschnitt im rechten Winkel dazu. Sodann schneidet man senkrecht in den Pfropfkopf und dann ebenfalls im rechten Winkel dazu. Mit dieser Schnittart lässt es sich einfacher arbeiten.

Rindenpfropfen

wird März/April, spätestens Mai, bei Kirschen auch im August, vorgenommen, sobald sich die Rinde lösen lässt. Kernobst wird im Spätwinter abgeworfen, Steinobst kurz vor der Blüte. Ältere Kirschen und Zwetschen erst nach einem Jahr umpfropfen, direkt auf die dann neuausgeschlagenen Triebe. Die Edelreiser dazu sollten schon im Winter geschnitten worden sein, sonst sollten neue Reiser genommen werden, deren Augen schon etwas schwellen.

Am glattgeschnittenen Pfropfkopf wird, von oben beginnend, ein senkrechter Längsschnitt angebracht. Die Rinde wird vom Schnitt her nach beiden Seiten vorsichtig gelöst. Das Edelreis wird mit einem ziehenden langen Kopulationschnitt angeschnitten (Seitenansicht keilförmig) und mit dem abgeschrägten Ende zwischen die beiden Rindenlappen geschoben. Der Schnitt sollte etwa 4 cm lang sein. Das erste Auge des Reises muss zwischen den Rindenlappen sitzen, es darf nicht allzu sehr durch den Bast gedrückt werden. Den angeschnittenen Holzkörper des Reises lässt man oben über der Schnittfläche des Pfropfkopfes etwa 3 mm sichtbar bleiben, damit er vollkommen verheilen kann.

Eine Abart des Rindenpfropfens (Pfropfen hinter der Rinde) wird in der Weise gehandhabt, dass nur ein Rindenlappen gelöst wird und das Edelreis auf derselben Seite zusätzlich schräg angeschnitten wird. Es wird mit dieser Schnittseite dicht an die nicht gelöste Rindenkante angelegt, während die andere Seite des Edelreises wie vor beschrieben durch den abgelösten Rindenlappen überdeckt wird. Die saftführenden Bahnen berühren sich dadurch auf einer Seite, so dass das Anwachsen begünstigt wird. Das Anwachsen wird gefördert, wenn möglichst viel Cambium freigelegt wird. Das wird dadurch erreicht, dass am Edelreis zusätzlich ganz dünn etwas Rinde angeschnitten wird, und zwar an der Schnittkante und an der Rückseite des Reises. Man nimmt bei Pfropfköpfen mit 3 cm Durchmesser 1 Edelreis, bei 4 - 5 cm 2 Reiser, bei 6 - 8 cm 3 - 4 Reiser, bei größeren Durchmessern einen Reiserabstand von 6 - 7 cm. Eine Formel lautet, der Durchmesser des Pfropfkopfes geteilt durch 2,5 ergibt die Anzahl der erforderlichen Reiser.

Das Wencksche Rindenpfropfen ist die oben beschriebene Methode mit folgenden Änderungen: Nach dem 1. Kopulationsschnitt am Edelreis folgt ein zweiter, etwa 3 - 5 mm kürzerer, der dem ersten gegenüber in einem spitzen Winkel angesetzt wird. Auf der einen Seite treffen sich die beiden Schnittflächen, auf der gegenüberliegenden Seite ist die Rinde mit dem untersten Auge. Wenn des Edelreis eingeschoben wird in den einseitig gelösten Rindenlappen, hat es sowohl innen wie außen Kambiumkontakt (Die längere Schnittfläche liegt am Holz der Unterlage an, die kürzere ist vorn und wird von der Rinde abgedeckt). Zum Schluss wird die obere Ecke der abgelösten Rinde etwas abgeschnitten, so dass die vordere Schnittfläche des Edelreises etwa 2 - 3 mm sichtbar wird. - Siehe im übrigen Geißfußveredelung.

