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(entnommen von www.bio-gaertner.de - dem umfassenden Online-Öko-Nachschlagewerk)
Rosmarinus officinalis. Lippenblütler. Immergrüner Kleinstrauch.
Sammelzeit: Blätter von Frühling bis Sommer. Getrocknet verliert er an Aroma. Wenn, dann schnell bei höchstens 35° trocknen, um die ätherischen Öle nicht zu gefährden.
Wirkstoffe: Enthält äther. Öl (bis zu 2,5%, Borneol, Bornylacetat, Cineol, Kampfer, Pinen), Bitter-, Gerbstoffe, Flavonoide (Apigenein, Luteolin u.a.), Pflanzensäuren (Rosmarinsäure, Triterpensäuren), Saponine, Harze; die bitter schmeckende Carnosolsäure schützt mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E vor Oxidation. Rosmarin wirkt desinfizierend, antioxidativ und antimikrobiell. Er enthält Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Phosphor.
Blüte: Eine neue Sorte blüht von 8 - 11.
Heilwirkung: Regt die Magensaftproduktion und allgemein das Verdauungssystem (Blähungen, Völlegefühl), die Blutzirkulation, den (niedrigen) Blutdruck und das Nervensystem an. Anwendung bei Kopfschmerzen, Magenverschleimung, Wassersucht, Verdauungsstörungen, Schmerzen rheumatischen oder arthritischen Ursprungs (auch heiße Packungen), Depressionen, Rekonvaleszenz, Erschöpfung, auch Erschöpfung nervlicher Art mit Gedächtnisschwäche: 1 Esslöffel auf eine Tasse heißes Wasser, 15 Minuten, zweimal bis viermal täglich zwischen den Mahlzeiten. Den Tee niemals abends trinken. Bei der starken Wirkung ist Zurückhaltung in der Menge angebracht, sonst muss mit Reizung des Verdauungskanals gerechnet werden. Zusammen mit Ehrenpreis, Lavendel, Meisterwurz, Nelkenwurz, Salbei und Veilchenwurzel wird ein Tee gegen hohen Blutdruck und vorbeugend gegen Schlaganfall angewendet (früh und abends 1 Tasse). Rosmarin sollte bei Krankheiten der Unterleibsorgane, Nieren, Galle-und Leberleiden, Wasersucht, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Rheuma und Gicht, Krämpfen und Lähmungen angewandt werden. - Wird oft auch als Rosmarin-Wein genossen (10 gehäufte Teelöffel getrocknete Rosmarinblätter auf eine Flasche Weißwein, verkorken, eine Woche stehen lassen, ab und zu schütteln, dann filtern. Ein- bis zweimal täglich eine Schnapsglas voll trinken), als Rosmarin-Spiritus zur Einreibung bei niedrigem Blutdruck verwendet oder dem Bade zugefügt. In letzterem Falle sollte das Bad nur tagsüber, niemals am Abend, genommen werden (50 g Blätter/1l aufkochen, 30 Minuten abgedeckt ziehen lassen, filtern, dem Badewasser zugeben). Diese Anwendungen sollen auch gegen Gicht und Rheumatismus helfen.
Regt die Magensaftproduktion und allgemein das Verdauungssystem (Blähungen, Völlegefühl), die Blutzirkulation, den (niedrigen) Blutdruck und das Nervensystem an. Anwendung bei Kopfschmerzen, Magenverschleimung. - Rosmarinöl hilft gegen Kopfschmerzen durch Einreibung. Das Rosmarinöl wird ähnlich den Tees angewendet. Es regt den Kreislauf an und erhöht evt. den Blutdruck. Der Appetit wird angeregt, Husten, Grippe und Bronchitis werden positiv beeinflusst, Blähungen lassen nach.
