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Quittenbäume

Quittenbäume (bot. Cydonia oblonga)


Cydonia oblonga. Rosengewächse. Bäumchen oder Sträucher.

Siehe auch den Einführungstext zu  Obstbäume, allgemein  und die nachfolgenden Artikel.Cydonia oblonga, Quitte

Warme, sonnige, geschützte Lagen erforderlich und tiefgründige, humose, basenreiche, etwas lehmhaltige, leicht saure, auch trockene Böden. Geschützte Lage ist besonders wichtig. Leichter, durchlässiger Boden muss mit viel Kompost verbessert werden und ständig eine Mulchschicht bekommen. Gern wachsen sie auch in Wassernähe. Früher wurden für kleine Stämmchen meistens Unterlagen aus Weiß- oder Rotdorn verwendet, da die Quittenwurzeln stark frostempfindlich sind. Allerdings ist die Lebensdauer dann etwas kürzer. Wegen der erhöhten Feuerbrandgefahr werden sie nicht mehr verwendet. Heute nimmt man in der Regel Quitte A, Cydonia MA. Die kleinen Bäumchen werden zwischen 2 - 3 m hoch und breit.

Quitten sind meistens selbstfruchtbar und blühen spät. Baumscheibe immer mit organischem Material bedeckt halten. Nicht hacken oder graben, vor allem bei schwachen Unterlagen. Keine stickstoffbetonte Düngung. Größe maximal 6 - 8 m, Raumbedürfnis 2 x 2 m. Kann auch als kleiner Baum mit Trichterkrone gezogen werden. Regelmäßiger Schnitt ist nur bis zur Kronenbildung erforderlich, dann nicht mehr, da die Quitte an den Zweigenden trägt. Dann nur die Jahrestriebe einkürzen und querstehende Zweige entfernen. Alle 5 - 6 Jahre Krone auslichten, alle 10 - 12 Jahre ein Verjüngungsschnitt. Blüte 5 - 6.

Ernte nicht vor Mitte 10 im trockenen Zustand, aber vor dem Frost, sonst bekommen sie braune Flecken. Gefrorene Früchte erst nach Auftauen abnehmen. Pflücken, sobald sie sich vom Ast lösen. Ausgewachsen bringt der Baum etwa 50 - 100 kg Früchte hervor. In Kübeln sollte man besser Quitten als Strauch heranziehen. Früchte sollten gelb gefärbt und glänzend sein und vom Baum fallen. Pflückreife ist, wenn die Fruchtfarbe von gold- nach zitronengelb umschlägt. Quitten müssen 2 - 4 Wochen im Hause nachreifen, aber nicht zusammen mit Äpfeln und Birnen (Die Quitten überlagern den Geruch anderer Obstsorten). Werden sie über 4 Wochen gelagert, verbräunen sie und verlieren an Gelierfähigkeit.

Das Fruchtfleisch der Apfelquitten ist aromatischer, härter und trockener als das der birnenförmigen Früchte. Sie sind auch weniger frostempfindlich. Birnenquitten haben weniger Steinzellen und deshalb ein weicheres, saftiges Fruchtfleisch, das Aroma ist schwächer. - Empfehlenswerte Sorten sind die Apfelquitten Konstantinopeler (gute Frosthärte, selbstunfruchtbar, äußerlich gefurcht) und Riesenquitte von Leskovacz (sehr große, späte Früchte mit weißem Fleisch, äußerlich gefurcht, nicht selbstfruchtbar). Birnenquitten: die Bereczkiquitte (frostempfindlich, starkwüchsig, reich tragend), Champion (reift am frühesten, kleine Früchte, selbstfruchtbar, frostfestes Holz) und die Portugiesische Quitte (Gelbes Fleisch, feines Aroma, Holz frostempfindlich, besonders empfehlenswert), Vranja (nicht selbstfruchtbar). - Quitten werden nicht roh genossen, sondern gekocht und zu Gelees und Likören verarbeitet.

Die Früchte enthalten viel Gerbsäure, Pektine (!), Vitamin B1,2, C und Niacin. Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor.

Auch die kleineren Quittenbäumchen gehören zu den Gehölzen, die richtiges Quittenformat haben. Fast alle Sorten sind essbar. Man verkocht sie zu Marmelade und/oder Gelee, der Saft wird auch als Ersatz für Zitronensaft verwendet. Es kam bereits vor 200 Jahren nach Europa. Die eigentliche Sensation der Zierquitten sind die Blüten. Man bepflanzt sie an Orten, die häufig begangen werden oder in große Pflanzkübel. Alle Zierquitten sind nicht nur zur Zierde, sondern gehören zu den wichtigsten Bienennähr- und Vogelschutzgehölzen. Man sollte alle Quitten mit den blauen und weißen Traubenhyazinthen (Muscari) unterpflanzen - es gibt keinen besseren Partner. Wühlmausstop durch Einsaat von Kapuzinerkresse.