Im folgenden Herbst/Winter muss der am besten geeignete Trieb für den Leitast oder die Stammverlängerung bestimmt werden. Die anderen Triebe müssen sich ihm unterordnen, d.h. sie müssen kürzer geschnitten werden und so, dass sie möglichst flach stehen. Konkurrenztriebe zum Führungstrieb werden abgeschnitten, andere flache Seitentriebe des Haupttriebes werden belassen. Er wird um etwa ein Viertel bis ein Drittel seiner Länge zurückgeschnitten, um so mehr, je schwächer er ist und umgekehrt. Der Schnitt erfolgt über einem Auge, das nach dem Austrieb in die richtige Richtung weist, nämlich in Richtung der Leitastverlängerung. Die verbliebenen Zugäste werden nach und nach an ihrem Ansatz abgeschnitten, bei älteren Bäumen innerhalb drei, bei jüngeren innerhalb zwei Jahren. Weitere Behandlung wie bei der Erziehung der Jungbäume. Diese Methode wird vor allem gewählt, um bestehende Bäume umzuveredeln, weil die Früchte nicht gefallen, krankheitsanfällig sind o.ä. Man belässt dem Baum im unteren Kronenbereich einige "Zugäste". Sie müssen nach unten zeigen. Nach der Veredelung werden sie nach und nach weggeschnitten, spätestens nach 5 Jahren werden sie nicht mehr benötigt. Auf keinen Fall dürfen die Äste völlig frei geschnitten werden, damit die Rinde nicht durch Sonnenbrand geschädigt wird. Die Neutriebe bleiben im folgenden Sommer unbeschnitten, man sollte sie aber durch einen Bogen oder Stab gegen Beschädigung durch Vögel schützen.

Tittelpfropfen wird meistens gewählt, wenn ein Baum nicht fruchtet, weil ein passender Befruchter nicht in der Nähe steht.

  1. März/April wird seitlich an einem mittelstarken Ast ein Rindenstück parallel eingeschnitten und zungenartig gelöst, das ungefähr 3 - 4 mm breit, ca. 30 mm lang und etwas schmaler ist als das Befruchter-Edelreis. Unten bleibt die Rinde am Ast. Das Edelreis wird in gleicher Länge mit einem Kopulationsschnitt angeschnitten. Auf der der Schnittfläche gegenüberliegenden Seite muss ein Auge vorhanden sein. Unter dem Auge angesetzt erhält das Reis ebenfalls einen etwa 10 mm langen Kopulationsschnitt in entgegengesetzter Richtung. Dann wird das Reis an beiden Rindenseiten der Schnittflächen flach angeschnitten, dass es genau beim Hineinschieben mit seinen Flanken an der Rinde der Unterlage anliegt. Der Rindenlappen der Unterlage wird so gekürzt, dass er 2 - 3 mm des kurzen (vorderen) Kopulationsschnittes des Edelreies freilässt. Durch die vordere kleine Schnittfläche am Reis wird das Anwachsen begünstigt.
  2. Im August kann ebenfalls auf diese Weise veredelt werden. Ein Ast wird eingekürzt und nach zwei parallelen Schnitten die Rinde zungenartig gelöst. Die Edelreiser müssen unmittelbar vorher beschafft werden. Die Schnittfläche des Edelreises muss 2 - 3 mm über den Pfropfkopf hinausragen. Nur die Blattstiele des Edelreises werden belassen. Wenn sie nach einigen Wochen vertrocknen und abfallen, ist die Veredelung geglückt. Dann wird der Verband durchgeschnitten, aber nicht entfernt. Er fällt später von allein ab. Im übrigen siehe unter 1) und unter Geißfußpfropfen.
  3. Je nach Durchmesser des Pfropfkopfes werden auch mehrere Reiser eingesetzt.

