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Erbsen

Erbsen (bot. Pisum sativum)


Pisum sativum.Pisum sativum, Erbsen Hülsenfrüchtler.

Siehe auch den Einführungstext für das Kapitel Gemüse, Salate_allgemein und die nachfolgenden Artikel.

Humose, kali- und kalkhaltige Erde, nicht zu schwer, tiefgründig. Keine Stickstoffdüngung, kein Stallmist. Schwachzehrer. pH 6,0 - 7,5. Beete luftig und sonnig, möglichst in West-/Ostrichtung anlegen, besonders die hohen Sorten. Kälte (winterharte Markerbsen Resi bis - 12°) und Nässe werden gut vertragen, Hitze und Trockenheit weniger. Feuchtigkeit bis zur Blüte erforderlich.

Buscherbsen haben geringeren Ertrag und kürzere Standzeit. (Pisum sativum L. convar. sativum) Aussaat von Pal- (oder Schal-) und Zuckererbsen ab Mitte 3, spätestens Anfang 4 bei Zuckererbsen (Pisum sativum L. convar. axiphium), sonst nehmen die Erträge ab und die Pflanze stellt zu wenig Saccharose her. Zuckererbsen haben keine Pergamentschicht in ihrer Hülse, deshalb kann die ganze Hülse gegessen werden

Aussaat von (Pisum sativum L. convar. medullare) Markerbsen ab April (Bodenwärme mind. 5°, Opt. 20 - 24°). Sie bleiben länger zart und schmecken feiner. Getrocknete Körner sind nicht zum Kochen geeignet. Verfrühung unter Folie oder Vlies möglich. Abnehmen nach der Bildung des zweiten Keimblatts.

Samen in Wasser schütten und die oben schwimmenden aussortieren. Danach 2 Stdn. mit Kamillentee beizen. Abstand der Reihen 40 cm, der Pflanzen 3 - 4 cm, in 5 - 6 cm tiefe Rillen. Gesteinsmehl in die Rillen streuen, wehrt Pilzkrankheiten ab.

Folgeaussaaten Anfang 6 mit schnellreifenden Herbstsorten und Ende 9 bis Mitte 10 winterharte Sorten für milde Klimalagen.

Vogelschutz durch Bretter, Folien, Reisig oder Beizung der Saat mit Wermuttee, auch ständiges Anhäufeln ist geeignet, es macht die Blätter bitter. Derselbe Effekt wird erzielt, wenn die Erbsen tiefer als vorgeschrieben ausgesät werden. Sonst Anhäufeln bei 10 -15 cm Höhe. In kurzen Abständen durchpflücken, Palerbsen werden sonst mehlig, Zuckererbsen zäh. Letztere werden geerntet, wenn gerade die ersten Körner zu spüren sind beim Anfassen. Markerbsen sollten noch grün sein bei der Ernte.

Möhren fördern frühes Wachstum von Markerbsen, ebenso helfen Borretsch, Dill, Fenchel, Gurken, Herbstrüben, Kapuzinerkresse, Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Koriander, Kümmel, Mairüben, Mangold, Puffbohnen, Radies, Rettich, Ringelblumen, Rote Rüben, Salat, Salbei, Sellerie, Sonnenblumen, Zucchini und Zuckermais gegen Schädlinge. Senf als Nachbar erhöht den Carotingehalt.

Ungünstig sind Bohnen, Gartenkresse, Kartoffeln, Knoblauch, Paprika, Porree, Rucola, Schnittlauch, Spinat, Tomaten und Zwiebeln als Nachbarn. Als Nachfrucht Phacelia gegen etwaige Fußkrankheiten der Erbsen einsäen. Pflanzabstand 3, besser sogar 6 Jahre, damit die Wurzelausdünstungen sich verflüchtigen. Das gilt auch für den Nachbau ihrer Verwandten Bohnen, Klee, Lupinen, Wicken bzw. den Gründünger daraus. Meist tritt dieser Schaden auf, wenn im vorigen Jahr viel Grünmasse den Boden bedeckte, nach einem Grasumbruch, Gründüngung oder Spinatanbau. In diesem Falle bevölkern Milliarden von nützlichen Bodenorganismen jeden Quadratzentimeter Boden.