Elly Mossel blüht feuerrot und großblütig, es handelt sich allerdings um die etwas kleineren Früchte. Verstärkt wird der Eindruck durch eine zweite Blüte im Spätsommer.

Jet Trail gehört zu den wenigen fast dornenlosen Sorten. Sie trägt zahlreiche weiße Blüten, sie sind aber erst ab April zu bewundern.

Nivalis blüht auch schneeweiß. Der kleine Busch erreicht eine Höhe und Breite von 1m. Die Schale ist tiefgelb.

Pink Lady trägt von April bis Mai unzählige dunkelrosafarbene Blüten und stellt im Herbst gelbgrüne Früchte zur Schau.

Birnenförmige Edel-Quitte Cydonia robusta. Hohe und früh einsetzende Erträge und große Früchte mit leuchtend gelben Schalen und cremegelben Fruchtfleisch sind die Kennzeichen dieses mittelstarken, halbaufrecht wachsenden Obstbaumes. Pflückreife Anfang bis Mitte Oktober. Früchte von Oktober bis November verwendbar und für alle Verabeitungsarten bestens geeignet. Keine Rißbildung am Stielholzansatz. Selbstbefruchtend. Sehr widerstandsfähig gegen Feuerbrand, Blattflecken und Mehltau. (A&S).

Diese Quittenbäume sind sehr robust, gut für Anfänger und Fortgeschrittene.

Schadbild Vorbeugung Bekämpfung
Rundköpfiger Apfelbaumbohrer
Saperda candida. In Nordamerika beheimatet. Der Käfer tritt mit seinen im Holz minierenden Larven in seiner Heimat bevorzugt an Apfel als Schädling auf. Der Käfer selbst ist etwa 2 cm lang mit in etwa genauso langen Antennen. Die Imagines sind braun gefärbt und besitzen zwei helle Streifen auf dem Rücken des gesamten Körpers. Die Larven dringen in die Stammbasis ein und legen Fraßgänge im äußeren Holzbereich/Rinde an, ihre Entwicklungszeit beträgt witterungsabhängig 2 - 3 Jahre. Sie sind hell gefärbt, beinlos und werden bis zu 45 mm lang. Ein starker Befall führt zum Absterben der Bäume, auch ist die Bruchgefahr erhöht. In Amerika treten die Käfer im Frühjahr auf, die Verpuppung erfolgt im Stamm. Die Ausbohrlöcher sind rund mit einem Durchmesser von 9 mm. Funde und Verdachtsmomente sind unbedingt dem nächsten Pflanzenschutzamt zu melden. Nähere Details auch unter Arbofux.    Befallene Bäume wirken kümmerlich, bei heftigem Wind knicken sie leicht um
Apfelgespinstmotte
Yponomeuta malinellus. Vorderflügel weiß mit schwarzen Punkten. Raupen gelb mit schwarzen Punkten. Falterflug 7 - 8. Eier werden mit einem schnell härtenden Material abgedeckt. Nach 2 Wochen schlüpfen die Raupen, sie bleiben aber dort bis zum nächsten Jahr. Im April fressen sie an Knospen und jungen Blättern. Sie umgeben ihren Aufenthaltsort mit einem dichten Gespinst, das sie fortlaufend erweitern, wenn sie sich weiterfressen. Verpuppung innerhalb des Gespinstes in einem Kokon. Der fertige Falter fliegt im Juli. - Fraßschäden an Knospen und Blättern. Gespinste an Blättern oder Triebspitzen voll von kleinen Raupen, bis zu 60 Stück hat ein Gelege. Kahlfraß möglichSiehe 'Apfelbäume' und 'Gespinstmotten'.    
Apfelblütenstecher
Anthonomum pomorum. Braunschwarzer Rüsselkäfer, 5 mm lang, mit weißem V auf den Vorderflügeln. Flugzeit Mi 3. Überwintert meistens unter abstehenden Rindenteilen. Die Weibchen legen bis zu 100 Eier in die Blütenknospen. Die Larven schlüpfen bald danach, sie sind gelblich mit schwarzem Kopf, ca. 6 mm groß, ohne Beine. Sie fressen unter den eingerollten Kronblättern die Samenanlage ab und sind dann reif zur Verpuppung. Die Blüten erscheinen ballonartig, werden braun und sterben ab. Die gelben Puppen sind sehr beweglich. Die Käfer schlüpfen im Juni. Nachdem sie etwa 4 Wochen an den Blättern gefressen haben, suchen sie sich im Juli einen Platz zur Überwinterung. Siehe Apfelbäume.   .
Bakterienbrand
Pseudomonas syringae befällt Kernobst. Rinde nahe den Endknospen ist im Winter eingesunken und rissig. Im Frühling kann dort Gummifluß austreten. Die betroffenen Blätter und Blüten bleiben klein und trocknen bald ein. Die Triebe können auch absterben. Die Blätter haben kleine helle Flecke, die später braun und trocken werden und schließlich ausfallen. Verwechselungsgefahr mit der Schrotschußkrankheit! Bei dem Bakterienbrand sind die Ränder aber immer hellgrün, die Löcher auch kleiner. Auch an den Früchten kann es kleinere dunkle Flecken geben. Siehe 'Apfelbäume' und 'Bakterienkrankheiten'    Befallenes vernichten.
Blattbräune

