Dachbegrünung

   

Dachbegrünung.

Wer ein Garagendach o.ä. begrünen will, sollte sich zunächst über dier Statik des Daches informieren. Man musBlumenwand1 mit einer zusätzlichen Belastung von 10 kg/qm/cm rechnen. Die Vorteile sind weitaus längere Lebensdauer der Dachhaut und besserer Temperaturausgleich. Neue Lebensräume für Insekten und Vögel, Feuchtigkeitsanreicherung der Luft. Hinzu kommen die Verschönerung und das Wasser-Rückhaltevermögen einer richtig angelegten Begrünung. Letzteres wird von einigen Gemeinden bei der Wasserabrechnung honoriert. Ist die Dachhaut schon alt, sollte sie vorher erneuert werden. Bei dieser Gelegenheit kann noch eine zusätzliche Wärmedämmung angebracht werden. Bausätze von verschiedenen Herstellern können bei einigem Geschick selbst montiert werden.

Fachbetriebe unterscheiden zwischen drei Gründachformen:

Eine einfache Dachbegrünung mit Kräutern, Gräsern und Moosen. Es können auch kleinere Pflanzen gesetzt werden. Sie entspricht einer richtigen Dachbegrünung zwischen 60 und 150 kg pro qm und ist damit kaum schwerer als eine konventionelle Kiesschicht.
Einer einfachen Intensivbegrünung, bei der auch kleine Gehölze gepflanzt werden. Einfache Intensivbegrünungen können bis zu 200 kg auf die Waage bringen.
Einer Intensivbegrünung, die einer richtigen Gartenanlage mit Rasen, Stauden, Sträuchern und Bäumen entspricht. Dachfläche mit 40 Zentimeter Aufbaudicke und bis zu 500 kg Gewicht.

Die Kosten betragen bis zu 150 Euro pro qm. Einfache Begrünungen sind schon für 25 - 35 Euro pro Quadratmeter zu haben, bei einem Nutz- und Freizeitgarten in luftiger Höhe kommen schnelle 100 bis 150 Euro je Quadratmeter zusammen.

Kleinere Flachdächer oder Dächer mit bis zu fünf Grad Dachneigung lassen sich ohne weiteres in Eigenarbeit begrünen. Der Fachhandel bietet die Materialien als Komplettsysteme an. Bei großen Flächen, Schrägdächern und intensiven Begrünungen sollte man einen Fachbetrieb zu Rate ziehen.

Der zweite Schritt. Es soll die Wurzelschutzfolie mit einer Speicherschutzmatte abgedeckt werden. Sie kann später auch Wasser und Nährstoffe speichern. Entsprechend der Dachbreite werden von der Materialrolle einzelne Bahnen abgeschnitten und mit fünf bis zehn Zentimetern Überlappung in Richtung der Dachneigung verlegt. Folie und Matte werden anschließend am Dachrand hochgeführt und unter die Blechabdeckung geschoben. Es folgen perforierte Dränageelemente - möglichst aus Recyclingmaterial - die man auf Stoß verlegt und über einfache Klammern miteinander verbindet. Die Diffusionsöffnungen für die Belüftung des Wurzelraumes müssen oben liegen.

Dann kommt der nächste Schritt, wie verhindert ein Filtervlies, dass die Dränageelemente mit Feinteilen aus der Substratschicht zugeschwemmt werden und dadurch ihre Funktion verlieren. Zuschnitt und Verlegung erfolgen wie bei der Speicherschutzmatte. Alle Systemelemente müssen auch unter Gehwegplatten und unbepflanzten Bereichen verlegt sein, um eine einwandfreie Entwässerung zu gewährleisten.

Entlang der Dachränder wird nun in Schritt fünf ein 20 - 30 cm breiter Kiesstreifen angelegt. Er schützt den empfindlichen Dachrand vor Schäden durch die Vegetation und den Windsog. Erfolgt die Dachentwässerung über einen innenliegenden Gully, muss dieser nach der Bepflanzung jederzeit zugänglich sein. Über dem Ablauf werden dazu Folie, Matte, Dränageelement und Vlies kreisrund ausgeschnitten. Anschließend wird ein Kontrollschacht aufgesetzt und ebenfalls mit einem 20 bis 30 cm breiten Kiesrand umgeben.

Nun wird die spezielle Dachgärtnererde aufgebracht. Wer eineinhalb bis zwei Säcke pro Quadratmeter einsetzt, erhält eine acht bis zehn Zentimeter dicke Erdschicht. Sie eignet sich für den Bewuchs mit Sedumarten wie Mauerpfeffer oder Fetthenne, mit Schillergras, Heide-, Stein oder Federnelke oder kriechendem Thymian. Achtung: Wegen der hohen Punktlast kann eine komplette Palette mit Substrat meist nicht auf dem Dach zwischengelagert werden.

