Gemüse: Fruchtfolge - Fruchtwechsel

   

Fruchtfolge - Fruchtwechsel:

    Pflanzen entziehen dem Boden ganz bestimmte Stoffe und hinterlassen ihre oft giftigen Stoffwechselprodukte.  Außerdem treten gehäuft Schadpilze und Nematoden auf (Bodenmüdigkeit). Bei Mischkultur und Fruchtwechsel werden diese Folgen ausgeschaltet. Die früher praktizierte Dreifelderwirtschaft zeigt, dass auch schon damals die negativen Folgen von Monokulturen bekannt waren.

     

    Besonders bei folgenden Pflanzen muss gewechselt werden:

    • Bohnen, Erbsen, Fenchel, Frühkartoffeln, Gurken, Kohl, Möhren, Petersilie, Porree, Spinat, Zwiebeln.

    Weniger empfindlich sind Rosenkohl und Tomaten.

     

    Die Hauptkulturpflanze sollte frühestens nach drei Jahren wieder an dieselbe Stelle, bei Erbsen und Zwiebeln 6 - 7 Jahre warten.

      • Vorkultur: Kopfsalat, Radies, Spinat.    Kann durch Folie und Vlies verlängert werden.
      • Hauptkultur: Gurken, Möhren, Porree, Sellerie, Spätkohl, Tomaten.
      • Nachkultur: Herbstrüben, Kresse, Schnittsalat, Spinat.    Kann durch Folie und Vlies verlängert werden.
      • Zwischenkultur: Kresse, Radies, Salat.

      Der Boden kann noch besser ausgenützt werden, wenn die nächste Frucht schon gesät wird, obwohl die vorhergehende noch nicht (ganz) abgeerntet ist. In Weihenstephan hat sich die Fruchtfolge Eissalat-Sellerie-Porree besonders bewährt (174% mehr Ertrag).

       

      Beispiel für Fruchtfolge/Mischkultur:

       

       

      1. Jahr

      Kopfsalat

      Möhren

      Erbsen

      2. Jahr

      Möhren

      Erbsen

      Kopfsalat

      3. Jahr

      Erbsen

      Kopfsalat

      Möhren

      Vorkultur:

      Radies

      Schnittsalat

       

      Hauptkult.

      Tomaten

      Buschbohnen

      Frühkohl/Frühkohl

      Nachkult.

      Gartenkresse

      Herbstrüben

      Endivien/Endivien

       

       

       

       

      Vorkultur:

      Möhren

      Kopfsalat

      Erbsen

      Hauptkult.

       

      Broccoli

       

      Nachkult.

      Feldsalat/Feldsalat

      Spinat

      Fenchel/Fenchel

       

       

       

       

      Man kann ein Beet auch in vier Rechtecke 1 - 4 einteilen und wie folgt bepflanzen:

       

      Stark-, Mittel-, Schwachzehrer:

       

       

       

      1

      2

      3

      4

      1. Jahr

      Gründünger

      Starkzehrer

      Mittelzehrer

      Schwachzehrer

      2. Jahr

      Starkzehrer

      Mittelzehrer

      Schwachzehrer

      Gründünger

      3. Jahr

      Mittelzehrer

      Schwachzehrer

      Gründünger

      Starkzehrer

      4. Jahr

      Schwachzehrer

      Gründünger

      Starkzehrer

      Mittelzehrer

      Als Gründüngerpflanzen empfehlen sich solche aus der Familie der einjährigen Schmetterlingsblütler (Alexander- oder Perserklee, Sommerwicke, Lupine) oder ein Gemisch verschiedener Gründüngungspflanzen mit Schmetterlingsblütlern, damit genügend Stickstoff angesammelt wird. Die Pflanzen können im Herbst abgemäht und eingearbeitet werden oder man lässt sie im Winter abfrieren und arbeitet die Reste im Frühjahr ein.

      Die Pflanzen kann man wie folgt einteilen:

        1. Schwachzehrer: Azaleen, Begonien, Gartenkresse, Kosmeen, Kräuter, Petersilie, Petunien, Primeln, Rhododendren, Stiefmütterchen.
        2. Mittelzehrer: Beerenobst, Bohnen, Dahlien, Erbsen, Fenchel, Gloxinien, Gurken, Kohlrabi, Kürbis, Löwenmäulchen, Mangold, Melonen, Paprika, Porree, Radies, Rettich, Rhododendren, Rosen, Salat, Sellerie, Schwarzwurzeln, Tomaten, Zucchini, Zwiebeln.
        3. Starkzehrer: Chrysanthemen, Erdbeeren, Geranien, Kartoffeln, Kopfkohl, Möhren, Obstbäume, Rhabarber, Rote Bete, Sonnenblumen, Spinat.

         

        Manche Autoren zählen auch zu den Starkzehrern hinzu: Gurken, Kürbis, Porree, Sellerie, Tomaten. Tomaten und Kohl benötigen zusätzliche Düngung wie Brennesseljauche, Geflügelmist, Kuhmist, Horn-, Blut- und Knochenmehl, Steinmehl (Blut- und Knochenmehl wird von der AGOEL wegen BSE nicht mehr empfohlen).

         

        Siehe auch Mischkultur.