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Efeu

Efeu (bot. Hedera helix)


Hedera helix, EfeuHedera helix. Araliengewächse.

Siehe auch den Einführungstext zum Kapitel Rank-, Kletter-, Schling-, Fassadenpflanzen.

Wurzelkletterer. Giftig. Mehrjährig. 2010 Arzneipflanze des Jahres.

Dauergrüne Kletterpflanze, besonders für Schattenbereiche. Es gibt eine Vielzahl von Blattformen. Er gedeiht überall, am besten auf kalkhaltigen, nährstoffreichen, etwas feuchten Böden. Die Lehr- und Versuchsstation für Gartenbau, Kassel, hat verschiedene Efeusorten überprüft und folgende Sorten als gut geeignet befunden:

 

 

 

Digitata Hesse und Emerald Gem sehr gut; Donerailensis, Goldheart, Modern Times, Thorndale gut.

Efeu benötigt im Frühstadium eine Kletterhilfe. Er wächst erst langsam, daHedera helix, Efeunn erobert der Selbstklimmer mit seinen Haftwurzeln alle Flächen und Gerüste bis zu 20 m hoch, das Wachstum beginnt mit dem 8. Lebensjahr. Nur glatte, spiegelnde (Metall-)Flächen bereiten ihm Probleme. Efeu klettert nicht auf hellen, weißen, von der Sonne beschienenen Wänden, weil er das Licht meidet. Auch feuchtigkeitssaugende Wände wie Beton, Putz, Sandstein meidet er, sie geben auch oft ätzende Stoffe ab, die die Haftfüße verbrennen. In solchen Fällen muss eine Holzkonstruktion installiert werden. Glatte, feuchtigkeitsabweisende Wände veranlassen ihn zum Klettern. Wenn die Triebe abgerissen werden, bleiben Spuren zurück. In ältere Hauswände mit Putzrissen dringen die Haftwurzeln ein, verdicken sich und sprengen u.U. den Putz. Im Extremfall und bei höherem Gewicht können sie dadurch große Teile des Putzes von der Hauswand absprengen. Auch unter die Dachpfannen kann er kriechen und sie anheben. Bei zu starker Ausbreitung eine Heckenschere benutzen. Keine Bodenverdichtung.

Efeu blüht und fruchtet erst nach vielen, mindestens sieben Jahren. Diese sog. Altersform hat elliptische Blätter und sie streckt plötzlich senkrechte, freistehende Triebe aus, Stecklinge davon klettern nicht. Er kann bis zu 200 Jahre alt werden. Die Blütendolden sind gelblich, Blüte 9 - 11, Früchte reifen (blauschwarz) vom Winter bis zum Frühjahr (Vogelnahrung), sie sind wegen ihrer Saponine giftig. Klettern sie bis in die Baumkrone, können sie zu Lichtkonkurrenten ihrer Trägerbäume werden. In diesem Falle besser unten die Ranken am Boden abschneiden, damit nicht durch etwaiges Abreissen die Rinde beschädigt wird. Andererseits geben die Blüten, die sich im Kronenbereich öffnen, eine gute Herbstweide für Insekten aller Art ab. Die schwarzen, für Menschen giftige Früchte werden gern von Amseln und Drosseln angenommen. Auch die Blätter sind für Kinder giftig. Nicht verbinden mit anderen schwachwüchsigen Sorten.-

Als Waldpflanze liebt Efeu keine direkte Sonne, halbheller Standort sagt ihm sehr zu, also das Nordfenster, auch die Ost- und Westlage. Viel frische Luft, regelmäßige, nicht zu starke Wassergaben und im Winter einen frostfreien Raum. Er überlebt aber auch im geheizten Zimmer, wenn wir ihn öfters lau übersprühen. Im Frühjahr topfen wir ihn in kleine Gefäße um und verwenden lockere, humose Erde. Er muss alle 14 Tage von März bis September gedüngt werden, es genügt die Hälfte der Zuteilung.

Alte Bäume können damit wieder begrünt werden. Auch als Bedeckung von Lärmschutzwänden, als Bodendecker, Rasenersatz, Beeteinfassung und Hangbepflanzung ist Efeu beliebt, er muss dann, wie auch als Baumscheibenbedeckung, gelegentlich zurückgeschnitten werden. Als Bodendecker unterdrückt Efeu Wurzelunkräuter, außerdem hält er Schnecken ab.

Begleitpflanzen sind Farne, robuste Gräser wie Carex und Luzula, Maiglöckchen, Rhododendron, Salomonssiegel.

Bienennährgehölz. Futterpflanze für Nachtschwalbenschwanz und Schwebfliegen. In seinem Geäst brüten Buchfink und Haussperling, in der dichten Hecke Amsel, Gartengrasmücke, Grünfink. Auch vielen Insekten und Kleinsäugern bietet er Schutz. Der einheimische Efeu ist winterhart, viele andere, vor allem die bunten und buntpanaschierten, sind es nicht. Im allgemeinen gilt, je kleiner die Blätter, umso frosthärter.

Vermehrung durch Absenker, Samen oder Stecklinge.

