Naturnahe Gärten

   

Naturnahe Gärten.

Der heutige naturnahe Garten fußt weitgehend auf dem Bauerngarten und dessen Erfahrungen. Er besteht z.B. aus Bachlauf, Bäumen, Blumenwiesen für Bienen, Findlinge, Hummeln und Schmetterlinge, Gemüsebeete mit Mischkultur, Geröllhalden/Schottergärten, (Natur-)Hecken, Heidelandschaft, Igelbau, Insektenhaus, Kleinsäuger-Verstecken, Komposthaufen mit Holunder, Moorbeet, Palisaden, sonnigen und/oder schattigen Sitzplätzen aus Holz oder Stein, Stauden, Steinhaufen, Sträuchern, Sumpfbeeten, Teichen, Totholzhaufen, Treppen, Trockenmauern, Vogelnisthilfen und Wegen aus Holz, Kies oder Natursteinen. Nahe Gebäude bilden ggf. den Abschluss mit einfacher Dach- oder Fassadenbegrünung. Schatten- und Sonnenbereiche, Feucht- und Trockenbereiche sollten sich abwechseln. Auch Bodenwellen und Hänge tragen zur Abwechslung bei und beeinflussen das Kleinklima. Das gilt auch für Naturhecken, die kalte Winde abhalten und vielen Nützlingen Unterkunft und Schutz bieten. In besonders windigen und rauen Lagen kann die Hecke auf einen Erdwall gepflanzt werden. Für den Garten ist der Schutz optimal, der Boden trocknet nicht so schnell aus und die höheren Frühjahrstemperaturen lassen das Gemüse schneller wachsen.

Die Beispiele der Natur werden soweit wie möglich nachgeahmt: Phantasievoll geschwungene Wege aus Naturmaterialien (Steine aus der Gegend mit Fugenbewuchs, z.B. Plattenmoos; Holz, Kies, Rinde), Bodenwellen oder -Vertiefungen, Steintreppen, Wasserstellen aus Stein.

Alle Einzelheiten sollten so nahe wie möglich den Bedingungen der Natur angepasst werden, damit Vielfalt bei Pflanzen und Tieren entsteht.

  1. 1) Bäume und Sträucher: Einheimische Pflanzen wie Eberesche, Elsbeere, Feldahorn, Felsenbirne, Heckenkirsche, Holunder, Kolkwitzie, Mehlbeere, Salweide, Sauerdorn, Sommerflieder, Speierling, Traubenkirsche, Vogelbeere. Für die Hecke auch an dornige Sträucher für die Vögel denken, z.B. Berberitze, Heckenrose, Schlehe, Weißdorn). Sie sollte möglichst unbeschnitten bleiben.

    Nadelgehölze werden von vielen Gärtnern abgelehnt. In Kleingartenanlagen sind sie sogar verboten wie alle anderen hochstämmigen Waldbäume und Ziergehölze, wenn sie 4 m überschreiten. Sie sehen immer gleichförmig aus und bilden die Jahreszeiten wie andere Pflanzen allenfalls durch leichte Umfärbung ab. Sie versauern den Boden, ihre Zweige sind nicht geeignet für die Kompostierung. Unter ihnen wächst nichts. Bis auf die naturwüchsigen Koniferen Eibe und Wacholder sind sie in unserer Landschaft meistens Fremdlinge. Sie sind kaum ökologisch wertvoll und bieten wenig Schutz für Insekten und Vögel.
     

  2. Blumenwiesen und Stauden: Blaukissen, Glockenblumen, Heidenelken, Katzenminze, Krokus, Kornrade.
     
  3. Sumpfbeete: Astilbe, Baldrian, Blutweiderich, Dreimasterblume, Fieberklee, Goldähre, Goldfelberich, Kreuzkraut, Mädesüß, Pfeilkraut, Rohrkolben, Rohrglanzgras, Salomonssiegel, Spornblume, Sumpfcalla, Sumpfdotterblume, Sumpf-Vergissmeinnicht, Trollblume, Wasseriris, Wasserminze, Wiesenknöterich, Wiesen-Schwertlilie.
     