Pflanzen in Gruppen arrangieren:

Zum Schluß werden die Pflanzen in Samenform oder als Sedumsprossenmaterial ausgestreut und leicht eingeharkt. Damit die Blütenpracht besser zur Geltung kommt, empfiehlt es sich, Pflanzen einer Art in Gruppen zu arrangieren. Bis zum Keimen und Anwachsen sollte die Dachoberfläche gut feucht gehalten werden. Eine Bewässerung der Grünfläche ist nur im ersten Jahr möglich: Danach ist die extensive Dachbegrünung sehr pflegearm, da sie bereits nach kurzer Zeit ein stabile, sich selbst erhaltene Pflanzengesellschaft bildet. Ein- oder zweimal sollte unerwünschter Fremdbewuchs entfernt werden.

Besser ist eine Schicht ab 10 cm Dicke; dann kommen auch andere Pflanzen in Frage: Bartiris (klein), Bergbohnenkraut, Braunelle, Färberkamille, Felsennelke, Hauswurz, Kartäusernelke, Katzenminze, Katzenpfötchen, Kriechender Thymian, Lavendel, Mauerpfeffer, Römische Kamille, Schafschwingel, Schillergras, Schnittlauch, Silberraute, Steinbrech (Knöllchen-, Krusten- und Moossteinbrech), Steinkraut, Wundklee, Zwergglockenblume; Zwiebelblumen wie Blumenlauch, Blaulauch, Roter Hängelauch, Nickender Lauch, Zwergsterntulpe. Im Handel sind auch fertige Samenmischungen.

Eine Blumenwiese auf dem Dach sollte eine mindestens 15 cm dicke Erdschicht haben: Dafür sind geeignet als Pflanze Fingerkraut, Küchenschelle, Schwingel, Segge, Silberwurz, Zittergras. Für Kleingehölze werden 20 - 25 cm benötigt, evt. als Aufhügelungen. Man entfernt von den gekauften Pflanzen die obere Erdschicht, weil sie oft Unkräuter enthält. Bei selbst gebauten Gartenhäuschen beachte man dann auch die Schneelast im Winter. Bei der Auswahl der Blumen sollten bei schwer zugänglichen Dächern die Sorten ausgewählt werden, die später am wenigsten Arbeit machen. Vorhandene Stauden können geteilt und anschließend auf dem Dach ausgepflanzt werden. Für die Ränder nimmt man gern Sedum, sie geben der Erde Halt. Die polsterartig wachsenden Mauerpfeffer- und Fetthenne-Arten kann man schnell vermehren, in dem man die nicht blühenden Spitzen in etwa 1cm Länge abschneidet, sie auf dem Dach ausstreut und sie mit einem Brett andrückt. Außerdem sind besonders solche Pflanzen geeignet, die dicht wachsen und auf diese Weise gut isolieren. Das sind nach verschiedenen Untersuchungen besonders Gräser wie Rot- und Schafschwingel (Festuca rubra, ovina) und Wiesenrispen (Poa pratensis). Hier muss aber auch die Selbstaussaat dieser Gräser beachtet werden.

Bei Herbstpflanzung ist keine Bewässerung nötig. Danach auch nicht mehr wässern, die genügsamen Pflanzen überleben, die anderen gehen ein. Holzsämlinge sofort herausziehen, ausgewaschene Erdteile sofort ersetzen. Die Pflege besteht darin, abgestorbenen Stängel im Frühjahr abzuschneiden.

Große Dachgarten-Pflanzen.

Dachgärten oder Garagenbepflanzungen sind sehr wertvoll und können dem Hobbygärtner mit Gemüse, Blumen und Obst viel Freude bereiten. Über Bewässerung muss nachgedacht werden und ob die Verbrennungsgase vielleicht genau im Westen des Dachgartens aus dem Kamin kommen. Überhaupt ist der Wind auf höheren Gebäuden durchaus ein beachtenswerter Faktor. Ihm sollte die Kraft genommen werden, andererseits ist man dankbar für einen Luftzug an heißen Sommertagen. Auch die Pflanzen mögen keinen zu scharfen Luftzug. Heckenartige Pflanzen sind hier das richtige. Die notwendigen Geräte, Gießkannen usw. müssen entweder einen gut verdeckten Platz hinter dichten Pflanzen bekommen oder man sieht einen kleinen Verschlag vor. Vorteilhaft ist auch ein größeres Gefäß, eine Wanne o.ä. zur Aufnahme von Gießwasser, das darin angewärmt wird. Es muss auch von vornherein geklärt werden, wie während der Abwesenheit und Urlaub für Bewässerung gesorgt wird.

