|
![]() |
(entnommen von www.bio-gaertner.de - dem umfassenden Online-Öko-Nachschlagewerk)
Gladiolus. Irisgewächse.
Siehe auch den Einführungstext zu Knollen-, Zwiebelblumen und die nachfolgenden Artikel.
Viele Hybriden sind im Angebot. Typisch sind die langen Schwert-Blätter und die großen Trichterblüten, die an dem langen Stiel aufgereiht sind. Farben in fast jeder Tönung sind lieferbar. Alle sind gute, ausdauernde Schnittblumen. Gladiolen brauchen humusreichen, etwas sandigen Boden. Volle Sonne, geschützt. Auspflanzen E 4 - A 5, vorgezogene Pflanzen nach den Eisheiligen. Durch Verschiebung der Auspflanzung von Mai bis Anfang Juni kann die Blütezeit verlängert werden. Die Wartezeit bis zur Blüte beträgt 8 - 12 Wochen. Vortreiben ab März. Jährlicher Standortwechsel, sonst blühen sie wegen Bodenmüdigkeit dann nur noch weiß, außerdem wegen der Gefahr des Thripsbefalls. Pflanztiefe 10 cm, in sandigem Boden 15 cm. Pflanzabstand 10 - 20 cm. Die flache Seite kommt nach unten. Höhe 50 - 150 cm.
Begleitpflanzen sind Duftsteinrich und Sommerphlox. Oft werden die Gladiolen am Gartenzaun entlang angepflanzt. In Tuffs sollten sie möglichst in einer Farbe zusammen gepflanzt werden, aber immer im Abstand zu stark zehrenden Pflanzen. Bei schwerem Boden Dränageschicht unter der Knolle vorsehen. Stiele anbinden oder Pflanze anhäufeln. Mit Rindenmulch den Boden abdecken. Kompost, Steinmehl, niemals frischen Dünger geben. Mehrmals mit Schachtelhalm spritzen. Den Schnitt schräg unter der ersten Blüte ausführen, dabei genügend Blätter zurücklassen.
Nach den ersten Frösten und nachdem die Blätter eingezogen sind, werden die Knollen aus dem Boden genommen. Erde, abgestorbene Knolle und Brutknollen gut entfernen und trocknen, dann die Knollen trocken in einem Karton oder einer Holzkiste im Keller bei feuchtem Sand und niedrigen Temperaturen, aber frostfrei, dunkel und luftig aufbewahren. Höchsttemperatur 15°.
Vor der Auspflanzung etwaig angeschimmelte Knollen aussortieren. Die Brutknöllchen können in Saatschalen weitergetrieben werden, so dass sie nach spätestens drei Jahren zum ersten Mal blühen. - Gute Schnittblume.
Mischkultur mit Bohnen, Erdbeeren und Erbsen sind ungünstig.
Butterfly-Gladiolen stellen eine Verbesserung der beliebten Schmetterlingsgladiolen dar. Besonders bemerkenswert sind die Blautöne. Höhe 80 - 120 cm. Butterfly-Gladiolen zählen zu den relativ neuen Züchtungserfolgen. Sonnige Züchtungen, tiefgründiger sandig-humoser Lehm. Sie brauchen wie die Colvillei-Gladiolen viel Wärme. Sie sind bei uns nicht winterhart, die Knollen müssen gut gesäubert in den Keller kommen.
Colvillei-Gladiolen sind vor allem bei den Floristen begehrt wegen ihrer kleinblütigen, aber doppelt wirksamen Floristenfarbe. Bei den Farben dominieren rosa, rot und Weißtöne. Sie blühen bereits vor den Edelgladiolen.
The Bride, eine der ersten Züchtungen.
Roseus, hellrosa
Rubra, karminrot
Butterfly-Gladiolen.
Alice, lachs, gelbrot
Coral Lace, rosaweiß, schöne Sorte, 80 - 100 cm.
Dyanito, mattgelb/rot
Ice Folies weiß/Bernstein
Oberbayern, blau/cremeweiß
Nanus-Gladiolen
Cinderella, rosa, knallrot
Nymph, weiß, rot überhaucht
Peach Blossom, zartrosa, Blüte April
Gladiolus communis ssp. byzantinus.
Wildgladiole, blüht karminrosa, 6 - 7, 70 cm, für Sonne und lichten Schatten. Sie ist winterhart, muss aber mit Laub geschützt werden. Pflanzung im Herbst.
Wilde Gladiole, sie kann dauerhaft im Garten bleiben. Blüte 5 - 7, 50 - 70 cm Höhe, Sonne, Halbschatten.
Gladiolus communis, gemeine Siegwurz, lilafarben, ist winterhart.

Butterfly-Gladiolen (Schmetterlingsgladiolen).
Kleine, oft zweifarbige Blüten.
Coronado-Gruppe. Kreuzung aus Butterfly- und Nanusgruppe. Hat zwei Stängel je Knolle.
Fantasia mit rosafarbener, weißer und purpurfarbener Zeichnung.
Miranda in lachsrosa mit gelber und dunkelroter Zeichnung.
