Kletter-Fassadenpflanzen: Fassadenbepflanzung

   

FassadenbepflanzungFassadenbepflanzung

Viele Kletterpflanzen eignen sich auch für die Fassadenbepflanzung, sie helfen mit zu klimatisieren. Putzwände sollten rissfrei und nicht feucht sein bei selbstkletternden Pflanzen, ausgewitterte Fugen müssen vorher saniert werden. Kunststoffbeschichtete Fassaden sind ebenfalls dafür ungeeignet, wohl aber für alle anderen, die Kletterhilfe benötigen. Eine Begrünung von 5 cm Dicke entspricht der Wärmedämmung einer Isolierglasscheibe. Die Außenhaut des Hauses wird gegen die UV-Strahlung der Sonne wirksam geschützt. Außerdem bietet die Begrünung vielen Insekten und Vögeln Unterschlupf (Bienen, Hummeln, Käfer, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Spinnen; Amsel, Grünling, Heckenbraunelle, Singdrossel, Spatz). Diese Tiere bilden bald ein sich selbst regulierendes System, so dass von einer Belästigung durch Insekten usw. kaum die Rede sein kann.

Rankpflanzen umwickeln nach einem Berührungsreiz eine Stütze, geeignet sind Gitter, Netze und Spaliere. Sie haben entweder besondere Triebe oder Blattstiele, die sich um die Stützen herumwickeln. Die Clematis braucht z. B. gitterförmige Rankhilfen für ihr rankenden Blattstiele. Andere Ranker sind Akebie, rankende Kapuzinerkresse, Passionsblume, Weinrebe, Wicke.

Schlingpflanzen brauchen eine Kletterhilfe, die mehr vertikal ausgelegt sein muss. Sie schlingen sich spiralförmig um die Stütze, je nach Art links- oder rechtsherum. Ein gutes Beispiel ist dafür der Blauregen. Geißblatt, Hopfen, Kiwi, Knöterich sind weitere Beispiele.

Spreizklimmer suchen meistens mit ihren Dornen oder Stacheln Halt an vielen waagerechten Sprossen, an denen sie angebunden werden müssen. Kletterrosen finden aber auch mit ihren Stacheln Halt an waagerechten Leisten, vor allem aus Holz. Bougainvilleen, Feuerdorn und echter Jasmin sind weitere Beispiele.

Selbstklimmer halten sich mit Haftwurzeln bzw. Haftscheiben direkt fest, z.B. Efeu benötigt keine Rankhilfe, seine Haftorgane halten sich an allen organischen Materialien fest und an Bauteilen, sofern sie nicht allzu glatt sind. Sie brauchen allenfalls am Anfang eine Kletterhilfe.

Man sollte sich die Situation in einigen Jahren/Jahrzehnten vorstellen, um genügend starke, nicht korrodierende Haltesystem vorzusehen. Man muss dabei Schneelast, Regen, Sturm und das Gewicht der Pflanzen mit ihrem teilweise mehr als armdicken Stamm einkalkulieren. Fenster, Rollladenkasten, Lüftungsrohre, Antennen usw. immer wieder freischneiden. Kletterpflanzen wachsen auch gern hinter Verkleidungen oder wachsen in Fugen hinein. Die Glyzine hat dann z.B. ein starkes Gewicht und kann Dachrinnen und Abfallrohre eindrücken. Am besten die Ranken anbinden und damit das Umschlingen der Haltedrähte verhindern. Der Schlingknöterich wächst schnell und bedeckt das Dach. Ist es aus Ziegeln, kann er sie hochheben.
Vorteilhaft ist Efeu für die Nordseite und Wilder Wein im Süden. Beide benötigen keine Kletterhilfen, aber der Efeu haftet einwandfrei nur auf Klinkern und Backsteinen, bei Putz oder Anstrichen kann eine Hilfe notwendig werden. Efeu kann durch Sonnenbestrahlung bei starkem Frost austrocknen, deshalb ist die Nordseite für ihn am günstigsten. Der Wilde Wein dagegen wirft seine Blätter im Winter ab und lässt die Sonnenstrahlen durch, die die Hauswand erwärmen; im Sommer kühlen die Blätter.