Als Topf- oder Kübelpflanze kann er - gut isoliert - im Freien überwintern. Er kann Kontaktallergien hervorrufen. Im Zimmer muss er seiner Natur nach etwas dunkel (400 - 700 Lux) und kühl stehen, im Winter frostfrei. Im Zimmer kann er überwintert werden, wenn er desöfteren lauwarm übersprüht wird. - Er entgiftet die Raumluft (Benzol, CO2 Formaldehyd). Hinter Wärmeschutzgläsern bleiben buntblättrige und gelb-weiß-panaschierte Blätter grün. Auch für den Flaschengarten sind die kleinblättrigen Sorten gut geeignet. Es gibt viele Arten, wie dachziegelartig aneinandergereihte Blättchen, mit tiefgeschlitzten Blättern, vom zartesten bis zum tiefen Dunkelgrün ist alles vertreten. Vielfach sehen wir auch weißmarmorierte Arten.

Viel Licht, schattig, halbschattig. Kühl halten bei 10 - 15°. Regelmäßig normal gießen. Norden. Alle 14 Tage düngen.

Inhaltsstoffe sind Alpha-Hederin, Glykoside, Jod, Mineralien, Saponine, z.B. Hederasaponin C (hemmen Bakterien und Pilze).

Hauptwirkstoffe an Blättern und Stängel: Hedera Saponin A und Hedera Saponin C (letzteres liefert das hämolytische a-Hederin). Flavone, Hederagerbsäure, Chlorogensäure, Cumarin Scopolin, Eisen, Inositol, Jod, viel Kalium, Mangan, Zink.

Plattensee, Wingertsberg, Woerner. Das sind andere starkwüchsige Sorten.

Hedera colchica Arborescens = Altersform des Efeus, aufrecht wachsend. Humoser Boden. Strauchefeu. Blüte weißlich in Trauben, 7 - 9, buschartig wachsend, immergrün, 1,5 m, bis 80 cm als Hecke. Halbschatten, Schatten. Für Grabbepflanzung geeignet. Außergewöhnliche Blütenstände. Für Haus- und Heidegarten, Bienenweide.

Conglomerata, Blätter gewellt, wie Dachziegel übereinanderstehend, frostfest. Sehr langsam wachsend. Gut für schattige Vor- und Hausgärten.

Glacier, grau-grün gemusterte Blätter, robust, auch für Blumenkästen.

Goldefeu, grünes Blatt mit goldgelbem Herz. Selbsthaftend, wirft die Blätter nicht ab. Für Sonne, Halbschatten, Schatten.

Goldheart, buntgelbe, dreieckige Blätter mit gelber Mitte für Sonne - Schatten. Wüchsige, langtriebige Sorte mit dunkelgrünen, in der Mitte goldgelben Blättern. Selbsthaftend, immergrün und frosthart. Standort: Sonne bis Schatten, jeder Boden geeignet. 4 m hoch.

Green Feather, besonders klein, mit spitzen Blättern, sehr langsam wachsend, für Kästen.

Jubilee (goldenes Herz), attraktiv für Mauern, weniger geeignet für Kübel.

pedata, Vogelfußefeu. Gut geeignet für die Berankung von Pergolen. Frostfest.

Sulphur Heart, kolchischer Efeu.

Hedera var. hibernica, irischer Efeu. Blätter werden 8 bis 10 cm groß. Kriecht auch auf dem Boden. Blätter 5- 12 cm lang, Blattstiele 5 - 20 cm lang, Triebspitzen dunkelrot. Starkwüchsig. Sonne - Schatten.

Diese Pflanzen sind evt. wegen ihrer Pollen für Allergiker nicht geeignet.

Siehe auch  Efeu und Pflanzen, allgemeine Hinweise - Hilfs- und Abwehrpflanzen - Efeu 

Schadbild Vorbeugung Bekämpfung
Blattfleckenpilze
Blätter verfärben sich braun, vertrocknen oder verschimmeln. Siehe 'Blattfleckenkrankheiten' Gute Pflege, düngen evt. etwas Bittersalz dem Gießwasser beifügen (1 Eßl./10 l). Im Frühjahr die Ranken abschneiden bis auf 20 - 30 cm. Vi-Care
Dickmaulrüssler

Die Käfer fressen nachts an den Blüten und Blättern (Buchtenfraß), die Larven an den Wurzeln und dem Wurrzelhals, sie fressen Knollen von innen her auf. Knollen und Rüben zeigen blauschwarze Verfärbungen. Ebenso haben die Blätter blauschwarze Flecken, sie fallen später ab. Die Larven sind die eigentlichen Schädlinge. Ihre Gänge sind mit Kot angefüllt. Pflanzen welken, fallen z.T. um, können leicht aus dem Boden gezogen werden. Sie bevorzugen sauer reagierendes Erdreich aus Kompost oder Torf. Siehe 'Dickmaulrüssler'.

   
Efeu-Spinnmilbe
Bryobia kissophila. Sie kann alle Efeuarten befallen. Nur Weibchen saugen an den Blättern, sie stellen aber kein Gespinst her. Die Blätter zeigen helle Sprenkelungen. Sie vermehren sich das ganze Jahr über. Ihre Eier legen sie weniger am Efeu ab als an Gegenständen der näheren Umgebung. Befall deutet auf Standortmängel. Efeu benötigt halb- oder ganzschattige Lage und einen feuchten Boden. Heiße Sommer und/oder Trockenheit schwächen ihn. Ggf. den Efeu zurückschneiden und in neue Umgebung pflanzen. - Efeu im Sommer öfters abspritzen.
Schildläuse
Napfschildläuse. Auf den Blattunterseiten dunkle, wachsartige Schilde. Blätter verkrüppelt, fallen ab. Siehe 'Schildläuse'. Befall deutet auf Standortmängel. Efeu benötigt halb- oder ganzschattige Lage und einen feuchten Boden. Heiße Sommer und/oder Trockenheit schwächen ihn.