Kopulation

wird angewandt, wenn Unterlage und Edelreis gleich dick sind, aber nicht dicker als ein Finger. Beide erhalten mit einem ziehenden schrägen Schnitt eine Schnittfläche von 3 - 4 cm Länge, so dass Rinde auf Rinde passt. Die Schnittfläche sollte mindestens so lang sein wie das Dreifache des Durchmessers der Reiser. Beide müssen gegenüber der Schnittfläche ein Auge haben. Die Edelreiser müssen unmittelbar davor beschafft werden. Sie sollten diesjährig sein. Nur die Blattstiele des Edelreises werden belassen. Wenn sie nach einigen Wochen vertrocknen und abfallen, ist die Veredelung geglückt. Dann wird der Verband durchgeschnitten, aber nicht entfernt. Zeitpunkt ab 2/3 bis 4, spätestens 5. Nach der geglückten Kopulation und nach dem Zusammenwachsen sollten etwaige Seitentriebe und Blätter der Unterlage in Nähe der Schnittflächen abgeschnitten werden.

Eine Unterart ist die Kopulation mit Gegenzungen, die bei besonders schwachen Ästen angebracht ist. Zunächst zwei Kopulationsschnitte wie vor beschrieben, dann schneidet man bei Edelreis und Unterlage die Schnittfläche etwa in der Mitte in Richtung Längsachse etwa 1 cm tief, aber schräg ein, so dass zwei gegeneinander versetzte Zacken entstehen und schiebt beide ineinander. - Im übrigen siehe unter Geißfußpfropfen.

Johannisbeerstämmchen lassen sich gewinnen, indem man, wie vor beschrieben, eintriebige, junge Goldjohannisbeerpflanzen mit einem Johannisbeeredelreis kopuliert. Die Jungpflanzen lassen sich ohne Mühe aus Steckholz heranziehen.

 

Anplatten

wird angewendet, wenn die Unterlage einen größeren Durchmesser hat als das Edelreis. Mit dieser Methode kann man z.B. Johannis- oder Stachelbeerbäumchen veredeln. Im Sommer wird die Unterlage in der gewünschten Kronenhöhe schräg von oben nach unten flach eingeschnitten, etwa 4 cm lang, unten wird die dort etwa 3 mm starke Rindenzunge waagerecht abgeschnitten. Das Edelreis erhält einen langen ovalen Kopulationsschnitt, es wird unten waagerecht abgeschnitten, so dass es genau auf den Schnitt der Unterlage passt.

Alternative: Die Unterlage wird in der gewünschten Höhe leicht schräg abgeschnitten. Das Edelreis erhält einen etwa 4 cm langen Kopulationsschnitt mit Auge wie bei der Kopulation. Auf der etwas längeren Seite der Unterlage wird ein Span in gleicher Länge und Breite wie beim Edelreis mit parallelen Flanken abgeschnitten. Beide Kambialschichten sollten dicht an dicht liegen, mindestens auf einer Seite muss ein enger Kontakt bestehen. Wie beim Tittelpfropfen muss die Schnittfläche des Edelreises etwa 2 - 3 mm über dem Pfropfkopf hinausragen.

Winterhandveredelung zur Nadelholzveredelung: Unterlage sind Sämlinge, z.B. Fichtensämlinge für Edelfichten oder Tannensämlinge für Edeltannen. An Unterlage und Edeltrieb werden flache Keile geschnitten, die in Länge und Dicke genau übereinstimmen müssen. Die Keile werden aufeinandergesetzt, mit Bast umwickelt und mit Baumwachs bestrichen. Im warmen Gewächshaus wachsen sie in den folgenden Wochen an.

Chip-Veredelung: Schrägschnitt von etwa 20° seitlich in die Unterlage, so dass der entstehende Span oben dünn und unten dicker ist, die Flanken verlaufen parallel, oben ist er rund, unten waagerecht abgeschnitten. In derselben Weise wird ein Edelreis mit Auge abgeschnitten, so dass der abgeschnittene Chip genau auf die Unterlage passt. Diese Veredelungsform wird beim Apfel vorgenommen, vom Frühjahr bis 9, auch im Winter. - Im übrigen siehe Okulation und Geißfußveredelung.