Stützhilfen aus Metall ohne Umhüllung können bei Dauerfrost gefährlich werden. Sie sollten auch immer genügend Abstand zum Haus haben, vor allem bei Rankpflanzen, die sich auch am Putz festhalten können, z.B. Efeu, wenn keine Beeinträchtigung des Putzes erwünscht ist.

Die Haftplättchen des wilden Weines bzw. die Haftwurzeln des Efeus lassen sich nur schwer entfernen, das sollte man vor einer Fassadenbepflanzung bedenken.

Immergrüne sollten nicht an eine Südwand gepflanzt werden. Sie können im Winter nicht genügend Wasser aus dem gefrorenen Boden saugen.

Winterschutz: Kletterpflanzen können auch umgebogen bzw. heruntergelassen werden auf den Boden, wo sie mit Laub oder Reisig abgedeckt werden.
Alle Schutzmaterialien müssen luftdurchlässig sein. Kokosmatten haben sich bewährt.

Mehrjährige Pflanzen

Höhe/m

Sonne

Halb- schatten

Schatten

empfind-lich

robust

immer-grün

Ranktyp

Baumwürger l.w.

5-10 m

x

x

x

Schl

Efeu

5-25 m

x

x

x

x

x

SeKl

Feuerdorn**

2- 5 m

x

x

x

x

SpKl

Geisblatt, immergrün

3-4 m

x

x

x

Schl

Geisschlinge

2- 6 m

x

x

z.T.

Schl

Glyzine

6-12 m

x

x

x

x

Schl

Hopfen

4- 6 m

x

x

x

Schl

Kletterhortensie

6-10 m

x

x

x

SeKl

Kletterrose

2- 5 m

x

x

x

SpKl

Kletterspindel

3-5 m

x

x

x

SeKl

Pfeifenwinde

5-10 m

x

x

x

Schl

Schlingknöterich°°

8-15 m

x

x

x

x

Schl

Trompetenblume

4- 8 m

x

x

RaKl

Waldreben, wild

2-10 m

x

x

x

RaKl

Weinrebe

3-10 m

x

x

RaKl

Wild. Wein P.quinqu.

8-12 m

x

x

x

RaKl

Wild. Wein P.tricusp.

12-15m

x

x

x

SeKl

Bedeutung der Abkürzungen:

Schl = Schlingpflanzen
SeKl = Selbstklimmer
SpKl = Spreizklimmer
RaKl = Rankklimmer

Viele Einjährige klettern sehr schnell, sie müssen entsprechend mehr Dünger erhalten.

Mehrjährige Kletterpflanzen, die an diesjährigen Trieben blühen, werden vor Vegetationsbeginn geschnitten, blühen sie an vorjährigen Trieben, werden sie sofort nach der Blüte geschnitten. Einjährige schneidet man gleich nach der Bildung von 2 - 3 Blattpaaren, um sie buschiger zu machen. Das gleiche Ziel erreicht man aber auch mit mehrfachen Baldrianspritzungen, ohne Wachstumsstockung.

* gefährdet durch Feuerbrand.

°° Der Asiatische Schlingknöterich Fallopia aubertii verdrängt einheimische Pflanzen durch Überwucherung.
Weitere Informationen vom Arbeitskreis Fassadenbegrünung.

Siehe auch Aussaat, Baldrian, Blattdüngung, Blumen trocknen, Blumenschnitt, Bodenarten und pH-Wert, F 1-Hybriden, Gießen, Giftpflanzen, Grenzabstand, Mulchen, Vermehrung,
Einführungstext von Stauden, Sommerblumen allgemein