Entomosporium maculatum. Pilzinfektion, kann zum Abfallen der Blätter führen.

Chlorotische Verfärbung (hellgelb) beruht meistens auf Kalkbelastung des Bodens.

Kräuterstärkungsmittel.

Boden mit saurem Kompost, Torf usw. vorbereiten.

°Kupferpräparate, falls erforderlich.

Siehe "Nährstoffmangel/-Überschuß"

°Nicht mehr zugelassen für Gärten.

Echter Mehltau
Podosphaera leucotricha. Blattoberseite kleine weißgraue Flecken, die zusammenfließen, oft auch auf Unterseite. Blätter werden braun, trocknen ein,  fallen ab. Siehe 'Mehltau, echter' und 'Apfelbäume'.    
Feuerbrand
Erwinia amylovora. Braunschwarze Triebspitzen mit welken Blättern, bleiben hängen. Triebspitzen krümmen sich hakenförmig nach unten. Infektionsstellen werden in kurzer Zeit schwarz. Früchte werden braun, dann schwarz. Im Frühling bakterienhaltige, orange-braune, schleimige Ausscheidungen, die ebenfalls ansteckend sind. Ist der Stamm befallen, wird das Holz schwarz, es entsteht ebenfalls dort ein fadenziehender Schleim. Siehe 'Apfelbäume' und 'Feuerbrand'.   meldepflichtig
Fleischbräune
Unterschiedliche Bodenfeuchtigkeit mit zu hoher Stickstoffaufnahme. Wenige, aber große Früchte sind besonders betroffen. Nicht stickstoffbetont düngen. Ab Mitte August für gleichbleibende Bodenfeuchtigkeit sorgen. Früchte, vor allem bei Trockenheit, sofort bei Reife ernten. Vor Frost schützen. Nicht warm lagern. Bis Jahresende verarbeiten.  
Grünfäule
Penicillium spec. Pilzkrankheit, tritt im Lager auf. Früchte mit Verletzungen werden befallen. Es bilden sich zunächst hellbräunliche Strellen auf der Schale, danach entwickeln sich viele grüne Sporen darauf. Das Fruchtfleisch wird weich und riecht muffig. Siehe 'Apfelbäume'.    
Kernhausfäule
Fusarium spec. Pilzinfektion schon ab Nachblütezeit. Äußerlich meist nicht erkennbar. Aufgeschnittene Früchte zeigen rotbraunen Befall des Kerngehäuses, später breitet sich die Pilzinfektion über die ganze Frucht aus. Lagerkrankheit, siehe 'Apfelbäume'.    
Kleiner Frostspanner
Operophthera brumata, kleiner Frostspanner. Das flugunfähige Weibchen kriecht im Herbst aus der Puppenhülle am Stamm empor, wird dann vom flugfähigen Falter befruchtet (Okt.-Dez.). Eier sind blaßgrün, später orangefarben. Ablage in Knospennähe in der Baumkrone. Raupe hat buckelförmige Bewegungen, ist grau, später grün, ca. 2O mm lang. Frißt März-Mai an Blättern, Blüten, Früchten. Verspinnt oft die Blätter mit den Blüten. Verpuppung ab Juni im Boden.- Fraßschäden vor allem 4 - 6. Befällt auch andere Obstbäume (außer dem Pfirsich) und außerdem Ahorn, Eiche, Hasel, Hainbuche, Linde, Weißdorn. Lagen in Waldnähe sind besonders gefährdet.Siehe 'Apfelbäume'.   Pheromone. Kratzen Sie rings um den Baum einen schmalen Streifen der Rinde glatt und binden Sie einen Streifen Wellpappe straff darüber. Die Falter verkriechen sich darin.
Lentizellenfäule
Alternaria spec., Pezicula alba + P. malicorticis. Lagerkrankheit, deren Ursprung aber schon auf den Sommer zurückgeht. Durch Pilzinfektion punktförmige Fäulnisstellen, die sich vergrößern und ineinanderfließen.Siehe 'Apfelbäume'.    
Monilia
