Schnellsuche im Bio-Gärtner:
Suche im Bio-Gärtner
Suche im Web:
Suche im Web
Mispeln

Mispeln (bot. Mespilus germanica)


Mespilus germanica, Rosengewächs. Robuster Baum oder Strauch mit ausladendem Wuchs. Mespilus germanica, Mispel

Siehe auch den Einführungstext zu  Obstbäume, allgemein  und die nachfolgenden Artikel.

Lehm- und kalkhaltiger, durchlässiger, etwas feuchter Boden ist optimal. Sonne, auch Halbschatten, windgeschützt. Die Pflanze widersteht auch größerer Hitze und langer Trockenheit. Die Wildform hat Dornen, die Kulturform keine oder wenige. Blüte weiß, 5 - 6, Durchmesser 4 - 6 cm, Staubbeutel rosafarben, 3 - 6 m hoch als Baum oder Strauch, selbstfruchtend. Schöne Solitärpflanze, am besten ist der Kauf einer veredelten Pflanze, die nach etwa 5 Jahren zum ersten Mal fruchtet. Man sollte sie mit einem Abstand von 4 m pflanzen. Herbstfärbung rötlich-braun. Wenig Schnitt erforderlich, älteres Holz muss ausgelichtet werden. Da die Bäume zu verwirrend durcheinander wachsenden Trieben neigen, sollte man schon frühzeitig überzählige Triebe im Winter abschneiden. Da sich die Blüten an den Kurztrieben bilden, ist von jährlichem Schnitt aber abzuraten. - Winterfest in Weinbaulage, in klimatisch weniger günstigen Lagen in den ersten Jahren für Winterschutz der Wurzeln sorgen, danach wird die Pflanze frostfest. Die Bäume sind kaum anfällig. - Vermehrung durch Steckholz. Heckenpflanze. Vogelschutz- und -nährbaum.

Ernte der süß-sauren, runden, rötlich-braunen Frucht, etwa 4 x 6 cm, Ende 10/11 nach dem ersten Frost oder nach der Ernte drei bis vierwöchig gelagert wurden -  in einem trockenen Raum, einschichtig mit der Kelchkrone nach unten. Kühl, trocken, auf Papier, Stroh oder Quarzsand, etwa 2 - 3 Wochen. Sie werden süß und weich. Die Früchte können bei falscher Lagerung vom Schimmelpilz befallen werden. Abhilfe: Die Früchte vor der Lagerung in Salzwasser tauchen, 2 Esslöffel/1 Tasse. - Am besten löffelt man das Fruchtfleisch aus der Schale, der Steinsamen bleibt zurück. Gut verträglich ist es, den Inhalt mit Apfelsaft und Most zu verbessern. Die Mispel ist hitzeverträglich und gedeiht am besten in gut durchlässigem Boden. Sobald die Mispeln das typische Aroma entwickelt haben, müssen sie innerhalb weniger Tage verwertet werden.

Wer auf den Geschmack gekommen ist und Mispeln pur verzehren möchte, kann die reifen Früchte in der Tiefkühltruhe lagern und bei Bedarf einige Früchte auftauen.

Außer zum Roh-Essen eignen sich die Früchte für Gelee, Marmelade, Most und Soßen. Auch als Zusatz zu Kompotts oder Apfelwein. Man kann sie auch trocknen oder im Herd backen. Als Delikatesse gelten gezuckerte und in Essiglösung eingelegte Früchte, die ggf. mit Zimt und Nelken gewürzt sind.

Für Verbreitung sorgen Amseln, die die Früchte gern fressen. Aus Samen gezogene Pflanzen benötigen viele Jahre Jahre bis zur ersten Frucht. Veredelte Gehölze haben als Unterlage Apfel, Birne, Mehlbeere, Quitte oder Weißdorn. Letztere bewirkt aber eine verkürzte Lebenszeit. Sie heißen Evreinoffs Montröse, Frühe Englische, Großfrüchtige von Nottingham, Holländische Großfrüchtige, Kernlose, Krim, Macrocarpa, Nottingham, süße Mispel, Royal und Ungarische. Über die Anfälligkeit von Feuerbrand sind eigentlich nur unterschiedliche Meinungen zu hören.

Die Früchte enthalten viele Mineralien, Gerbstoffe, Pektin (!), Stärke, Biophenole, Zucker, Vitamin C (!).

Nottingham und Holländische Riesenmispel und Apyrena.  Die Holländische ist besonders groß. Die Apyrena ist etwa so groß wie die Wildform, sie hat aber keine Kerne.

Siehe auch Wollmispel  . Japanische Mispeln: Loquat und Mespile. Sie sind nur entfernt verwandt mit unserer Mispel.

 

Schadbild Vorbeugung Bekämpfung
Apfelblütenstecher
Anthonomus pomorum. Braunschwarzer Rüsselkäfer, 5 mm lang, mit weißem V auf den Vorderflügeln. Flugzeit Mi 3. Überwintert meistens unter abstehenden Rindenteilen. Die Weibchen legen bis zu 100 Eier in die Blütenknospen. Die Larven schlüpfen bald danach, sie sind gelblich mit schwarzem Kopf, ca. 6 mm groß, ohne Beine. Sie fressen unter den eingerollten Kronblättern die Samenanlage ab und sind dann reif zur Verpuppung. Die Blüten erscheinen ballonartig, werden braun und sterben ab. Die gelben Puppen sind sehr beweglich. Die Käfer schlüpfen im Juni. Nachdem sie etwa 4 Wochen an den Blättern gefressen haben, suchen sie sich im Juli einen Platz zur Überwinterung. - Waldnahe Lagen sind besonders gefährdet. Befällt auch Birne und Quitte. Befall nur während der Blüte. Siehe 'Apfelbäume'.