Knollen: Allgemein

   

 

Knollen & Zwiebelblumen sind dankbare Pflanzen und blühen oft jahrelang, viele Arten verwildern und bilden Blumenmeere. Tulpen (außer Wildtulpen) werden am besten nach der Blüte oder im Herbst herausgenommen, gereinigt, und kühl und trocken im Keller gelagert.

Wühlmausgefahr:

Bei Wühlmausgefahr sollten sie immer in Drahtkörben ausgepflanzt werden, Plastikkörbe werden durchgefressen. Die Maschenweite sollte nicht über 5 mm sein, der obere Rand muss fast mit der Erdoberfläche abschließen. Die Pflanzerde muss gut gelockert sein, ggf. mit Sand mischen. Direkt unter dem Zwiebelboden darf kein Hohlraum sein.

Kauf/Lagerung/Prüfung:

Nicht geschlossene Verpackungen kaufen: Die Zwiebeln und Knollen müssen angesehen werden können. Sie sollten außen unversehrt, frei von Schimmel und Flecken sein und keine weichen Stellen, auch nicht am Zwiebelboden, aufweisen. Auf den Zwiebelboden und die Zwiebel drücken, ob sie fest bleibt oder nachgibt. Lassen sich die Spitzen leicht eindrücken, sind sie im Inneren durch die Larven der Narzissenfliege ausgehöhlt. Das kann betreffen außer Narzissen: Amaryllis, Hyazinthen, Märzenbecher, Schneeglöckchen. Knollen mit Runzeln wurden wahrscheinlich von Thripsen befallen. Das kann betreffen Alpenveilchen, Amaryllis, Begonien, Dahlien, Freesien, Gladiolen, Iris. Im Zweifel Zwiebeln 2 Stunden lang mit heißem Wasser 45° behandeln oder vernichten. Sie können den Boden infizieren und großes Unheil heraufbeschwören. Durch diese Maßnahme wird auch die Tulpenzwiebellaus getötet. Etwaige Erdanhaftungen entfernen, es könnten Nematoden darin enthalten sein. Zwiebeln, die schon ausgetrieben haben, werden schlecht einwurzeln. - Die mittleren Größen sind am dankbarsten.

Man lagert sie im Schatten, kühl und trocken, am besten werden sie aber gleich nach Kauf gepflanzt. Nur wenige Tage lagerfähig sind Bärlauch, Hundszahn, Kaiserkronen, Lilien, Märzenbecher, Schachbrettblumen und Schneeglöckchen. Bei Postversand die Tüten gleich öffnen, außer bei Lilien.

Schädlinge fernhalten durch Gamander (Teucrium), Witwenblume (Scabiosa), Sterndolde (Astrantia), Fenchel (Foeniculum) und Fetthenne (Sedum).

Bodenvorbereitung:

Die Bodenvorbereitung ist wichtig. Viele Pflanzen mögen keine Staunässe. Unsere Winter sind inzwischen regenreicher geworden. Deshalb sollte der Untergrund durchlässig sein: Feste Lehm- oder Tonböden müssen mit Sand aufgelockert werden. Eine dicke Lage Sand auf dem so vorbereiteten Untergrund lässt das Wasser an der Zwiebel vorbei nach unten laufen. Wer nicht tiefer graben möchte als ein Spaten tief, sollte bei festen Untergründen zumindest an den Pflanzstellen tiefer ausheben und diese Erde mit Sand mischen. Die seitliche Ausbreitung durch Brutknollen wird ebenfalls unterstützt durch lockere Erde.

Als Düngung in der Frühphase nur Kompost einbringen, und zwar je mehr, je mehr es sich um moderne Hochzuchten handelt, und umso weniger, wenn es sich um Wildpflanzen und um erbsengroße Zwiebeln handelt. Siehe auch bei den einzelnen Pflanzen. Frischer Dung oder Jauche sind in keinem Stadium angebracht.

Pflanztiefe/Pflanzzeit:

Die Pflanztiefe ist je nach Zwiebelumfang verschieden, es gilt allgemein die Faustregel 'doppelt bis dreimal so tief wie der Durchmesser' der Zwiebel soll die Erdüberdeckung sein. Im leichten Boden eher etwas tiefer als im lehmigen Boden. Ausnahmen sind Alpenveilchen mit 2 cm Erdüberdeckung, Madonnenlilien nur wenige Zentimeter und Tulpen, die, unabhängig von der Größe der Zwiebel, mindestens 10 cm Abdeckung erhalten. Pflanzzeit für im Frühjahr blühende Pflanzen ist 9 - 11, für herbstblühende Frühjahr. Im August pflanzt man herbstblühenden Enzian (8 - 10), Gewitterblume, Herbstkrokusse, Herbstzeitlose, Madonnenlilie. Enziane können zwischen August bis Oktober gepflanzt werden. Alpenveilchen werden im Frühjahr gepflanzt. - Je tiefer die Zwiebeln gesetzt werden, umso später blühen sie. Das kann man sich zunutze machen bei spätfrostgefährdeten Arten. - Die Abstände sollten bei großen Zwiebeln um 8 cm, bei kleinen etwa 2 - 5 cm groß sein.

Vorquellen:

Einige Pflanzen (z.B. Anemonen, Lilien, Ranunkeln und Winterlinge) wurzeln schneller, wenn sie einen Tag in lauwarmes Wasser gelegt worden sind. Der übliche Pflanztermin ist 9 - 10, noch vor dem Frost. Ein früher Termin fördert die Wurzelbildung und die Winterfestigkeit. Man gibt dann einige Tropfen Baldrian ins Wasser. Vorquellen in Kamillentee hemmt Bakterien und Pilze, in Schachtelhalmtee kräftigt die Pflanzen.

