Inhaltsstoffe H - J

   

Homocystein: Die schädliche Aminosäure Homocystein, ein Stoffwechselzwischenprodukt und Zellgift, raut die Arterienwände auf und leitet damit ein die Reihenfolge Cholesterinablagerung - Arteriosklerose - Herzinfarkt - Schlaganfall, auch Hirnschwund. Mit steigendem Alter erhöht sich auch der Anteil von Homocystein im Blut. Andere Faktoren für diese Steigerung sind der Lebenswandel schlechthin, die genetische Veranlagerung, der Cholesterinspiegel und die Ernährung. Homocystein wird abgebaut lt. Harvard University durch die B-Vitamine Folsäure zusammen mit B 6 und B 12 zu Methionin, wenn diese Stoffe ausreichend vorhanden sind. Als außerdem notwendiger Methylgruppenspender dafür kann das Phosphatidylcholin aus dem Sojalecithin genommen werden.

Die Kombination Methionin/Folsäure/Vitamin B 12 hat positiven Einfluss auf die Psyche. Dazu ist es nötig, täglich 700 g Obst und Gemüse zu essen, um genug Folsäure vorrätig zu haben, nämlich 400 Mikrogramm/Tag. Die Hälfte der über 50 jährigen Deutschen hat einen zu hohen H.-Wert. - 03 St. Bleich, Forschungsgruppe Uni Erlangen: Je regelmäßiger Alkohol getrunken wird und je höher die Menge ist, desto höher ist auch der Homocystein-Spiegel. - Hohe H.-Werte sind wahrscheinlich auch ein weiterer Risikofaktor für Alzheimer und andere Demenzkrankheiten. Auf jeden Fall soll ein Alzheimer-Patient auf genügende Zufuhr der B-Vitamine achten. Lecithin vermindert, Wein und Schnaps erhöhen den H.-Wert. - Experten empfehlen, den Homocysteingehalt ab 50 Jahren regelmäßig zu messen. Der kritische Wert liegt bei etwa 9 - 10 Mikromol/Liter. 10 - 15 = gefäßaggressive Wirkung ist zu erwarten. Über 15 deutlich gesteigerte Risiken für Arteriosklerose, Gefäßverschlüsse und Thrombose

Huminsäuren: Humussäuren. Amorphe Verbindungen im Boden, die durch biologische Umsetzungen aus meist vorherigen pflanzlichen Ausgangsmaterialien entstanden sind.

Hytroxytyrosol: Biophenol. Schützt das Herz, beugt Krebs vor, schützt die Haut vor vorzeitigem Altern. Vorhanden im Olivenöl und dessen Abwasser nach der Pressung.

Hypericin + Pseudohypericin + Hyperforin gelten als die wichtigsten Bestandteile des Johanniskrautes. Sie sind besonders wichtig für die antidepressive Wirkung (Nebenwirkung von Johanniskraut: Fehlgeburt). Wird neben Digoxin Johanniskraut eingenommen, wird die Digoxinwirkung um 25% verringert. Lebt eine Person mit Spenderherz und nimmt Johanniskraut, wird die Konzentration von Ciclosporin, das die Abstossung unterdrücken soll, gefährlich verringert. - Apothekenpflichtige Präparate können erhöhte Mengen an bestimmten Inhaltsstoffen enthalten. Sie werden gegen Depressionen verschrieben, möglicherweise sind dadurch Nebenwirkungen entstanden.

IBI 246 : 02. Wirkstoff in Tomaten, nach Erkenntnissen amerikanischer Forscher der North Carolina State University wirksamer und sicherer und weniger schädlich als DEET zur Insektenabwehr. Wirksam gegen Ameisen, Flöhe, Küchenschaben und Zecken.

Indole: Schwefelhaltige Substanzen, die vor allem in den verschiedenen Kohlarten vorhanden sind. Sie sind hitzeempfindlich, fördern den Abbau von Östrogenen und wirken dadurch wahrscheinlich der Brustkrebsentstehung entgegen. Sie sollen auch gegen Darmpolypen wirksam sein.

Inhibine: Vorkommen im Speichel von Menschen und Bienen. Sie haben eine entzündungswidrige und wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien und Hefen. Bei Versuchen mit Honig wurde eine wachstumshemmende Wirkung auf 21 verschiedene Bakterienarten festgestellt. In vielen Honigen ist das Inhibin Wasserstoffperoxid enthalten. Honig hat deshalb einen guten Ruf in der Wundbehandlung. Nach Honiggenuss ist die Plaque an den Zähnen geringer als bei Süssigkeiten. Auch dafür werden die Inhibine verantwortlich gemacht.

Inositol: Wasserlösliche Substanz, den B-Vitaminen zugerechnet. Schlafmittel, senkt erhöhten Blutdruck, befreit von Ängsten und Stress, es ist wichtig für das Wachstum und die Tätigkeit der Nervenzellen, auch für das Haarwachstum. Es wirkt gegen Arteriosklerose und Herzinfarkt. Im Körper ist es vorhanden in den Augenlinsen, im Augenhintergrund, im Blut, im Herzen, in den Gehirnzellen, in der Leber, in Muskeln, in der Myelinschutzschicht (Nervenhülle), in den Nieren und Tränen. Bauchspeicheldrüse, Blutplättchen, Gallenblase, Gehirn, Leber, Magen, Nieren, Schilddrüse und Zwischenhirn funktionieren nur einwandfrei mit Hilfe von Inositol.

Bei Mangel können entstehen: Alkoholsucht, Herz- und Kreislaufkrankheiten, Leberkrankheiten, Panik- und Angstattacken.