Einspitzen: Mit Hilfe dieser Methode können Kahlstellen der Äste wieder Fruchtholz erhalten. Anwendung im Frühjahr, sobald die Rinde vom Holz gelöst werden kann. Als Edelreis nimmt man einjährige Reiser oder diesjährige mit Blütenknospen. Das Reis erhält einen normalen Kopulierschnitt, der Zweig einen T-förmigen Rindenschnitt wie beim Okulieren. Die Rinde wird gelöst und das Edelreis eingeschoben. Weitere Behandlung wie üblich. Jedoch sollte man, um das Anwachsen des Reises zu erleichtern, über dem T-Schnitt ein kleines Rindenstück etwa 2 - 3 mm hoch abschneiden, Breite wie der T-Schnitt.

Zweigübertragung: Die Übertragung (Ablaktion) ganzer Zweige ist schon in der Antike bekannt gewesen. Der Erfolg stellt sich fast immer zwanglos ein. Voraussetzung ist, dass zwei geeignete Gehölze in unmittelbarer Nachbarschaft stehen. Man entfernt bei beiden an der Berührungsstelle die Rinde bis auf die Kambialschicht, legt beide zusammen und sorgt durch einen festen Verband dafür, dass beide ihre Lage nicht verändern können. Die Verbindung beider mit ihren Wurzeln bleibt erhalten und so wachsen sie schnell zusammen. Danach wird der eine Teil über, der andere unter der neuen Verbindung abgeschnitten. Auf diese Weise kann z.B. bei Spalierobst ein abgebrochener Zweig ersetzt werden.

Wundüberbrückung: Dieses Verfahren wird oft bei großen Krebswunden angewendet. Ein passender Jungtrieb unterhalb der Wunde wird nach oben gebogen und am Stamm fixiert. Im nächsten Jahr, sobald die Säfte steigen, wird er über der Wunde mit dem Stamm vereinigt: Sein oberes Ende erhält einen Kopulierschnitt, Schnittfläche parallel zum Stamm, der Stamm erhält einen umgekehrten T-Schnitt. Das Zweigende mit dem Kopulierschnitt wird unter die beiden Lappen geschoben und verbunden usw.

 

 

Umpfropfen:

Umpfropfen ist dann angesagt, wenn die Früchte nicht den Wünschen entsprechen, der Ertrag gering ist oder eine Befruchtersorte fehlt. Die vegetative Verträglichkeit ist zu beachten. Nur Apfel auf Apfel und Kirsche auf Kirsche kann umgepfropft werden. Allerdings können mehrere Sorten einer Obstart aufgepfropft werden. Nur junge und gesunde Bäume sind geeignet, Aprikose und Pfirsich weniger, da sie nur eine kurze Lebensdauer haben. Kirschen sind wegen ihrer Holzkrankheiten auch nicht besonders gut geeignet, wenn, sollte die Umveredlung im Sommer vorgenommen werden. Die Edelreiser müssen am besten im Dezember geschnitten werden (siehe Allgemeines). Sie werden in Kisten mit feuchtem Sand aufbewahrt in einem Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperatur nicht über 5° oder im Freien bis zu 2/3 in der Erde steckend, geschützt gegen austrocknende Winde und Sonne. Zweckmäßigerweise alle Reiser bündeln und kennzeichnen. Bei dieser Gelegenheit könnte u.U. auch eine zweite Sorte mit berücksichtigt werden.