Monilia fructigena.Pilz überwintert in Fruchtmumien, auf Zweigen, in alten Blütenständen. Im nächsten Frühjahr wird er, vor allem bei Regen und Wind, auch durch Insekten, auf die Blütennarben verbreitet. Er führt zur Spitzendürre an Zweigen: der Pilz verstopft die Leitungsbahnen des Zweiges, wodurch Blätter und Blüten braun werden, nach unten hängen und der Zweig abstirbt. Später können auch die Früchte befallen werden: Fruchtmonilia. Sie haben bräunliche Flecken mit gelbbraunen, kreisrunden Ringen. Diese bleiben als Fruchtmumien hängen oder fallen frühzeitig ab. Eingangspforten für Moniliabefall sind Verletzungen wie Frost, Hagel, Obstmaden (Apfelwickler), Wespenfraß und Schorf. Auch unmittelbare Nachbarschaft führt zu Monilianestern. Sind Monilia-Sporen nach einer Spätschorfinfektion in die Früchte eingedrungen, kann es im Winterlager zu einer Schwarzfäule kommen, aber ohne die typischen Ringe, stattdessen bilden sich Pilzpusteln. Die Fäule beginnt im Innern, die Früchte werden außen glänzend schwarz. - Von diesem Pilz (Monilia fructigena) können auch alle anderen Kernobstbäume befallen werden. Siehe 'Apfelbäume'.    
San-Josè-Schildlaus
Blattunterseite dunkle Schilde, wachsartig. Blätter verkrüppelt, später braun. Blätter eingesponnen. Siehe 'Apfelbäume' und 'Schildläuse'.   meldepflichtig
Schorf
Venturia inaequalis, Pilzinfektion. Schorfflecken können sich schon in wenigen Tagen nach der Infektion bilden. Die kritische Zeit ist zwischen Blattaustrieb und Blütenblattfall. Schadbild: Kurz nach der Blüte dunkelgrüne, später graubraune Blattflecken, lichtdurchlässiger als die übrigen Blattteile, laufen danach zusammen. Nässe fördert den Befall. Frühzeitiger Laubfall. Übergreifen auf die Früchte im Sommer: Fruchtschale bekommt winzige schwarze Flecke, die langsam größer werden und ganze Partien überziehen. Sie werden korkig, reißen, bekommen z.T. Auftreibungen, fallen ab. Bei späterer Infektion sind die Früchte übersät mit Flecken. Siehe 'Apfelbäume' und 'Schorf'.    
Spitzendürre
kann zum Abfallen der Blätter führen. Siehe 'Kirschbäume' - Monilia. Kräuterstärkungsmittel. ENVIRepel. Kupferpräparate, für Gärten nicht mehr zugelassen.
Steinfrüchtigkeit
Viruskrankheit. Verkrüppelte, wie gesprenkelte Früchte mit Dellen, Buckelbildung, mit brauner, verhärteter Stippe im Fruchtfleisch, das ungenießbar ist. Blätter haben gelbliche Flecken, die später manchmal braun werden.- Gefährdung während der gesamten Vegetationsperiode. - Bormangel kann ähnliche Erscheinungen hervorrufen. Siehe 'Birnbäume' Auf virusfreie Reiser achten. Roden.
Stippigkeit
siehe Apfelbäume. Früchte und auch Blätter sind fleckig. Gestörter Nährstoffhaushalt, Kalkgehalt ist zu niedrig oder Stickstoffgehalt zu hoch. Ggf. aufkalken. Kein scharfer Rückschnitt.  
Ungleicher Holzbohrer
Anisandrus dispar. Borkenkäfer, der große Schäden an Holz und Borke verursacht. Weibchen bis 5 mm groß, lange Flügel, dkl.-braun bis schwarz. Männchen 2 mm groß, ohne Flügel, Körper wie Halbkugel gewölbt. Weibchen bohrt 4-5 einen Hauptgang in das Holz, meistens nahe einer Gabelung, und von dort aus Seitengänge. Eiablage 4-6. Junge Käfer schlüpfen 7-8, überwintern in den Gängen.- Runde Bohrlöcher in der Rinde sichtbar, sie löst sich leicht ab. Bei Kirschen kann Gummifluß entstehen. Siehe 'Apfelbäume'.

Junge Stämme mit starkem Papier einwickeln 4 - 10. Stammanstrich im Frühjahr besonders dick ausführen

 Abgestorbenes sofort abschneiden und verbrennen. Bohrlöcher zukleben. Holzbohrerfallen aufstellen ab Anfang April bis Mitte Mai. Füllung mit Alkohol, Bezug über die Pflanzenschutzämter. Rote Leimfallen aushängen