Quintin, weiß, mit cremefarbener und violetter Zeichnung.
Grandiflora-Gruppe. Die Hybriden sind besonders groß.
Nanusgruppe. Höhe 40 - 50 cm. Früh blühen:
Nymph, zartrosa, cremefarbener Fleck.
Spitfire, scharlach, mit blassgelbem un lilafarbenem Fleck.
Primulinus-Gruppe. Der Blütenschaft ist gebogen, die Blüten sind mit einer besonders gestaltetem Blütenblatt abgedeckt, die Trauben sind klein und locker.
Gladiolus gandavensis. Großblumige Gadiolen, die eigentlichen Garten- oder Edelgladiolen. Die vielen Blüten sind oft 10 cm groß, reinfarbig oder gezeichnet.
Excellent-Gladiolen, 6 - 7, 40 cm. Sonne und Halbschatten.
Gladiolus byzantinus, 70 cm hoch, 6 - 7. Die aufgeführte Art ist winterhart und wird im Herbst gepflanzt. Sie steht gerne in der Sonne oder im lichten Schatten. Eine karminrosa Wildgladiole - sehr zu empfehlen.
Gladiolus callianthus (Acidanthera), Sterngladiole, abessinische Lilie. Blütensterne weiß, hängend, mit dunklem Herz, stark duftend, 8 - 9. Blätter schmal und lang. Höhe 80 cm. Auspflanzung im Mai. 10 cm tief, Abstand 20 cm. Boden warm und locker, windgeschützt, nicht zu feucht. Vor dem Frost ausgraben und frostfrei im Keller überwintern. Im übrigen behandeln wie Edelgladiolen. Auch für Kübel geeignet. Überwinterung im warmen Zimmer.
Gladiolus callianthus Murielae. Schneeweiße Blütensterne mit violettem Herzen, 8 - 9, 50 - 90 cm. Stark duftend. Gute Schnittblume. Sonne. Kühl und frostfrei überwintern. Auch für Töpfe auf Balkon oder Terrasse geeignet.
Gladiolus x colvillei, Zwerg-/Edelgladiolen. Elegante Blüten, schmale Blätter. Blüte 6 - 9, 60 cm. Topfkultur: Erde lehmig, gut gießen. Pflanztiefe 2,5 cm.
Charm, rosa.
Nymph, weiß mit rot.
The Bird, weiß.
Gladiolus nanus. Winterharte Zwerggladiolen. Rot, weiß und rötlich gemischt mit weiß. Sie sorgen für extravaganten Blütenzauber. Mit Winterschutz sind sie winterhart. Juni - Juli, Höhe 50 - 70 cm. Sonne, Halbschatten. Schnittblume.
Gladiolus palustris, 30 - 60 cm hoch, 6 - 8. Die heimische Sumpfsiegwurz ist leider nur noch selten in der Natur zu finden. Sie wächst in Moorgebieten, aber auch auf kalkreichen wechselfeuchten Magerwiesen. Im Garten pflanzt man sie an den Teichrand, ein gutes Stück oberhalb der Wasserlinie (nicht dauerhaft feucht) in ein nährstoffarmes Substrat.
Glamini-Pastellfarben-Gladiolen, Blüte 6 - 9, 50 cm. Für Sonne, Halbschatten, Schatten, auch für Kübel und Kästen. Glamini-Blumen heißen nun Glamini, weil sie niedrig bleiben. Schnittblume.
Christopher, lila.
Tom, rot.
Zoe, rosa
Gladiolen werden im allgemeinen nicht angerührt von Schnecken.
Interessenten können sich an die Deutsche Dahlien-, Fuchsien- oder Gladiolengesellschaft wenden, Masstrasse 153, 47608 Geldern. Sie prüft neue Dahlien und vergibt das Wertzeichen DDG für besonders wertvolle Neuzüchtungen. www.ddfgg.de
| Schadbild | Vorbeugung | Bekämpfung |
| Grauschimmel | ||
| Botrytis gladiolorum. Braune Blatt- und Stängelflecken. Vor allem in kühlen, feuchten Sommern faulen die Stängel. Mausgrauer Pilzbelag. Häufig auch an im Keller gelagerten Knollen. Siehe auch Grauschimmel. | Luftiger Stand. Mulchen. Sortenwahl. Keine Überdüngung, besonders keine Stickstoffüberdüngung. Pflanzstelle jährlich wechseln. Knoblauch als Zwischenkultur. Schachtelhalmbrühe. Neudovital. VITANAL. ENVIRepel. | Befallenes vernichten. |
| Hartfäule | ||
| Septoria gladioli. Pilz befällt Gladiolen und Sterngladiolen. Knollen haben wässrige, später eingesunkene bräunliche Flecken, auf denen die schwarzen Sporenlager zu sehen sind. Darunter befindet sich hartes Gewebe. Braune Flecken bilden sich auf Blättern oder Brutknollen. | Sortenwahl. Nur gesundes Pflanzgut verwenden. Nicht stickstoffbetont düngen. Pflanzort jedes Jahr wechseln. Knoblauch als Schutzpflanze. | Befallenes vernichten. |
| Lackschorf | ||