Stützung aller, auch der niedrigen Buscherbsen, ist empfehlenswert, sie haben mehr Ertrag und fallen auch bei Sturm oder Schlagregen nicht um. Hohe Erbsen in Doppelreihen mit dazwischen gespanntem Draht. Abstand dann 80 cm. Erbsenwurzeln nach Ernte in der Erde lassen. Zweite Ernte durch Bespritzen der Pflanzen mit Baldrianblütenextrakt bei Beginn der Blüte. Niemals mit Stickstoff düngen. Hoher Nährstoffgehalt des Bodens führt zu Krankheiten und Geschmackseinbuße. Kompost in lockerem Boden ist günstig. Erbsenwurzeln nach Ernte in der Erde lassen. Nachfrucht: Endivie und Salat.

Frühe Aussaat, wo möglich, empfehlenswert, die Tageslänge hat positiven Einfluss auf den Ertrag. Nach dem Pflücken sofort verarbeiten, nach zwei Tagen bilden sie Zucker zu Stärke um, sie werden bitter und mehlig. Besonders die Markerbsen sind zum Einfrieren geeignet. Pal- oder Schalerbsen eignen sich zum Trocknen und Einfrieren. Zuckererbsen sind sehr gut zum Tiefgefrieren geeignet.

Sie enthalten Vitamine A, B1, B2, C , E, Lecithin, Lektine, Zink und Eiweiß, Zuckererbsen Vitamin B und E. Die Lektine bewirken, dass Erbsen für Rohkost nicht geeignet sind.

Resistente und tolerante Gemüsesamen:

Ambassador, Markerbse. (Bingenheimer Saatgut). Äußerst widerstandsfähig, resistent gegenüber echtem Mehltau. Bio-Saatgut.

Delikata (Kiepenkerl). Zuckererbse. Saftig-süße Hülsen, sie werden als Ganzes verzehrt. Tagneutrale Blüte, damit ist ein Anbau vom Frühjahr bis Herbst möglich. Höhe 75 cm.

Pisum sativum, ErbsenDorian (Pötschke), Nascherbse, schmeckt am besten frisch gepflückt. Dorian behält besonders lange ihren Traubengehalt. Ihr kompaktes Wachstum braucht nur wenig Stütze. Dorian ist unempfindlich gegen Echten Mehltau und bringt reiche Ernte.

Evita Bio (Kiepenkerl), mittelfrühe Züchtung, die mit schönen dunkelgrünen Schoten besonders schmackhafte Körner hervorbringt. Evita ist robust, wüchsig und widerstandsfähig gegen Krankheiten. Höhe 60 cm.

Grandera (Kiepenkerl), mittelfrühe Markerbse.

Markana (Sperli), standfeste Sorte mit vielen Ranken und reichem Besatz. Einfaches Handling: Die Pflanzen können sich weitgehend selbst stützen. Die großen, dunklen Hülsen reifen mittelspät. Ihre Höhe ca. 60 cm. Markana ist hochgradig tolerant gegen Echten Mehltau. Markerbse.

Norli (Pötschke). Früh und ertragreich wie die Kaiserschote. Nicht bastig werdende Schoten, hohe Standfestigkeit. Sie bringt alles mit, was man von einer Zuckerschote der Spitzenklasse erwarten kann: Sehr süßer Geschmack dank hoher Zuckergehalte durch den niedrigen, nur ca. 50 cm hohen Wuchs. Norli ist resistent gegen Fusariumwelke.

Profita (Kiepenkerl, TOM-Garten), Sommermarkerbse, lecker und süß. 

Sublima (Kiepenkerl), zuckersüße Markerbse. Resistent gegen Fusarium. Ideal zum Naschen.

Vitara (Kiepenkerl), Markerbse ertragreich für den Anbau von Frühjahr bis Herbst. Sie ist hochtolerant gegen Mehltau und die Fusariumwelke. Sie kann von April bis Mitte Juli ausgesät werden und von Juni bis in den Oktober geerntet werden.

Norli (Sperli), Zuckererbsen. Süße, zarte Kaiserschote, zum Ganzessen. Bio-Saatgut.

Zuccola (Kiepenkerl, Pötschke, TOM-Garten), die vollfleischigen Hülsen werden als Ganzes verzehrt durch die neue KnackerbseZuccola. Sie trägt viele saftig-süße Hülsen, die fadenlos und vollfleischig sind. Guter Ertrag bei jedem Wetter. Von Natur aus tolerante Sorte gegen Echten Mehltau und Bodenpilze. Zuckererbse.