Soll ein richtiges Hochbeet angelegt werden, so muss auf eine gute Dränage geachtet werden. Eine PE-Folie, etwa 12 mm stark, sollte als Innenverkleidung genommen werden, auf den Boden wird eine 5 cm dicke Schicht Kies, Sand o.ä. ausgebreitet. Eine spezielle Vliesmatte, wie sie auch für die Dachbegrünung genommen wird, verhindert, dass Erde mit in die Dränage gespült wird. Ggf. kann auch ein Ablaufrohr eingebaut werden. Solche schweren Lasten müssen immer direkt über den Außenmauern oder in der Nähe von tragenden Wänden angelegt werden. Holzkonstruktionen oder solche aus Leichtbetonblöcken dürften die beste Lösung sein. Als Erde sollte man ggf. so leicht wie möglich zusammenmischen: Immer etwas Gartenerde, etwa 2 Teile, dazu 1 Teil Humus/Kompost und 1 Teil Styromull. Begehbare Teile des Gartens sollten Sie mit Holzrosten auslegen.

Im Prinzip können alle Pflanzen gezogen werden, wenn sie nicht zu groß werden und wenn sie ihrer Herkunft nach Sonne und Hitze gewohnt sind. Dafür können dann Kakteen, Sukkulenten und ein bewegliches Wasserbecken gerade stehen. Man muss aber die besonderen Verhältnisse beachten: Stärkere Regen- und Windbelastung, evt. Wärmestau je nach Lage des Dachgartens. Das bedeutet auch, dass Kübel und Kästen immer größer als im Erdgeschoss gewählt werden müssen, wegen der Standfestigkeit und des schnelleren Austrocknens. In der Sommerhitze muss morgens und am frühen Abend gegossen werden. - Im Winter muss Vorsorge getroffen werden, wenn nicht frostfeste Pflanzen an Ort und Stelle bleiben müssen. Gemüse und Beerenobst, Blumen und sogar Obstbäumchen können gezogen werden. Es gibt dafür kleine Bäumchen, die 150 - 200 cm hoch werden. Sie müssen natürlich gegen Umfallen gesichert werden. Das Angebot umfasst 40 - 50 cm dicke Erdschicht. Im Angebot sind für Kulturen:

Andenbeeren. Säulen-Apfelbäumchen, -Aprikosenbäumchen, -Birnbäumchen, -Kirschbäumchen, -Nektarinenbäumchen, Pfirsichbäumchen Japanischer Feuer-Ahorn, Fächer-Ahorn, Hängende Felsenbirne, Hänge-Buddleje, Schmetterlingsstrauch, Bartblume, Zierquitte, Fächermispel, Gefüllter Sternchenstrauch, Kleinblumiger Johannisstrauch, Gefüllter Ranunkelstrauch, Perlmuttstrauch, Geißblatt, Robinien, Schneebeere, Erbsenstrauch, Sanddorn, Sommerflieder und Kugel-Steppenkirsche. Fast alle Obstbäumchen können auch als Duo-Bäumchen erworben werden, es sind zwei Obstsorten auf einem Stamm, parallel geführt, die sich gegenseitig bestäuben. Auch in alten Zeiten gab es schon begrünte Terrassen, so z.B. bei Semiramis. Für die schattigen Teile nehmen wir Primeln, Knollenbegonien, Fuchsien , Fetthennen und Hortensien. Anspruchslose Grünpflanzen sind Aspidistra, Grünlilie, Efeu, Immergrün, Sommerefeu, Zierspargel sowie die immergrünen Kübelpflanzen wie Kirschlorbeer und Euonymus.

Die intensive Nutzung verlangt anspruchsvollere Pflanzen. Letztere gewinnt mit einem kleinen Teich. Sogar Gemüsepflanzen mit einigen Pflanzgefäßen können das Dach erobern.

Neuerdings sind auch Fertigkulturen von Pilzen im Handel, die auf Balkonen und Terrassen kultiviert werden können. Siehe 'Pilze-Anbau'.

Viele Kräuter können in Töpfen gezogen werden, sie ziehen direkte Sonne vor und bieten volle Würzkraft. Man achte darauf, dass sie die richtige Erde bekommen, die normale Balkonblumenerde ist dafür zu sauer. Am besten bewährt hat sich eine Mischung aus Gartenerde, Kompost und Sand, ggf. noch zusätzlich etwas Basaltmehl. Eine dünne Schicht Basaltkies um die Pflanze herumgelegt, zieht die Wärme an. Auf den Boden wehrt eine Dränageschicht von 1 - 2 cm Höhe aus Kies oder Blähton (am besten in einen alten Stumpf stecken) Fäulnis ab. Am intensivsten ist das Aroma auf kargem Boden. Da aber fleißig geerntet wird, müssen die Nährstoffe immer wieder ersetzt werden. Ein organischer Dünger ist vorzuziehen, es wird einmal im Monat damit gedüngt, zuletzt im August. Wenn die obere Erdschicht ganz und gar ausgetrocknet ist, wird gegossen. Durchwurzelte Töpfe müssen gegen größere ausgetauscht werden. Nach der Blüte werden die Triebe der verholzenden Arten wie Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian zurückgeschnitten bis etwa auf die Hälfte, aber nicht bis ins alte Holz, es müssen noch Blätter vorhanden sein.