Die Krone des Baumes wird während der Winterruhe abgeworfen, d.h. abgeschnitten. Erst die seitlichen Tragäste um 2/3 bis 3/4 absägen, aber alle gleich hoch (Saftwaage), dann den Mittelast so kürzen, dass er höher ist als die gekürzten Tragäste und die gedachte Linie von links nach rechts Tragastspitze - Mittelastspitze - Tragastspitze einen (Abwurf-)Winkel von 120° bildet bei Seitenansicht. Anschließend werden alle Seitentriebe an den Tragästen und am Mittelast abgeschnitten bis auf einen oder zwei, die als Zugäste dienen. Diese werden nur leicht zurückgeschnitten, so dass sie nach unten zeigen, sie helfen bei der Versorgung der Edelreiser mit Nährstoffen und verhindern, dass die Edelreiser im Saft ersticken. Bei älteren Bäumen werden nur die Kronenäste, nicht der Stamm, umveredelt. Und nur die Äste werden umveredelt, die genug Raum haben für die neuen Triebe. Es empfiehlt sich, die Hauptäste bis zu den Gabeln zurückzunehmen und auf diese zu veredeln. Die gleichstarken Kronenäste sollten nach dem Abwerfen eine Kegelform bilden. Schwächere Äste bleiben länger, sehr starke werden kürzer geschnitten. Bei allen Maßnahmen die künftige Kronenform im Auge behalten. Der Kronenbereich wird ausgelichtet.

Vor der Veredelung werden alle Äste nochmals etwas gekürzt. Das Holz der Schnittstelle muss hell, die Rinde grün sein. In der Nähe der Schnittstelle darf keine Verzweigung, Vernarbung oder Wunde sein. Mit der Hippe wird der ausgefranste Sägerand geglättet. Damit ist der Pfropfkopf zur Veredelung bereit. Das "Pfropfen hinter der Rinde" oder "Anplatten" ist für Anfänger am einfachsten. Beide Varianten sind in diesem Abschnitt schon beschrieben.

Das Edelreis wird mit einem Lappen von Erde oder Sand gereinigt. Nach erfolgreicher Veredlung werden Triebe, die sich im unteren Bereich des Pfropfkopfes aus schlafenden Augen gebildet haben, weggeschnitten, evt. noch einmal im Sommer (Freistellen), damit sie nicht die Veredelungsstelle überwuchern. Die noch tiefer austreibenden Jungtriebe bleiben erhalten, um den unter den Rückschnitten leidenden Baum zu helfen. Erst später werden sie gelichtet und gestutzt, sie dienen dem Ast als Begrünung. Wie auch bei anderen Veredelungsmaßnahmen empfiehlt es sich, die austreibende Reiser durch einen Stab oder einen Rutenbogen gegen Wind und Vögel zu schützen. Durch Anbinden an diesen Schutz wird Abbrechen weitgehend vermieden. - Im zweiten Jahr muss bei allen Pfropfköpfen der Leittrieb festgelegt werden, dem sich die anderen unterordnen müssen. Diese müssen erhalten bleiben, damit die Wunden besser verheilen, sie werden aber gleichzeitig so geschnitten, dass sich dort die ersten Früchte bilden können. Sie müssen kürzer sein und möglichst in die Waagerechte wachsen. Der Führungstrieb muss dagegen in der Richtung des früheren Leitastes wachsen. Konkurrierende Seitentriebe am Führungstrieb immer entfernen, flachstehende Triebe bleiben ungekürzt. Die Mitteltriebverlängerung wird um 1/4 bis 1/3 gekürzt auf ein Auge, das in die richtige (ursprüngliche) Richtung zeigt, je schwächer der Trieb, desto stärker wird zurückgeschnitten und umgekehrt. Anschließend werden auch die übrigen Tragastverlängerungen in derselben Weise behandelt. Auch die Zugäste werden stufenweise gekürzt, so dass sie spätestens nach drei Jahren völlig entfernt sind.

Diese Eingriffe von Menschenhand sind so 'einschneidend', dass dem Baum geholfen werden muss, wieder schnell groß und stark zu werden: Man arbeitet dazu reichlich Kompost in die Baumscheibe ein und deckt sie ab mit Mulch.

