Kräuter: Anbau Kräuter allgemein

   

Kräuter können auch in Töpfen auf Balkon, Terrasse oder Fensterbank gezogen werden. Wie üblich, das Abzugloch mit einer Scherbe oder größerem Stein abdecken und unten eine Dränageschicht aus Kies oder Blähton von 1 - 2 cm Dicke vorsehen. Die Erde sollte aus guter Gartenerde, Sand und Kompost bestehen, viele benötigen auch etwas Kalk°. Besonders bequem sind die Saatscheiben zu handhaben, die von einigen Firmen angeboten werden. - Die Südländer müssen im Herbst umziehen, die anderen müssen gut geschützt werden vor Frost und Regen. Immer auch zwischen Erd- oder Steinboden und Topf eine dicke Styroporschicht vorsehen. Im Küchenfenster können überwintert werden: Basilikum, Bohnenkraut, Dill, Estragon, Gartenkresse, Majoran, Petersilie, Rosmarin, Schnittlauch, Thymian, Zitronenmelisse. Es muss aber auf feuchte Luft geachtet werden, Nähe der Heizung führt zum Misserfolg. Will man Erfolg haben, sollte man beachten:

  • Licht. Je heller die Töpfe stehen, dest kompakter und gesünder wachsen die Pflanzen und desto mehr Aroma bilden sie.
  • Temperatur. Lange halten Rosmarin, Salbei und Thymian, wenn sie hell und kühl stehen (10 - 16°). Basilikum braucht mehr Wärme, etwa 10 - 22°.
  • Luft. Die Kräuter brauchen Freiraum. Auch Blattläuse nutzen gerne die Gunst der Stunde und besiedeln die Triebspitzen.
  • Platz. Supermarktkräuter stehen meist zu mehreren in einem Topf. Zieht man einzelne Pflanzen aus der Erde und knipst man von anderen nur die Triebe ab, verschafft man den verbliebenen mehr Platz.
  • Wasser. Angewärmt und kalkarm mögen es Pflanzen am liebsten. Man kann immer mit warmen Gießwasser die Erde anfeuchten.

Bei den beliebten Kräuterspiralen oder Rundbeeten sind die Bedürfnisse der einzelnen Kräuter schlecht zu erfüllen, zumal auch noch Höhe und Pflanzenfeindschaft zu berücksichtigen ist. Eher trockenen Boden mögen Majoran, Rosmarin, Salbei und Thymian, feuchten Boden Kerbel, Petersilie, Schnittlauch und Zitronenmelisse. Ziemlich hoch werden Borretsch, Dill, Liebstöckel, Meerrettich und Sauerampfer. Liebstöckel kann andere nahe Pflanzen schädigen und sollte sowieso nur in einem größeren Abstand von ihnen stehen. Dill verträgt wegen seiner langen Pfahlwurzel kein Umsetzen, überdies ist er mit sich selbst unverträglich und braucht große Abstände. Man sät ihn am besten zwischen einjährigen Blumen aus. Dill ist mit Fenchel feindlich, Petersilie mit Sellerie. Estragon und Thymian vertragen nur wenig Frost, Rosmarin kann dagegen viel mehr vertragen. Majoran, Pimpinelle, Rosmarin und Salbei kommen auch im Steingarten zur Geltung. Majoran, Thymian und Schnittlauch können auch Gemüse- oder Blumenbeete einfassen. Pfefferminz und Zitronenmelisse wuchern gern, sie sollten eine Wuchsbremse bekommen, z.B. in Form eines Plastikeimers, dem der Boden und ein Teil seines unteren Umfangs entfernt wurde. Der obere Rand sollte gerade unter der Erdoberfläche sein.

Eigentlich produzieren die Pflanzen am meisten ätherische Öle, wenn der Boden karg ist. Wenn aber ständig geerntet wird, muss gedüngt werden, am besten mit Kompost. Die Samen brauchen oft mehrere Wochen bis zur Keimung. Es muss der Boden ständig feucht gehalten werden. Eine wichtige Unterstützung bekommt der Boden durch Bacillus subtilis FZB 24. Siehe auch Aussaat.

Viele davon wie Fingerhut, Königskerzen, Nachtkerzen, Steinklee und Stockrosen bilden lange Pfahlwurzeln aus. Man kann sie deshalb nur umsetzen, wenn sie noch nicht richtig Fuß gefasst haben.

Noch einige Punkte zum Kräuterbeet:

  • Prüfen Sie immer die Bodenbeschaffenheit.
  • Etikettieren Sie rechtzeitig Ihre Aussaat.
  • Bedenken Sie die Höhe der Kräuter.
  • Wenn überhaupt, düngen Sie nur mit Pflanzenjauche oder organischem Dünger.
  • Den Standort der Kulturen sollten Sie jährlich wechseln.
  • Denken Sie rechtzeitig an den Winter bzw. das Überwintern.
  • Ernten Sie am besten am morgens ab 10 Uhr, mittags lässt das Aroma schneller nach.
  • Man sollte die Kräuter auch umgeben mit Rindenmulch, Holzhäcksel, Pinienrinde oder auch Splitt und Kies. Der Boden sollte vorher unkrautfrei gemacht werden. Auf diese Weise braucht man viel weniger zu gießen.
  • Man sollte sie kurz vor dem Aufblühen ernten
  • Das Wetter vor der Ernte sollte mehrere Tage lang warm und trocken sein
  • Es sollten alle Blätter gesund und gut ausgefärbt sein
  • Man sollte darauf achten, daß bei einer großen Ernte dunkel getrocknet wird

Wenn es geht, sollten Sie den Standort möglichst in Küchennähe anordnen. Mit fetten, schweren Böden machen Sie sich keinen guten Gefallen. Das Beet kann in Form einer Schnecke angelegt werden. An der Basis ist der Boden fett, je höher man nach oben kommt, umso mehr ist er mager und trocken.

° Kalk lieben: Bärlauch, Bohnenkraut, Borretsch, Estragon, Fenchel, Kümmel, Lavendel, Löwenzahn, Majoran, Petersilie, Pfefferminze, Pimpinelle, Portulak, Rosmarin, Salbei, Schafgarbe, Schnittlauch, echter Thymian, Weinraute, Wermut, Ysop.