Auch Auberginen, Tomaten , Paprika, Zucchini können in Töpfen oder Kübeln gezogen werden. Nach und nach werden die unteren Blätter bei Auberginen, Paprika und Tomaten entfernt, so dass etwa 40 cm frei bleiben. Das verbessert die Ventilation und verringert Pilzbefall. Am besten haben sich standfeste Pflanzkästen oder Keramik- bzw. Plastikkübel mit Abzug dafür bewährt. Der Kübel sollte ausreichend groß sein mit Abzug, etwa 40 x 40 cm. Optimal ist ein Erdgemisch aus halbverrottetem Kompost, Lehm, Sand und Kalk (Basaltmehl) oder auch Blumenerde, Gartenerde mit Lehmanteil, Sand, Kalk und viel Humus, z.B. Fertigkompost. Ggf. kann fehlender Lehm durch Bentonit ersetzt werden. Kalk und Lehm sorgen für Wohlgeschmack. Je nach Höhe der Pflanzen und der Situation auf dem Dachgarten gibt man ihnen einen Stab zum Anbinden oder baut ein Gerüst, an dem sie mittels Bindfaden wie im Gewächshaus nach oben wachsen können. Man wird die Anzahl der Früchte gegenüber dem Erdanbau etwas verringern. Eine Überdachung wäre optimal. Ggf. können die Kübel auch auf bewegliche Untersetzer gestellt und vor Regen durch Umsetzen geschützt werden. Sonst bediene man sich der gegen Tomatenfäule etwas widerstandsfähigeren Sorten wie De Berao, Myrto, Phantasia, Philovita und Vitella. Die Berao benötigt wegen ihrer enormen Wuchskraft aber viel Raum in der Senkrechten. Dasselbe gilt für Zuchini, die sich in der Breite stark ausdehnen. Man bevorzuge u.U. eine in die Höhe wachsende Sorte. Adona oder Zebrine passen gut zu Auberginen in Topf und Kübel, Festival, Pusztagold, Sweet Banana oder Ziegenhorn zu Paprika. Tomaten eignen sich für Balkon, Topf und als Ampelpflanze, man nimmt dafür Sorten wie Fantasio F 1, Matina, Phantasia, Philovita usw. Zu Zucchini in Topf oder Kübel eignen sich Cocozelle, Diamant und Goldrush. Gurken passen gut für Highmark, Jazzer, Sprint und Ouvertüre in Topf und Balkon. Kürbis im Topf passt zu Patisson. Buschbohne im Topf ist gut für Marona, als Feuerbohne Pollstar und Red Knight. Kopfsalat Dynamite, Basilikum für Topf, Balkon und Ampel mit Balkonstar, Bubikopf, Dark Opal und Großes Grünes.

Wegen Düngung, Bewässerung usw. siehe Gemüse, Salate - Tomaten. Die Kübelerde muss ständig feucht sein, das Wasser muss abgestanden und lauwarm sein, gedüngt wird regelmäßig mit organischem oder speziellem Tomatendünger.

Sofern die Dachgärten von hohen Mauern fest beschattet sind, können wir auch dort die richtigen Pflanzen anlegen: Primeln, Knollenbegonien, Fuchsien, Hortensien, Aspidistra, Grünlilie, Efeu, Immergrün, Zierspargel, Kirschlorbeer, Evonymus, Rosen (volle Sonne), Petunien mögen alle Belichtungsgrade, aber keinen Wind.

Salate und Zwiebeln wachsen auch in Blumenkästen.

Besonders effektiv ist die Kombination eines Gründachs mit einer Solarstromanlage, weil deren Photovoltaik-Module auf dem feuchtkühlen Grund mehr Strom erzeugen.

Siehe auch Torfwand. Siehe "Dachbegrünung" unter "Bezugsquellen". www.dachgaertnerverband.de Das 1x 1 der Dachbegrünung gibt es beim Dachgaertnerverband für 5 Euro, zuzüglich Versandkosten. Auskunft erteilen Stadt-oder Gemeindeverwaltung und die KfW-Bank unter www.kfw-foerderbank.de