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(entnommen von www.bio-gaertner.de - dem umfassenden Online-Öko-Nachschlagewerk)
Camellia japonica. Gattung Ternstroemiazeen. Wintergrünes Teegewächs.
Siehe auch den Einführungstext für das Kapitel Bäume, Sträucher allgemein und Balkon-, Terrassen- und Zimmerpflanzen und die anschließenden Artikel.
Winterharte Kamelien
Standort
Pflanzgrube ausheben, doppelt so tief und dreimal so breit wie der Topf. Verfüllen mit Rhododendrenerde,
sauer (pH 5,5 - 6,8), humos, lehm-, laub- und sandhaltig, kein Kalk. Man kann sie selbst bereiten aus Gartenerde, Rindenhumus und Kompost aus Fichten- oder Lärchennadeln. Zuwachs etwa 10 cm jedes Jahr. Kurze Wachstumsphase und eine sehr lange Ruhephase, zu der auch die Blütezeit gehört. Die Oberkante des Topfes muss mit der Oberkante der Füllschicht übereinstimmen.
Gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe zulassen. Ggf. eine große Plastikwanne mit Bodenloch in kalkige oder sonst ungeeignete Erde eingraben und mit saurem Erdgemisch befüllen. Im unteren Bereich immer Dränage aus Kies, aber nicht kalkhaltigen Kies, vorsehen. Nur dreijährige, besser vierjährige Kamelien auspflanzen, am besten April. Etwas geschützter als Rhododendren, vor allem vor Ostwinden, aber in der Nachmittagssonne liegend, die die Blütenbildung fördert. Auf keinen Fall Prallsonne und Morgensonne. Schutz durch Mauern oder Hecken ist günstig. West- oder Nordwestlagen im Schatten des Hauses oder unter tiefwurzelnden, lichten Bäumen sind ideal. Knospen und Blüten evt. gegen Dauerregen mit Regenschirm o.ä. schützen. Hohe Luftfeuchtigkeit erforderlich, besonders an heißen Tagen. Diese sind gefährlicher als die Frosttage. Sie vertragen die Nachbarschaft von großen Sträuchern und Temperaturen bis -10° kurzzeitig, wenn sie sich gut eingewöhnt haben und der Frost nicht überfallartig auftritt. Auch im Winter muss der Boden feucht sein, die Wurzeln dürfen nie austrocknen. Unter einer Schneedecke vertragen sie noch tiefere Temperaturen.
Manchmal steht auf einem Schild: 'Vor Morgensonne schützen'. Es sollte aber besser heißen: 'Vor Morgensonne im Winter schützen'. Die Kamelie muß nur im Winter geschützt werden, im Sommer ist dies nicht nötig.
Was sind die Unterschiede am lichten Schatten? Die Unterschiede an der Temperatur bleiben gemäßigt, der lichte Schatten (Halbschatten ist sehr wichtig) gibt nur einen Teil des Lichtes weiter. Auch die Angabe Osten versteht nicht jeder. Es sollte heißen, die Sonne sollte nur am Nachmittag scheinen, vielleicht auch etwas eingeschränkt durch eine niedrige Hecke.
Die Kamelie ist winterhart. Trotzdem leiden die Blüten und Knospen, falls Frost angesagt wird. Man sollte sie daher mit einer lockeren Mulchschicht aus Laub umgeben. Sie wird entfernt, sobald der Frost vorbei ist. Wenn sie im Januar oder Februar blüht, kann sie evt. für drei Monate insgesamt ihren Blütenreichtum ausbreiten. Wer aber im April kauft, kommt nicht recht zu ihrem Genuß, denn die schönen Tage im Mai zerstören sie.
Der Winterschutz muß auch bleiben wegen des Sonnenschutzes im Winter. Man muß schon etwas aufpassen, daß der Frost der Kamelie unter der Erde noch zusetzt, während schon oben die Sonne kräftig auf die Pflanze scheint. Beide Schattensorten sind notwendig: Schatten im Winter, im Sommer mehr Sonne.
Wachstum
Während des Wachstums bis zur Knospenbildung die Pflanze mit lauwarmem, kalkfreiem (Regen-)Wasser besprühen. Im Winter an Frosttagen ist direkte Sonneneinstrahlung gefährlich. Blütenbildung nur bei Temperaturen unter 15°, die meisten Kamelien blühen zwischen Dezember bis März/April, danach beginnt der Jahrestrieb. Während der Triebzeit braucht sie viel kalkfreies Wasser. Danach braucht sie aber auch etwas Wasser bis zum Frühherbst. Niemals den Wurzelballen austrocknen lassen, immer regelmäßig gießen, sonst bekommt sie Knospenfall.