| Die Bakterien verursachen dunkelbraune, eingesunkene Flecken an der Knolle. Diese sondern einen lackartigen Schleim ab, der eintrocknet. Die unteren Teile von Blättern und Stielen können ebenfalls befallen werden, die Stiele fallen dann um. | Jährlich Standort wechseln. Nur gesundes Pflanzgut verwenden. Nicht stickstoffbetont düngen. Frisch umgegrabene Böden meiden. Knoblauch als Schutzpflanze. | Befallene Knollen vernichten. |
| Lilienhähnchen | ||
| Lilioceris lilii/Lilioceris merdigera sind 6-7 mm groß, gelb- bis leuchtendrot, schwarzer Kopf. Eier 1.5 mm an Blattunterseite. Larven schneckenähnlich, schleimig, mit Kot bedeckt, oft in den Blattachseln. Schlüpfen im Mai aus. 2-3 Generationen. Nach drei Wochen Verpuppung im Boden erscheint die neue Generation. Käfer der letzten Generation und Puppen überwintern im Boden. Lochfraß der Käfer und Larven an den Blättern. Käfer im Frühjahr oberhalb, Larven unterhalb. Auftreten zuerst E 3/A 4 an Kaiserkronen, dann Madonnenlilien und anderen Lilien, gelegentlich auch an Maiglöckchen. - Werden die Käfer leicht gedrückt, ertönen Laute, die sich wie Krähen anhören. Gladiolen, Maiglöckchen und Kaiserkronen werden auch befallen Siehe Lilien. | ||
| Thripse | ||
| Kleine silbrig-weiße Flecken durch Luftzutritt auf den Blättern, daneben schwarze Kotflecken. Verkrüppelungen, Vergilbungen. Laub stirbt ab. Knospen öffnen sich nicht oder sind unregelmäßig, trocknen ein, faulen. Die Blüten haben weiße, eingetrocknete Ränder und Spitzen. Besonders rote und rosaweiße Sorten werden stark befallen. Trockene, warme Standorte begünstigen Befall. Die gelblichen Larven fressen an der Oberhaut der Blütenknospen und an den Blättern. Erwachsene Tiere sind dunkel. Oft werden dadurch andere Krankheiten wie Grauschimmel oder Kraut- und Knollenfäule begünstigt. Auich andere benachbarte Pflanzen wie Amaryllis, Calla, Freesien und Nelken werden befallen. Trockene Sommer fördern ihre Verbreitung, das Weibchen legt bis zu 200 Eier, nach 3 Wochen erscheint dann schon die nächste Generation. - Siehe 'Thripse'. | Pflanzen vor Trockenheit bewahren. Mulchen. Absterbendes Laub vernichten. Schutzpflanzen sind Bohnenkraut, Weinraute und Ysop. Jährlicher Standortwechsel. Nach Befall im nächsten Frühjahr mehrmals mit Spruzit spritzen. | T. vertragen keine Feuchtigkeit. Mit Wasserstrahl abspritzen. Blaue Leimtafeln aufstellen. Im Herbst die Knollen einzeln herausnehmen, wenn die Blätter im unteren Bereich noch etwas grün sind. Die Thripse befinden sich dann dort. Blätter und Stiele sofort und direkt über der Knolle abschneiden und zusammen mit der alten, eingeschrumpften Knolle vernichten. Bei starkem Befall gesamte Pflanze vernichten. Spruzittauchbad für Knollen im Herbst. Sie saugen auch im Winterlager weiter, braune Stellen und Schrumpfen sind ein Hinweis dafür. Niemspritzungen. Bei geringen Temperaturen im Winter lagern, dadurch sterben die Thripse ab, z.B. 8 - 10 Wochen bei +5°. - Natürliche Feinde sind Florfliegen und Raubmilben.- Bei Frost sterben sie ab, sie können aber im Komposthaufen überleben. |
| Triebgallen | ||
| Corynebacterium fascians. Bakterienkrankheit, die auch andere Blumen wie Chrysanthemen, Dahlien, Nelken, Pelargonien usw. befällt. Triebe sind flach, sterben ab; Blätter sind verkrüppelt, oft auch aufgetrieben. Siehe Begonien und 'Bakterienkrankheiten'. | ||
| Trockenfäule | ||
| 1)Der Pilz Fusarium oxysporum befällt die Knolle. - Schlechter Austrieb, Faulstellen an Stängel und Knolle. - 2)Der Pilz Sclerotinia gladioli befällt den unteren Teil der Blätter und die Knolle, auch von der Sterngladiole. Die Blätter werden heller und sterben ab. Die Knolle hat schwarze Flecken und ist hart. Auf den unteren Teilen der Blätter sieht man die schwarzen Dauerformen des Pilzes.- Befällt auch Freesie, Krokus und andere Pflanzen. | Kühle Lagerung im Winter. Befall der Knollen im Winterlager, deshalb auf Verfärbungen achten, ggf. vernichten. Jährlich Standort wechseln. Nur Kompostdüngung. | vernichten. |