  4. Staudenbeete: Adonis, Buschwindröschen, Dreimasterblume, Edeldistel, Eisenhut, Frauenmantel, Gänsekresse, Gamander, Garten-Thymian, Gewitterblume, Hauswurz °, Kartoffelrose, Königskerze, Lichtnelken, Moschusmalve, Nesselglockenblume, Götterblume, Goldrute, Hundsveilchen, Hundszahn, Indianernessel, Moschusmalve, Narzissen, Nelkenwurz, Ochsenauge, Pfeifengras, Präriemalve, Puschkinie, Salomonssiegel, Spornblume, Sterndolde, Taglilie, Waldsteinie, Wiesenphlox, Wiesen-Storchschnabel, Zimbelkraut°, Zittergras, Zwergglockenblume°, Zwergmargerite.

    ° für Trockenmauern
     

  5. Bepflanzung. Dafür sollten immer die ursprünglichen Arten genommen werden und nicht moderne Hochzuchten oder Hybriden. Für gärtnerische Puritaner scheiden auch Pflanzen aus anderen Kontinenten aus. Wildblumen locken nützliche Insekten wie Bienen, Florfliegen, Hummeln, Schlupfwespen, Schmetterlinge, Schwebfliegen usw. an, die zum großen Teil die Schädlinge in Schach halten. Gefüllte Blüten können Insekten keinen Nektar bieten.
     
  6. Weitere Pflanzen: Siehe 'Bienen / Varroa / Honig', 'Blumenwiese', 'Hummeln' und 'Schmetterlinge'. Kräuter und Heilpflanzen dürfen nicht fehlen, siehe 'Kräuter, Heilpflanzen' . Gräser und Farne vor bzw. zwischen Bäumen und Sträuchern. Wichtige Wildblumen sind Blutweiderich, Eisenhut, Honigklee, Mädesüß, Malve, Margerite, Nachtkerze, Schafgarbe und Wiesenraute.
     
  7. Nützlinge müssen unterstützt werden: Siehe 'Nützliche Tiere-Bakterien-Pilze' einschließlich Vorwort.
     
  8. Gift ist tabu. Durch geschickte Auswahl der Pflanzen und der Landschaftsgestaltung, durch Kompostwirtschaft und natürliche Düngemittel wie Steinmehl, durch Mulchen, Unterstützung der Nützlinge sowie Einsatz von Pflanzenpflege- und Stärkungsmitteln werden Krankheiten und Schädlingsbefall weitgehend vermieden. Das Laub sollte immer liegenbleiben (ausser auf der Wiese) bzw. unter die Hecke gekehrt werden oder an einer Stelle zusammengekehrt werden für die Überwinterung von Kleintieren wie Igeln und Kröten.
     

Weitere Links: Bachläufe, Hecken-Sträucher, Blumenbeete-Planung, Blumenwiese, Bodenleben, Dachbegrünung, Fruchtfolge-Fruchtwechsel, Gartenwege, Gemüsegarten, Hangbepflanzung, Humus, Immergrüne, Insekten-Nisthilfen, Kompostbereitung, Lärmschutz an Straßen, Mischkultur, Mulchen, Obstbaumschnitt, organische DüngungEinleitung Obstbäume, Pflanzen für feuchte Böden, Sumpf- und Wasserpflanzen, Pflanzen für kalkhaltige Böden, Pflanzen für sandige Böden, Pflanzen für saure Böden, Pflanzen für trockene Böden, Pflanzen von Ziersträuchern und Schnitt, Platzbedarf von Obstbäumen, Kletter-/Fassadenpflanzen, Rasenersatz-Bodendecker, robuste Pflanzen, Schattenpflanzen, Schnitt des Beerenobstes, Steingarten, Sumpf- und Wasserpflanzen, Teiche, Trockenmauern, Verwildern, Vogelnisthilfen, Vogelschutz, Waldstaudenbeet, Winterblüher, Wintergrüne, Winterquartier für Nützlinge, zweijährige Sommerblumen.