Düngung
Düngung nur mit nicht kalkhaltigem Kompost, aber sparsam, oder mit Rhododendrondünger, nur halb so viel wie gewöhnlich, April bis Ende Juli. Zuviel Dünger oder Düngen nach Beginn der Ruhepause veranlassen die Pflanzen, mehr oder später auf natürliche Weise auszutreiben. Kamelien sind empfindlich gegen Düngesalze. Nährstoffgaben 8 - 14 tägig. Am besten den Boden dick mulchen, aber nur mit Laub und Nadelstreu. Der Mulch wird wieder aufgenommen, sobald der Frost verschwunden ist. Es wird weniger gegossen, ab und zu gesprüht, aber den Wurzelballen auch dann nicht austrocknen lassen. Farben: Von weiß bis rosa zu rot, je nach Sorte gefüllt, halbgefüllt oder einfach. Für die Terrasse sind spätblühende besser geeignet, da ihre Blumen etwas später aufgehen. Für gelegentliche Befeuchtung durch Sprühen sind sie dankbar. Im Sommer sollten sie im Freien stehen, im Winter nicht über 15°. Dabei sollten die Gaben immer kalkfrei gegeben werden. Ab August Bewässerung einschränken. Düngen mit kombinierter Beinwell- und Brennesseljauche 1 : 5, alle 14 Tage oder mit speziellem Kameliendünger.
Schneiden
Im Winter ggf. Sonnen- und Windschutz anbringen in rauen Lagen. Pflanze mit Stroh- oder Schilfmatten einwickeln, aber die Windlast abfangen durch eine Lattenkonstruktion. Auch Fichtenzweige, zeltartig um die Kamelie angebracht, bieten Schutz. Beste Auspflanzzeit ist das Frühjahr, April. Am besten ist der Bereich von 0° bis - 20°, sortenabhängig. Im allgemeinen sind die Temperaturen um 0 - 10°.
Wind
Der Wind ist immer kritisch. Aber das geht nur, wenn auf der östlichen Seite ein Netz von hohen Sträuchern entsteht. Sinkt der Frost langsam, dann gibt es kaum Probleme. Sinkt er überfallartig, wird es kritisch.
Kauf
Nur sattgrünes Laub von einem guten Händler kaufen. Dann ist der Winterschutz aber auch entscheidend, weil er nur Anfang des Jahres verkauft wird. Sie sollte erst im April in die Erde kommen, dann besteht kaum noch die Sorge, daß sie ihre Blüten oder Blätter verliert.
Schneiden
Wir alle wollen ja die Kamelien so lassen, wie sie sind. Wenn überhaupt, dann unmittelbar nach der Blütezeit.
Größe der Pflanze
Die Pflanze sollte besser etwas zu groß sein als zu klein. Am besten ist das Anpflanzen im April. Der Topf sollte eine Nummer größer sein.
Wasserabfluß
Die unterste Schicht sollte immer aus kleinen Kieselsteinen (nicht Kalksteinen) sein und einen Abfluß haben.
Umpflanzen
Man kann sie am einfachsten gleich in einen Drahtkorb einpflanzen, dann gibt es kaum Probleme.
Terrasse
Natürlich kann man sie auch auf eine Terrasse stellen. Was gibt es dabei zu beachten? Im Winter wird sie möglicherweise leicht eintrocknen, da sie im Behälter steht. Man kann sie aber auch leicht an Frosttagen hin- und hertragen, in ein helles, aber frostfreies Zimmer. Ist sie aber zu groß, könnte man den Topf gut einwickeln. Man kann z.B. dicke Fasermatten unter den Topf schieben und die Enden einwickeln um den Stamm herum. Auch eine feste Platte aus Styropor als Bodenschutz ist in Ordnung.
Balkon
Es besteht nur die Möglichkeit, wenn die Kamelie ganz geschützt liegt durch umliegende Pflanzen. Nur nach Osten oder Norden ausgerichtete Loggien kommen in Frage.
Klima
Wir liegen etwa im Klima sechs bis acht C der Winterhärtezonen für Gehölze. Nur wenige Ausnahmen liegen bei 9° C. Die acht, vor allem die neun, kann noch immer ganz gut genutzt werden, sofern das Kleinklima es zuläßt. Kritisch sind immer die Temperaturen im Früh- und Spätwinter.
Keimen
Bei Sorten mit Staubgefäßen: Dazu müssen sie bald nach dem Aufplatzen den Samen ernten und in ein Glas mit Erde, vermischt mit Sand, legen. Der Schraubverschluß muß immer geschlossen sein. Sie stellen das Glas auf die Fensterbank. Nach vier Monaten wird der Samen mit der Keimung anfangen - oder auch nicht.
Duftende Kamelien
Ja, sie gibt es, es handelt sich aber nur um Herbstkamelien.
Wachstumsphasen
Ruhephasen sind etwa von September bis April, Wachstumsphasen sind Mai bis August.
Bodendeckerkamelien
Verschiedene Kamelien müssen so abgeschnitten werden, daß nur der Haupttrieb mit 5 - 10 cm Höhe stehen bleibt. Die anderen, kleineren Triebe werden so gestutzt, daß sie nur mit Haken an der Erde befestigt werden.