 

Staunässe:

Staunässe vertragen die wenigsten, deshalb sollte man immer eine Dränage aus Sand oder Kies vorsehen.

Blüte/Nachblütezeit:

Verblühtes wird sofort entfernt. Danach ziehen die Pflanzen langsam ein, das sieht nicht immer hübsch aus. Aber erst nach vollständiger Austrocknung der Blätter dürfen diese entfernt werden, am besten in die grüne Tonne geben oder Heißvergärung betreiben. Werden früh genug Einjährige ausgesät, überwuchern sie die unschönen Blätter. Das kann aber auch durch Pflanzen mit großen Blättern wie Funkien erreicht werden. - Beim Schneiden der Blumen muss berücksichtigt werden, dass die Pflanze ihre Blätter noch braucht, um Nährstoffe zu bilden. Sie sollten niemals vorher abgeschnitten werden.

Feuchtigkeit:

Während der Vegetationszeit benötigen die meisten Zwiebeln und Knollen ausreichend Feuchtigkeit, im Winter bekommen sie aber meistens zu viel, sie wollen dann eher trocken stehen. Empfindliche Blumen mit einer Art Regenschirm aus Plastik abdecken. Während der Vegetationsperiode mehrmals mit Pflanzenstärkungsmitteln spritzen, ggf. einige Knoblauchzehen zwischen die Blumen pflanzen.

Winterschutz:

Viele Zwiebeln und Knollen benötigen im Winter eine Abdeckung. Winterschutz allgemein benötigen: Blaulilie, Hakenlilie, Inkalilie, Kaphyazinthe, Kronenanemone, Montbretie, Nerine, Prärielilie, Ranunkel, Riesenlilie. Es empfiehlt sich, erst eine Kompostschicht aufzubringen und darüber Fichtenreisig. Auch die anderen Zwiebeln werden mit Kompost abgedeckt, so haben sie gleich im nächsten Jahr eine Startdüngung. Nur einige Wildpflanzen vertragen keine Düngung. Sobald die ersten Blattspitzen durchstoßen, wird das Reisig entfernt. Nach der Blüte wird erneut gedüngt. - Frostempfindliche Knollen und Zwiebeln werden vor dem Frost aus dem Boden genommen und grob von anhaftender Erde befreit. Es empfiehlt sich, sie dann trocknen zu lassen, ggf. hängend an ihren eigenen Trieben. Dann werden Laub und Triebe sowie angefaulte schwarze Wurzeln abgeschnitten, kranke Knollen und Zwiebeln mit Flecken oder weichen Stellen aussortiert, die restliche Erde und alte, abgestorbene Knollen (Gladiolen) entfernt. Dann kommen sie in das Winterquartier: Man setzt sie in Kisten auf sauberen trockenen Sand, ohne dass sie sich berühren, und lässt dann weiteren Sand auf sie herabrieseln, bis sie völlig bedeckt sind. Der Keller sollte dunkel und trocken sein, die richtige Temperatur ist etwa 8 - 10°. Gelegentliche Kontrolle ist von Vorteil. Ebenso Etiketten mit den wesentlichen Kennzeichen.

Verhütung von Krankheiten/Befall:

Blumen, die normalerweise im Herbst gepflanzt werden, können einige Jahre auf derselben Stelle verbleiben. Das gilt nicht für Tulpen. Sonst im nächsten Jahr die Zwiebeln und Knollen an einen anderen Platz pflanzen, damit Krankheiten weitgehend vermieden werden. Näheres siehe unter dem jeweiligen Pflanzennamen. - Benötigt man den Platz, kann man Zwiebeln und Knollen auch nach der Blüte herausnehmen und sie an schattiger Stelle mit Blättern einschlagen, bis sie einziehen. Danach die Blätter, Triebe und Wurzeln entfernen und kühl und trocken aufbewahren.

Frühjahrsblüher:

Anemone blanda, Iris, Kaiserkrone, Krokus, Narzisse, Riesenlauch, Schneeglöckchen, Steppenkerze, Traubenhyazinthe, Tulpe, (Wald)-Hyazinthe, Winterling.

Sommerblüher:

Abessinische Gladiole, Anemone, Begonie, Canna, Dahlie, Gartenfreesie, Gladiole, Glücksklee, Ixie, Trompetenlilie, asiatische Lilienhybriden, Montbretie, Ranunkel, Sparaxis.

 

Siehe auch: Begonien, Knollige Kapuzinerkresse, Orchideen, sowie Beeteinfassungen, Bewässerung, Blumenbeete - Planung, Blumenschnitt, Blumenzwiebekn (Treiben von), Blumenwiese, Bodenarten und pH-Wert, Bodenleben, Dachbegrünung, Duftgarten, Essbare Blüten, Gewächshäuser I (Technik, Vorschriften), Gewächshäuser II (Anbau von Gemüse usw.), Gießen, Gießwasser - Wasserhärte, Giftpflanzen - Giftzentralen, Humus, Kaltkeimer - Frostkeimer, Kompostbereitung, Mulchen, Naturgarten, Neudorff - Mischbarkeitstabelle, organische Düngung, Pflanzen für sandige Böden, Pflanzen für saure Böden, Pflanzen für kalkhaltige Böden, Rasenblumen, Schattengarten, Steingarten, Vermehrung, Vlies - Folien - Netze, Winterblüher, Winterschutz.