Schadbild Vorbeugung Bekämpfung
 
BOHNENFLIEGE
Delia platura syn. Hylemya platura. Delia platura syn. Delia liturata.  Befällt auch Gurken, Kartoffeln, Mais, Salat, Spargel, Spinat,Tomaten, Zucchini, Zwiebeln und anderes Gemüse, besonders bei kalter Witterung. Dagegen ist trockene Hitze für die Entwicklung des Schädlings hinderlich. Keimblätter werden von Larven im Boden gefressen, auch die Triebspitze wird befallen, so dass das Wachstum verlangsamt wird; teilweise fressen sie in den Stängeln, besonders bei früh gesäten Bohnen. Puppe überwintert im Boden. Eiablage an den Bohnensamen oder an die Keimlinge. 3 Generationen je Jahr können auftreten, die erste zwischen 3 - 5. - Fliege sieht der Stubenfliege ähnlich. Siehe Bohnenfliege.Bohnen    
Brennfleckenkrankheit
Ascochyta fabae. Siehe Bohnen. Überall dunkle Flecken, auch der Samen wird befallen, graugelbe oder dunkle Flecken. Die Pflanze stirbt ab, wenn sie an der Basis befallen wird. Markerbsen Ator sind tolerant. Mindestens 5 Jahre bis zum nächsten Anbau warten. Erkranktes sofort entfernen und vernichten.
Echter Mehltau
Blattoberseite mit mehlartigem Belag, manchmal auch Unterseite. Abwaschbar. Blätter werden braun und sterben ab. Sporenlager, erst gelb, dann schwarz. Die Hülsen sind dunkel gesprenkelt. Besonders gefährdet 6 - 7 bei trockener und warmer Witterung. Überwinterung als Myzel und Sporen auf Unkraut und Pflanzenresten. Herbstanbau in manchen Gebieten besonders gefährdet.- Siehe auch 'Mehltau, echter'. Markana (Markerbse, Sperli) und Delikata + Novelia + Profita + Vitara (Kiepenkerl) sind hochgradig tolerant. Ambassador, Solist. Vitara (Baldur) ist resistent. Frühjahrsanbau, resistente Sorten wählen (Zuckererbse Zuccola, Kiepenkerl, Pötschke) sind tolerant. Keine stickstoffbetonte Düngung. Brennesseljauche gießen. Boden mulchen. Neudovital 1% mehrmals spritzen. BioBlatt-Mehltaumittel 0,15% im wöchentlichen Abstand spritzen. Schachtelhalmspritzungen. Knoblauchspritzungen. Schwefelmittel mehrmals widerholen, max. 6x, aber nicht bei sonnigem Wetter. BioBlatt-Mehltaumittel. Niem + Natron. Befallenes vernichten.
Erbsenblattrandkäfer
Sitona lineatus. 4 mm großer Rüsselkäfer, graubraun. Gestreifte Flügeldecken hell/dunkel. Larven 6 mm, behaart, braun. Er läßt sich bei geringster Berührung fallen. Käfer überwintert im Boden. Mitte 4 Eiablage, Larven verpuppen sich nach einigen Wochen. Jungkäfer ab 6 - 9. Befällt auch (Sau-)Bohnen, Erdbeeren, Klee, Luzerne, Wicke.- Käfer frißt nachts halbkreisförmige Löcher in den Blattrand (nur bei trockener Witterung), die Larve frißt an der Wurzel. 4 - 5 am meisten gefährdet. Schaden meist gering.- Fruchtwechsel beachten. Mit Brennesseljauche gießen nach erster Blattbildung der jungen Pflanzen. Frühe Aussaat unter Schutz. Mit Algenkalk oder Gesteinsmehl stäuben. Öfters hacken. Rainfarn- oder Wermuttee spritzen 1 - 2 mal. Stäuben mit Steinmehl oder Algenkalk. Absammeln. Feuchte Tücher auslegen, sie verkriechen sich dort. Niem.
Erbsengallmücke
Contarinia pisi. 2 mm. Gelber Körper, schwarze Antennen. Die gestielten Eier werden 5 - 6 abgelegt. An diesen Stellen treten Verdickungen auf durch Ausscheidungen der (roten) Larven. Die folgende Larven-Generation frißt innen an den Hülsen, die verunstaltet werden. Die Puppen überwintern im Kokon bis zu 8 cm tief im Boden.- Hülsen und Triebe sind verkrüppelt.- Fruchtfolge einhalten. Netze und Vliese ausbreiten 5 - 6. Erbsenstroh verbrennen. Frühsorten bevorzugen. Befallenes und verunstaltete Blüten absammeln und verbrennen. Mit Rainfarn- oder Wermuttee spritzen. Niem.