Enthalten in Blättern und Samen von Pflanzen, Bohnen, Herz, Fleisch, Früchten, Gemüse, Getreide (Hafer, Weizen), Kichererbsen, Lecithin (siehe dort), Melasse, Milch, Nieren, Nüssen, Reis, Zitrusfrüchten (ausser Zitronen).

Bedarf 3 - 5 g täglich, im Stress 6 -10 g. Gesunde synthetisieren Inositol zu etwa zwei Drittel selber. - Diabetiker haben einen Mangel an Inositol, weil ihr erhöhter Blutzuckerspiegel die Resorption verhindert mit der Folge von motorischen Störungen. - Mehrere Tassen Kaffee oder schwarzer Tee zerstören Inositol ebenso wie manche Medikamente, z.B. Aminoglykoside, Antibiotika, Sulfonamide. Flüssigkeitsaufnahme von über 2 1/2 Liter bewirkt vorzeitige Ableitung über den Urin.

Intybin: Bitterstoff. Enthalten in den Zichoriengewächsen, z.B. Chicorée, Endivie, Wegwarte. Würzig-scharfer Geschmack, verdauungsfördernd, unterstützt die Funktion von Galle und Leber.

Inulin: Ein löslicher Ballaststoff, ein Gemisch verschiedener Fructosepolymere, der vom menschlichen Darm nicht resorbiert werden kann. Nur die körpereigenen Bifidobakterien im Dickdarm können ihn verwerten, deren Wachstum wird angeregt, wodurch das Immunsystem gestärkt wird. Er regt die Darmfunktion an. Gekocht wird Inulin in Fruchtzucker umgewandelt und kann ohne Insulin vom Körper aufgenommen werden. - Inulin wird häufig Streichfetten zugefügt, um sie fettärmer zu machen. Leicht süsslich, weil Fructose nach Lagerung abgespalten wird. Enthalten in Artischocke, Chicorèe, Dahlie, Endivie, Gänseblümchen, Löwenzahn, Schwarzwurzel, Spargel, Topinambur, Wegwarte, Zichorie (Wurzel), Zwiebel. Es dient den Korbblütlern als Energiespeicher. Dieses Kohlenhydrat ist für Diabetiker geeignet. Es kann möglicherweise Allergien auslösen, wenn es Lebensmitteln wie Joghurt oder Margarine zugesetzt wird.

Isoflavonoide: Flavonoide. Sekundäre Pflanzenstoffe, Unterabteilung Phytoöstrogene. Isoflavone sind vor allem vorhanden in Rotklee und Soja.

Isothiocyanate: Diese Stoffe entstehen durch die Einwirkung des Kohl-Enzyms Myrosinase auf die im Kohl enthaltenen Glucosinolate. Sie sind vor allem im Kohl (Brokkoli) und in der Brunnenkresse enthalten und gelten als krebshemmend. In der John-Hopkins-Universität, Baltimore, wurde festgestellt, dass drei Tage alte Brokkolikeime die hundertfache Menge Schutzsubstanzen haben wie die reife Pflanze. Man schreibt diese Wirkung den Isothiocyanaten zu. Sie regen Enzyme an, die die Körperzellen entgiften und potenziell krebserregende Substanzen entschärfen. Auch andere Kohlsprossen sollen die gleiche Wirkung haben. Einige hundert Milligramm der herausgelösten Substanz haben Ratten vor Brustkrebs bewahrt. Sie sollen sogar Schäden an der DNS verhindern. Laut 'Lancet' sollen Menschen mit höheren Konzentrationen ein um 40 - 64% vermindertes Brustkrebsrisiko haben. Die genetische Ausstattuing spielt aber auch eine Rolle. - Bei einem Versuch konnte gezeigt werden, dass Raucher, die täglich 170 g Brunnenkresse assen, vermehrt Tabak-Schadstoffe schon nach drei Tagen ausschieden. Bei der Kontrollgruppe war das nicht der Fall. Ein wichtiges Isothiocyanat ist Sulforaphan. - Man nimmt an, dass Isothiocyanate auch eine Bedeutung haben bei der Unterdrückung von Unkräutern durch z.B. Bodendecker.

Jasmonate: Botenstoffe, die z.B. von Kartoffeln, Luzerne, Sojabohnen, Tabak und Tomaten bei Insekten- oder Pilzbefall ausgesandt werden, um andere Pflanzen zu warnen. Danach werden von diesen schnellstens bestimmte Eiweissstoffe, Pflanzenhormone oder Antibiotika in die Blätter transportiert. - Die Jasmonsäure regelt bei vielen tropischen Pflanzen die Produktion von Blattnektar nach Frassschäden. Dadurch werden Nektarfresser angelockt, die die Pflanzen vor weiteren Blattverlusten schützen. Das gilt für Nutzpflanzen wie Balsabaum, Baumwolle, Cashew-Nuss, Feigenkaktus, aber auch für Kirschen (Uni Würzburg/Max-Planck-Ges., Jena). Sie ist Transportmittel für Terpenoide, die in unversehrte Blätter geschleust werden bei Parasitenbefall und dort ausströmen, um Fressfeinde herbeizurufen. Durch Absonderung des gasförmigen Methyljasmonats werden sogar entferntere Nachbarpflanzen veranlasst, ihre Abwehr aufzubauen.

Juglon: Gerbstoff (Naphtochinon), seine ungiftige Vorstufe Hydrojuglon ist enthalten in Walnusswurzeln, -schalen und älteren -blättern. Es wird durch Einwirkung von Bakterien auf dem Boden in das giftige Juglon umgewandelt. Im Tierversuch hat es sich als erbgutverändernd herausgestellt.