Gewürzstoffe: Dieses Gewürz ist wichtig für die Küche des Mittelmeers. Rosmarin muss, am besten ein ganzer Zweig, kurze Zeit mitkochen. Sparsam verwenden. Käse mit Rosmarin ist bekömmlicher und schmeckt besser. Gewürz für Brühen, Grillgerichte, Kartoffelaufläufe, Eintöpfe, Geflügel, Gemüse, Kaninchen, Kartoffeln, Lamm, Spaghettisoßen, Suppen, Tomatengerichte, Pilzgerichte, Fischgerichte, Marinaden, gekochte Eier, Schalentiere. Auch als Rosmarin-Essig oder -Öl in Gebrauch. Passt zusammen mit Knoblauch für viele Gemüse aus dem Süden. Antibakteriell, konserviert deshalb. Fördert Fettverdauung. - Bestandteil der Mischung 'Kräuter der Provence'.
Tee: In letzterem Falle solte das Bad nur tagsüber, niemals am Abend, genommen werden (50 g Blätter/1l aufkochen, 30 Minuten abgedeckt ziehen lassen, filtern, dem Badewasser zugeben). Diese Anwendungen sollen auch gegen Gicht und Rheumatismus helfen.
Nebenwirkung: Rosmarin ist für Schwangere nicht geeignet. Hält die Möhrenfliege von den Karotten und die Selleriefliege vom Sellerie fern. Auch die Ameisen werden von ihm verfolgt.
Anbau: Vollsonnige, geschützte warme Lage vor einer Südwand, die Pflanze jedoch vor der Morgensonne im Frühjahr schützen. Lockere, humusreiche, trockene, sandige Erde mit Kalk oder kalkhaltigen Steinchen, Dränage vorsehen. Eine Kiesschicht um die Pflanze herum dient als Wärmespeicher. Etwas Dünger (reifer Kompost oder Hornspäne) im Frühjahr. Auf jeden Fall Düngung und Schnitt spätestens ab Mitte August einstellen, viel Dünger vermindert den Gehalt an ätherischem Öl. Beim Rückschnitt immer den natürlichen Wuchs der Pflanze im Auge behalten, runde oder ovale Krone. Blüte violett, Sommer. Höhe 60 - 150 cm. Er kann sehr alt werden.
Nicht ins alte Holz schneiden. Sparsam gießen. Aussaatzeit 3/4; 5/6 auspflanzen. Im Beet etwas höher pflanzen, um die Gefahr von Staunässe und Bodenpilzen zu vermindern. Im Sommer können Blüten und Blätter geerntet werden, ab 7/8 Wintervorrat anlegen, aber nicht zuviel auf einmal abschneiden. Blüten nur für sofortigen Bedarf nutzen. Ganze Triebe abschneiden, kopfüber luftig und schattig aufhängen und schonend trocknen. Dann am besten in diesem Zustand in großen dunklen, abschließbaren Gefäß aufbewahren und erst vor Gebrauch zerkleinern, damit das ätherische Öl nicht durch den Luftsauerstoff ranzig wird. Im Sommer ausreichend gießen, ab achten Monat nicht mehr wie früher zweimal im Monat düngen, nur wenig gießen, damit das Holz ausreift.
Nicht frostbeständiges Kraut, wird deshalb meistens in Töpfen kultiviert mit normaler Blumentopferde. Im Winter sehr hell und kühl (0 - 10°) stellen, mit feuchter Luft, sonst Gefahr von Schadinsekten und Bildung von unerwünschten Wintertrieben. Der Ballen darf nicht austrocknen. Im Frühjahr umtopfen in einen größeren Topf. Optimal ist Überwinterung im Kalthaus.
Alternative für Überwinterung im Freien: Mit zusätzlicher Erde Wurzelhals schützen, den Topf in einen Korb stellen und mit trockenem Laub auffüllen. Fichtenzweige an den inneren Korbrand stecken und über dem Rosmarin wie eine Kuppel zusammenbinden. Sobald die Frühjahrssonne an Kraft gewinnt, den Winterschutz beseitigen, um Fäulnis zu verhindern. Aber erst langsam wieder an die Sonne gewöhnen. Im Frühjahr etwas zurückschneiden, wird dadurch buschiger. Auch die verfrorenen Triebe können noch als Gewürz verwendet werden.
