Knollen: Treiben von Blumenzwiebeln

   

Treiben von Blumenzwiebeln.

Hyazinthen und andere Frühlingsblüher wie Rittersterne können schon im Oktober auf verschiedene Art getrieben werden:
Üblicherweise benutzt man dazu ein besonderes, hohes Hyazinthenglas, das im oberen bauchigen Teil die Zwiebel (sie muss zum Treiben vorbestimmt sein, Mindestumfang 18 cm) aufnimmt, und dessen unterer Teil mit abgekochtem Wasser gefüllt wird, dem etwas Kohlepulver zugegeben wird. Zwischen Wasseroberfläche und Zwiebelboden sollte ein Abstand von von etwa 5 mm sein. Die Zwiebel wird mit einem spitzen Papierhut abgedeckt, der dunkles Erdreich vortäuscht, und das Glas kühl gestellt, bei etwa 5 - 10°. Trübes Wasser immer durch frisches ersetzen. Sobald das Hütchen von den Neutrieben der Zwiebel hochgehoben wird, wird es abgenommen und das Glas in einen warmen und hellen Raum gestellt. Während der Blüte empfiehlt sich Kühlstellen in der Nacht, die Blütendauer verlängert sich dadurch. - Kommen die Blüten nicht voran, bleiben sie stecken, hat die Pflanze nicht genügend Wurzeln gebildet oder der Zwiebelboden hat Kontakt mit dem Wasser bekommen und ist angefault. Ist das nur oberflächlich der Fall, kann man das faule Gewebe abschneiden und die Wundstelle mit Kohlepuder behandeln. Anschließend in Blumentopferde verpflanzen und beobachten. - Ist kein kalter Raum vorhanden, werden alle Blumenzwiebeln, auch die Hyazinthen, in Töpfe gepflanzt und an einer geschützten Stelle im Garten eingegraben. Gut abdecken mit Sand, Erde und anschließend einer dicken Laubschicht. Die eigentliche Treiberei beginnt dann im Haus nach ausreichender Wurzelbildung. Die Wurzeln müssen weiß sein. Für die Weihnachtstreiberei ist Ende November der richtige Zeitpunkt. Die Töpfe werden erst in einen kühlen Raum gestellt, dann an das Fenster. Immer ausreichend gießen, die Pflanzen dürfen nicht austrocken. Die Weihnachtsnarzissen können ohne Umweg direkt an das Fenster gestellt werden.
- Nach der Blüte werden die im Wasser vorgezogenen Hyazinthen in Töpfe mit Blumenerde gesetzt, im nächstfolgenden Frühling erhalten sie einen Platz im Garten.

Hyazinthen, die durch Wärmebehandlung präpariert sind, wachsen ebenfalls früher heran. Man verwendet saubere Tongefässe mit Abzugloch. Die Zwiebeln werden in angefeuchtete, sandige, neue Blumenerde gesetzt, auch mehrere 'Etagen' übereinander sind möglich, auch wechselweise Amaryllis, Hyazinthen, Iris, Narzissen, Tulpen, die oberste Zwiebelschicht wird nur mit wenig Erde bedeckt, jeweils eine Zwischenschicht von 2 cm aus Blumenerde zwischen den Zwiebeletagen vorsehen. Das Gefäß wird mit schwarzer Folie abgedeckt und in einen dunklen, kühlen Raum gestellt, etwa 5 - 6°. Sobald sie genügend Triebe und Wurzeln hervorgebracht haben, kommen sie in einen etwas wärmeren, hellen Raum. Schließlich werden sie in ein warmes Zimmer geholt, sobald sich die ersten Knospen gebildet haben.
Nachts kühler stellen, damit die Blühdauer verlängert wird. - Treibblumenzwiebeln nehmen Schaden, wenn sie im Keller zusammen mit Gemüse aufbewahrt werden.

Normale Zwiebeln können aber auch in Töpfe mit sandiger Erde gepflanzt werden und kühl im Gewächshaus heranwachsen. Sobald sie blühen, werden sie in die Wohnung geholt.
In jedem Falle nur gesunde Zwiebeln verwenden.

Handelsware:

Vorgetriebene Blumenzwiebeln können schon Anfang des Jahres im Handel gekauft werden, vor allem im März gibt es reichhaltige Auswahl. Schon nach 1 - 2 Wochen nach ihrer Ankunft in der Wohnung fangen sie an zu blühen. Die Temperatur sollte in keinem Fall über 20° liegen, sonst ist die Schönheit bald dahin. Krokusse, Narzissen und Traubenhyazinthen pflanzt man vorher in größere Töpfe um, ohne die Zwiebeln voneinander zu trennen, am besten im Knospen-Zustand. Die Wurzeln dürfen nicht beschädigt werden. Man kann sie neu kombinieren nach eigenem Geschmack, wenn der Händler die Blütenfarbe abgegeben hat.

Angeboten werden z.Z.: Hyazinthen, Narzissen, Porzellanblümchen (Puschkinia), Tulpen, Vorfrühlingsanemonen.