Mykorrhizapilze

   

Mykorrhizapilze.

Mykorrhizapilze bilden feine Pilzfäden (Mykorrhiza-Symbionten), die mit Kulturpflanzen eine Symbiose eingehen dadurch, dass die Wurzeln mit dem Pilz eine ganz enge Verbindung schaffen. Erreger (Nematoden oder Schadpilze) können in dieses Wurzelgeflecht nicht mehr eindringen, gleichzeitig wird die Pflanze durch die Kooperation mit dem Pilz auch in Bezug auf Blätter und Triebe abwehrstark, sie blüht länger und bildet größere Früchte aus. Stress-Situationen wie Hitze, Trockenheit, Befall werden weit besser überstanden.Vor allem scheidet der Pilz Antibiotika aus, nutzt geringste Wassermengen aus und stellt sie der Pflanze zur Verfügung, so dass Trockenschäden selten sind. Mit Hilfe der Wurzelpilze und ihrem engmaschigem Zellfadensystem (Hyphen) wachsen Pflanzen auch besser an. Sonst nicht pflanzenverfügbare Nährstoffe wie Phosphor, Stickstoff und Spurenelemente bei den Nadelbäumen werden ebenfalls aufgenommen und weitergeleitet, weniger Dünger ist notwendig. Die Pflanze stellt dem Pilz dafür aus der Fotosynthese gewonnene Zuckerstoffe zur Verfügung. - Andere Pilzarten dringen nicht in die Wurzeln ein, sondern umzingeln sie mit einem dichten Gewebe. Die gegenseitigen Beeinflussungen sind noch nicht geklärt. Es gibt aber auch Verbindungen zwischen verschiedenen Pflanzen und einem Pilz und einer Pflanze mit mehreren Pilzen. - Heidegewächse könnten dem kargen Boden kaum Nährstoffe abgewinnen, wenn nicht Mykorrhiza-Pilze ihnen zu Hilfe kämen. - Bekannt sind auch die Wechselwirkungen zwischen Orchideen und Pilzen, deren Hyphen ebenfalls in die Blumenzellen eindringen. Ohne deren Mithilfe könnten die nährstoffarmen Samen der Orchideen nicht wachsen.

Einige dieser Pilzarten, die für Anwendung im gärtnerischen Bereich in Frage kommen, gibt es zu kaufen, sie sind geeignet für Garten und Blumentöpfe. Die Wirkung hält nur jeweils ein Jahr an. Viele Kulturpflanzen gehen eine Symbiose mit solchen Pilzen ein, sie sind zum Teil auch im Boden vorhanden. Für Bäume ist die Symbiose lebenslang. Etwa 80% aller Pflanzen leben in einer Gemeinschaft mit Pilzen. Etwa 90% aller Pflanzen wachsen mit ihnen zusammen, nur die Kohlfamilie und die Sauergräser nicht.

Je nach Wassergehalt, Nährstoffangebot und anderen Umwelteinflüssen ist die Wirkung unterschiedlich, da jeder Stamm und jede Linie eine andere Wirkung auf die Pflanzen haben kann. Manche Pflanzen reagieren überhaupt nicht darauf. Auf jeden Fall sollte der Boden nicht überdüngt sein mit Phosphor und Stickstoff, denn dann benötigen die Pflanzen keine Mithilfe und verwehren dem Pilz das Eindringen. Außerdem muss der Boden im sauren Bereich liegen, reagiert er basisch, ist den Pilzen die Grundlage entzogen.

Wenig oder gar nicht wirksam sind Versuche, mit Mykorrhiza-Pilzen Gänsefuß- und Knöterichgewächse, Kreuzblütler und auch einige Schmetterlingsblütler zu fördern.

Umweltbelastungen wie saurer Regen, Überdüngung aller Art kann den Pilz zum Absterben bringen, dann stirbt auch oft die Pflanze.

2003. Gem. Landesanstalt für Pflanzenschutz, Stuttgart, haben Pflanzenstärkungsmittel mit nützlichen Bakterien und Pilzen eine positive Wirkung.

Allgemein sind solche Pilze überall in der Natur zu finden. Sie verbinden sich nicht nur mit den Pflanzen, mit denen sie Nährstoffe austauschen, sondern auch mit anderen Nachbarpflanzen und schleusen Nährstoffe von stärkeren zu schwächeren Pflanzen. Im Botanischen Institut der Uni Basel wurde nachgewiesen, dass acht von elf untersuchten Pflanzen ohne die Mykorrhizapilze nicht existieren konnten. Wenn sich die Pilzart verändert, wechselt auch der Pflanzenbestand. Je mehr Pilzarten gefunden wurden und je weiter das Pilzgeflecht ausgedehnt war, umso stärker wuchsen auch Wurzeln und Blätter.- In der Uni Neu-Delhi wurde ein Pilz (Pirimispora indica) entdeckt, der mit Wüstenpflanzen zusammenlebt. Er erhöhte bei Laborversuchen den Ertrag von Heilpflanzen, Hülsenfrüchten, Mais und Tomaten. - Der Pilz Colleotrichum gloesporoides blockiert die Ausbreitung von Wicken auf Reis- und Sojafeldern. Er ist in den USA schon im Handel. -

Handelsprodukte 'Azet-Dünger' (außer Azet Rhododendron-Dünger), 'Inoq', 'Pflanzenpauer' und 'Vitalin'.

Siehe auch den Einführungstext Nützliche Tiere, Bakterien, Pilze