Erbsenmosaikvirus
Siehe 'Viren, Mykoplasmen'. Mosaikartige Flecken auf den Blättern. Markerbse Frando ist resistent, wenig anfällig Markana (Sperli).  
Erbsenrost
Wachstum bleibt zurück, unverzweigte Triebe. Blätter verformt. Siehe 'Rostkrankheiten'. Übertragung möglich auf Ackerbohnen, Wicken und einige Wolfsmilcharten.    
Erbsenwickler
Cydia nigricana. 12-15 mm groß, olivbraun, abend- und nachtaktiv, Flugzeit E 5 bis Mi 6. Die Eier werden an die Blattunterseiten oder an die Blütenkelche abgelegt. Raupe grün/gelb, 10 mm groß, mit schwarzem Kopf. Eiablage 6 - Mi 7 an Blattunterseiten und Früchten. Die Raupe dringt in die Fruchthülle ein und frißt dort den Samen. Besonders aktiv ist der Falter bei warmem, trockenem Wetter. Die Larve wandert später ab in den Boden und überwintert dort in einem Gespinst nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Verpuppung im neuen Kokon 4 - 5. Eine Generation je Jahr. - Auch Bohnen werden befallen. Fruchtfolge einhalten. Sehr früh oder sehr spät aussäen. Algenkalk streuen. Netze nachts über die Pflanzen breiten. Windoffene Lagen wählen. Mischkultur mit Gelbsenf, Möhren, Ringelblume und Tomaten. Förderung von Fledermäusen, Igeln, Laufkäfern, Raupenfliegen, Schlupfwespen, Spitzmäusen, Vögeln, Weichkäfern. Oftmalige Bodenbearbeitung im Frühjahr. bei starkem Befall Spruzit abends spritzen zweimal gegen Ende der Blütezeit. Niem.
Fuss- und Welkekrankheiten
Fusarium spec. Pilzkrankheit durch verschiedene Erreger, überdauert bis zu 5 Jahren im Boden, kann auch durch Saatgut verbreitet werden, bei schwülem Wetter vor allem.- Die Pflanze vergilbt und welkt. Fußbereich wird dunkel bis schwarz. Saatbeize mit Kamillentee zum schnelleren Auflaufen. Markana und Profita (Fusarium 2: Kiepenkerl) sind resistent. Vitanal. Fruchtfolge 5 Jahre einhalten. Markana (Sperli) ist resistent. Die Zuckererbsen Delikata + Zuccola (Kiepenkerl) sind tolerant, Zuccola (Pötschke) ist tolerant (Fusarium 1), Norli (Hild) ist resistent gegen F. oxysporum. (Fusarium 1). Markerbsen Novelia + Vitara (F.2)(Kiepenkerl) sind tolerant. Befallenes mit Erdbereich vernichten. Phacelia als Nachkultur aussäen. Kalkstickstoff ausbringen.
Grauschimmel
siehe 'Grauschimmel'. Grauer Pilzrasen, Gewebe stirbt ab. Rotbraune Flecken auf Blüten und Früchten.    
Grüne Erbsenblattlaus
Acyrtosiphon pisum. 3 - 6 mm groß. Graugrün oder auch rötlich, überpudert. Eier werden direkt an den überwinternden Pflanzen abgelegt.- Verkrüppelungen an Blättern und Hülsen.- Sie können Virenkrankheiten übertragen. Siehe auch 'Blatt-/Blutläuse'. Bohnenkraut aussäen. Neudosan. Niem.
Mehltau, falscher
siehe 'Mehltau, falscher'. Auf der Blattoberseite weißgelbe Flecken, Unterseite weißgrauer Belag. tolerant sind Markerbsen Ator, Markana, Nova. "Delikata" (Kiepenkerl, Pötschke) ist tolerant.  
Spinnmilben
siehe Gurken und 'Spinnmilben'. Blätter eingesponnen, wenig Blattgrün. Zellen silbrig-gesprenkelt, später braun.    
Thripse
Siehe 'Bohnen - Thripse' und 'Thripse'. Winzige gelbe bis braunschwarze Insekten, die mit ihren Larven an der Blattunterseite leben und an Schoten und Blättern saugen. Schoten sind silbrig-braun gesprenkelt und verkrüppelt, Blätter werden gelb und welken. Starker Befall bei heißem, trockenem Wetter. 5 - 8 am meisten gefährdet. Frühe oder späte Aussaat, die Thripse überwintern im Boden und kommen erst Ende Mai wieder ans Tageslicht. Gleichmäßig feucht halten, Fruchtwechsel. Mulchen. Reihen in Windrichtung anlegen. Natürliche Feinde sind Florfliegen, Marienkäfer und Spinnen. Spruzit. Seifenwasser oder Weißöl spritzen. Niem.