Eine Garantie für sichere Überwinterung gibt es nicht. Deshalb sollte man im ersten Standjahr die Pflanze frostfrei überwintern und im anschließenden Frühjahr E 4 auspflanzen. Dieses frühe Auspflanzen ist sehr wichtig. Zusätzlich kann man das Risiko mindern, indem man den Rosmarin einen Standort gibt, wo er erst ab 11 Uhr der Frühlingssonne ausgesetzt ist. Auch unproblematisch ist ein Standort, wo die Sonne im Winter abgehalten wird, aber ab 4 die Strahlen der Mittagssonne hinscheinen.
Oder die Töpfe eingraben und mit Stroh, Laub, Hobelspänen usw. abdecken. Die trockene Luft ist der schlimmste Feind, sie sollte mindestens 60% Feuchtigkeit aufweisen. Das kann man bewirken, indem man eine 25 cm tiefe Grube aushebt und die Pflanze dort hinein stellt. Dann trockenes Laub darüber breiten und eine Folie, die den Regen abhält. Anschließend mit Erde auffüllen. Hilfsweise kann auch ein gut abgedeckter Lichtschacht das Überleben sichern.
Die Sorten Arp, Hill Hardy und Veitshöchheim haben über mehrere Jahre ihre Frostfestigkeit bewiesen.
Vermehrung im Sommer durch etwa 10 cm lange Seitentriebe, mit etwas altem Holz vom Stamm trennen. Mit Wasser besprühen und Stecklinge mit Plastikbeutel o.ä. zudecken. Bis zur Bewurzelung vergehen Monate. Für Beetumrandung.
Mischkultur: Radies/Rettiche, Raps und Senf als Nachbarn sind ungünstig. Gute Nachbarn sind Rosen, Salbei, Schnittlauch und ein Standort zwischen Stauden.
Neuerdings gibt es auch frostbeständigere Sorten für den Garten. Im Topf gelten die vorgenannten Grundsätze.
Sorten:
Salem, starkwüchsig, hellgrünes Laub, pastellblaue Blüten. Etwas empfindlicher, deshalb erst auspflanzen, wenn die Pflanze 3 Jahre alt ist. Die Blütenknospen können bei einem strengen Winter erfrieren. Winterfest bis -22°. 120 cm.
Veitshöchheim , dunkelgrüne Blätter, kaum krankheitsanfällig. 120 cm.
Arp, etwas ausladender Wuchs, intensiv graues Laub mit frischem Aroma, hellblaue Blüten. Das Triebwachstum endet früh - wahrscheinlich am besten geeignet für von Früh- und Spätfrost gefährdete Lagen. Verträgt auch heißes, feuchtes Wetter und ist winterfest bis -22°. 120 cm. Blüten hellblau.
Hill Hardy, längere, dunkelgrüne Blätter, dichtlaubiger als 'Arp'. Winterfest bis -22°. 120 cm.
Gorizia und Majorica vertragen -10°.
Blue Winter gilt als sehr winterhart. Das gleiche gilt auch für seine bereiften Blätter.
Gunder, Schweizer Rosmarin. Robust, Höhe bis 70 cm. Liebt Luftfeuchtigkeit und Sonne, aber trockene Erde. Im Frühjahr stark zurückschneiden. Frostfest bis - 10°. Auch für geheizte Wintergärten geeignet.
Majorcan Pink, rosa, 0°, 5 - 6 blühend.
Rosmarinus officinalis, Französischer Rosmarin: Weiß überzogene Zweige mit glänzend-grünen Blättern. Hellblaue Blüten im Frühjahr und Herbst. Gesund und wüchsig mit gutem Aroma. Winterfest.
Hängerosmarin Rosmarinus lavendulaceus Capri, Blüte 6 - 11, hellblau, überreich, 20 cm. Immergrüne Pflanze, muss im Winter mit Vlies oder Tannenreisig abgedeckt werden. Für Topfkultur. Sonne und Halbschatten, ggf. auch Schatten.
Besonderer Fall: Niemals die dünnen Stiele des Kümmels im Winter für Aroma usw. nutzen.
Hilfs- und Abwehrpflanzen - Rosmarin. und den Einführungstext für das Kapitel Kräuter-Gewürze.
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