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(entnommen von www.bio-gaertner.de - dem umfassenden Online-Öko-Nachschlagewerk)
Schorf.
Verschiedene Pilzarten. Häufigste Kernobstkrankheit, besonders bei Äpfeln, aber auch bei Birnen und Zierformen beider Bäume. Beide Pilze sind verwandt, ein weiterer Pilz befällt den Feuerdorn. Bei Äpfeln überwintert er in Gestalt von Pilzfrüchten am Laub, bei Birnbäumen als Schorfgrind auf Ästen und Zweigen der Krone. Im Frühjahr reifen sie aus, bei warmem Wetter und warmem Regen werden sie herausgeschleudert und vom Wind auf die jungen Knospen und Blätter der Apfelbäume geweht. Beim Birnenschorf werden die Sporen auf die nächsten Blätter ausgestoßen. Dort keimen sie bei genügend Feuchtigkeit und Wärme aus. Der Pilz bildet Enzyme, die die Zellwände der Früchte angreifen, indem sie sie anverdauen.
Früherkennung: Auf infizierten Blättern bilden sich während der Blütezeit dunkelgrüne, später graubraune runde Flecken, die durchsichtiger sind als die Umgebung, später unregelmäßiger werden und sich vergrößern und mit einem Pilzrasen bedeckt sind. (Erstinfektion). Die Infektion kann sich schnell ausbreiten. Die Leerung der Sporenbehälter kann sich bis zum Juni hinziehen. Die Blätter trocknen ein und fallen ab. Bei starkem Befall muss mit einem Rückgang der Blüten im folgenden Jahr gerechnet werden. Gelegentlich werden auch Triebe befallen, sie sterben ab.
Rindenschorf ist nahezu unheilbar, er tritt besonders bei jungen Bäumen auf. In junge Triebe, die nicht mehr verholzen konnten, kann der Keimschlauch des Pilzes eindringen, von dort geht weiterer Befall aus. 4 - 6 größte Gefahr. Verwechselungsgefahr mit Rindenrissen.
Die Sommersporen bilden sich ausgehend von dem Pilzrasen der Erstinfektion. Sie werden durch Regen und Wind massenhaft weiterverbreitet und infizieren dann weiterhin die Blätter, aber auch die jungen Früchte, gefördert durch feuchte (Tropfwasser) und warme Witterung. Diese verkrüppeln oder werden fleckig-korkig und reißen bis zur Ernte auf, wodurch eine weitere Infektion (Fruchtfäule) stattfinden kann. Der Spätschorf bewirkt braun-schwarze, scharf umrissene Flecken auf den Früchten. Werden die Früchte erst kurz vor der Ernte infiziert, werden die eingesunkenen, glänzend-schwarzen Flecken erst im Lager sichtbar als Lagerschorf, oft auch zusammen mit der Monilia. Insgesamt sind 6 verschiedene Rassen bekannt.-
Abwehr : Resistente Sorten anpflanzen.Vorbeugende Spritzungen mit ENVIRepel, Ulmasud B oder Myco-Sin und Oscorna Pilzvorbeuge, Netzschwefel Stulln. Vorbeugung durch jährlichen Schnitt mit lichter Krone, Baumanstrich. Alle 14 Tage Bio S spritzen vor und nach der Blüte. 6 Wochen vor der Ernte dreimal Schachtelhalmtee spritzen. Birkenblätterjauche spritzen. Regelmäßig mit Brennessel- und Schachtelhalmjauche gießen. Neudovital spritzen. Keine stickstoffbetonte Düngung. Zweiggrind (Rindenschorf) kann nur durch rigorosen Schnitt bekämpft werden, meistens ohne Erfolg. Baumscheibe locker halten, ausreichend bewässern, mit Knoblauch oder Schnittlauch bepflanzen. Regenwürmer fördern durch ganzjähriges Mulchen mit angewelktem Gras oder Kompost mit Stroh darüber, im Herbst mit infiziertem Laub, evt. Steinmehl darüber streuen. Verrottung fördern durch Besprühen mit Brennesseljauche, einige Tropfen Baldrian zugeben. Dadurch wird der Befallsdruck deutlich gesenkt, denn die Pilze werden im Darmtrakt der Würmer abgetötet. Auch Kompostierung mit ausreichender Wärmeentwicklung ist möglich. Bekämpfung mit Netzschwefel, mit 70 g/10 l beginnend, alle 8 Tage um 10 g vermindern. (Vorsicht walten lassen bei Obstbäumen wie z.B. Berlepsch, Bräburn, Cox Orange und Golden Delicious, die schwefelempfindlich sind). Kupferkalk 4 - 6 mehrmals vorbeugend spritzen, nach Regen wiederholen, nur wirksam bis zur Keimung. Kupfer ist aber Gift für die Würmer und der Gebrauch in Gärten verboten. Schachtelhalmbrühe mit Schwefel und Wasserglas spritzen 4 - 6. Saponinhaltige Pflanzenextrakte versuchen, z.B. Basilikum, Bibernelle, (Pimpinelle magna, saxifraga), Birkenblätter, Bitterklee, Efeu, Ehrenpreis, Gänseblümchen, Königskerze, Löwenzahn, Mistel, Schlüsselblume, Seifenkrautwurzeln, Stiefmütterchen, Taubnessel, Veilchen. Lebermooser.(Lebermooser nur bei Äpfeln und Birnen anwenden. Alle 10 - 14 Tage tropfnass spritzen). Knoblauch/Schnittlauch gegen Schorf.