Pfirsich umveredeln: Die beste Art der Umveredelung ist das Okulieren, Umpfropfung gelingt nicht. Der Baum wird im Frühjahr stark verjüngt durch Abwerfen aller oberen Astteile, nur die unteren Aststümpfe verbleiben. Daraus treiben zahlreiche Jungtriebe, die besten darunter wählt man aus und stellt sie frei. Im Sommer wird okuliert, und zwar auf die stärksten Jungtriebe und immer so tief unten wie möglich. Im nächsten Frühjahr werden die Jungtriebe auf etwa 10 cm Länge zurückgeschnitten und die Wildtriebe entfernt.

Auf Bestäubersorten ist bei allen Veredelungsarbeiten zu achten (siehe 'Bestäubung Äpfel, Bestäubung Birnen'). Siehe auch 'Obstbaumunterlagen'

Auf vegetative Verträglichkeit ist bei allen Veredelungsarbeiten zu beachten:

  1. Äpfel. Untereinander völlig wachstumsverträglich sind: Blenheimer Goldrenette, Bohnapfel, Boikenapfel, Boskoop, Croncels, Goldparmäne, Gravensteiner, Jakob Lebel, Klarapfel, Landsberger Renette, Prinzenapfel, Ribston Pepping, Roter Trierer Apfel. Unverträglich sind: Goldparmäne mit Champagner Renette, Charlamowsky, Gelber Edelapfel, Grüner Winterstettiner, Kasseler Renette, Königlicher Kurzstiel, Orleans Renette, Purpurroter Cousinot, Roter Eiserapfel. Croncels mit Cox Orange und Sternrenette. Jakob Lebel mit Adersleber Kalvill, Ananas-Renette und Champagner Renette. Als Unterlage kommen Sämling (stark wachsend) und verschiedene andere Unterlagen in Frage, die nur wenig Wurzelausdehnung haben. Letztere führen zu einem früheren Ertrag, aber auch zu früherer Ertragsminderung. Ist die Fruchtsorte zu schwach, ist eine Zwischenveredlung nötig. Dafür kommen dafür in Frage: Bohnapfel, Croncels, Landsberger Renette.
     
  2. Birnen. Vegetativ verträglich sind: Bosc's Flaschenbirne, Diels Butterbirne, Gute Luise, Köstliche von Charneu, Neue Poiteau, Pastorenbirne, Williams Christ. Nichtverträglich untereinander sind: Baronsbirne, Blumenbachs Butterbirne, Bunte Julibirne, Gräfin von Paris, Williams Christ und die Vereinsdechantsbirne mit Amanlis Butterbirne, Bosc's Flaschenbirne, Gellerts Butterbirne und Präsident Drouard. - Unterlage für Birnen sind entweder Sämling (stark wachsend) oder Quitte (schwach wachsend für Büsche, Spindeln, kl. Spaliere). Direkt auf Quittenunterlage gedeihen nicht: Bosc's Flaschenbirne, Charneux, Clairgeau, Clapps Liebling, Conference, Frühe von Trèvoux, Gute Graue, Gute Luise, Kongressbirne, Marie Luise, Napoleons Butterbirne, Pitmaston, Präsident Drouard, Rote Dechantsbirne, Tongern, Triumph von Vienne, Williams Christ. Ist die Fruchtsorte zu schwach, ist eine Zwischenveredlung nötig. Dafür kommen dafür in Frage: Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Neue Poiteau, Pastorenbirne, Salzburger Birne, Vereinsdechantbirne. Oder sie werden auf Sämling veredelt.
     
  3. Quitten. Unterlage für Quitten sind entweder 'Quitte A', 'Cydonia MA' oder Weißdorn. Letzterer wird aber wegen der Feuerbrandgefahr kaum noch verwendet.
     
  4. Pflaumen. Ist die Fruchtsorte zu schwach, ist eine Zwischenveredlung nötig. Dafür kommen dafür in Frage: Anna Späth, Katharinenpflaume, Schöne aus Löwen.

Veredelungen werden auch von manchen Gärtnereien ausgeführt. Oder das Edelreis feucht umwickelt einschicken an: Artländer Pflanzenhof, Fliegerhorst 2, 49635 Badbergen.

Siehe auch Obstbäume - Vorspann und Verjüngung