Nicht winterharte Kamelien
Den Kübel möglichst lange im Freien stehen lassen. Auch eine Überwinterung im Freien ist möglich, wenn der Wurzelballen nicht durchfriert. Mit Styroporplatte zum Boden hin isolieren, den Topf mit Kokosmatten o.ä. Materialien schützen, im tiefen Winter ist noch ein zusätzlicher Schutz mit doppelter Vlieslage oder Fichtenzweigen erforderlich für den grünen Teil. Sonst in Garage, Scheune, Treppenhaus, schattigem Wintergarten frostfrei überwintern, sobald Frost droht. Bei Temperaturen unter 6° können sie sogar im Dunkeln überstehen, je heller, desto höhere Temperaturen (aber unter 15°) sind notwendig.
Verschiedene Kamelienarten
Weiß blühend: Alba Simplex (Japonica). Rosa blühend: Berenice Boddy (Japonica). Elegans (Japonica). Elegant Beauty (Williamsii). Hagomoro (Japonica). Anticipation (Will.-Hybride). Debbie (Will.-Hybride). Donation (Will.-Hybride). Rot blühend: Adolphe Audusson (Japonica). Black Lace (Ret.-Hybride). Coquetti (Japonica). Ice Angels dürften wohl die ältesten und dauerhaftesten Kamelien der Welt sein: Fast ganz weiß mit feinhaarigen rosafarbenen April Dawn, 2 - 4, frosthart bis -15°, rotes Spring Dream, die rote Weihnachts-Kamelie Winter's Kiss schon ab 11 - 1. Liefergröße 40/50 und weiße April Snow. Topf, 2 - 4, 11 - 1. 1,5 - 2 m hoch, Halbschatten. Winterfest bis -15°.
Die früheste Beschreibung der Camellia japonica stammt von James Petiver, dem Leiter der Chelsea Physic Gardens in London. Der Legende nach brachte der schwedische Botaniker und Schüler von Linné 4 Kamelienpflanzen mit nach Kew. Die restlichen drei Pflanzen gingen verloren, aber eine Pflanze, nämlich die in Pillnitz, wäre das einzig überlebende Exemplar. 1992 erhielt sie ihr erstes fahrbares Schutzhaus. Es ist 13,2 m hoch, 54 to schwer und hat einen Luftraum von 1864 qm. Sie ist demnach das älteste Exemplar in Europa.
Siehe Kamelien BKTZ-Mischkategorien
Interessenten können sich wenden an die Deutsche Kameliengesellschaft e.V., c/o Hartmut Eisen, Arndtstr. 1a, 52064 Aachen www.kamelien-online.de Camella.
International Camellia Society (ICS), Rolf Tiefenbach, Am Mühlenbach 12, 27711 Osterholz-Scharmbeck www.camellia-ics.org
Kamelien und Camellas auch im Internet: www.kamelien.de/ www.kamelien.de/winter.htm www.kamelien-online.de/ www.kamelie.de/ www.camellahomes.net/ www.pflanzen-im-web.de/pflanzen/pflanzen-suche/Kamelie-Camellia-
| Schadbild | Vorbeugung | Bekämpfung |
| Blattläuse | ||
| Siehe 'Blatt-/Blutläuse'. | ||
| Blätter, marmoriert | ||
| Virus | Schadet nicht. | |
| Blütenbräune | ||
| (Kamelienpest) Ciborinia camelliae. Neu in Europa. Blüten werden befallen und verfaulen innerhalb weniger Tage von innen nach außen. | Blüten entfernen und vernichten. | |
| Braune Blätter | ||
| Ursache sind evt. Prallsonne in Südlage oder Sonnenschein auf gefrorene Blätter. | ||
| Braune Blattspitzen | ||
| Dunkelbraune, harte Pusteln | Folgen von Überdüngung | |
| Dickmaulrüssler | ||
| Buchtenfrass an den Blättern. Siehe 'Dickmaulrüssler'. | ||
| Duftende Kamelien | ||
| Düngung | 4 -7, aber nur die Hälfte des Düngers | Ja, aber nicht winterharte Kakteen |
| Fäule | ||
| An Blüten, Knospen, Wurzeln und Stamm beruht auf ungünstigen Wachstumsbedingungen. Die geschwächten Pflanzen werden ein Opfer von Pilzkrankheiten. | Pflegehinweise beachten. | Befallenes abschneiden, soweit möglich. Stärkungsmittel spritzen, z.B. Algenpräparate, Moosextrakt. |
| Giessen | ||
| Pilzkrankheiten. Wachstumszeit 4 - 7, sauch Hoch- bis Frühherbst braucht sie Wasser. Winter- und Vorfrühling braucht sie weniger Wasser. |
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| Knospen- und Blätterfall | ||
| Ursache sind meistens falsche, übermäßige Düngung, bzw. Kalkbeimengung, zu hohe Wurzeltemperatur, fehlende Bodenfeuchtigkeit (auch kurzfristige), zu trockene Luft oder schwankende Temperaturen; Standort über der Heizung. Dunkelheit bewirkt Blätterfall. Zu dicht stehende Knospen sollte man vorher auf 3 - 4 Knospen abschneiden. | Immer gut wässern mit weichem Wasser und die Blätter besprühen bis zur Knospenbildung. Für hellen Standort sorgen. | Nur Düngen von E 5 - Mi 7, alle 14 Tage. Zur Blütezeit darf nicht mehr gedüngt werden, nur Ballen feucht halten und möglichst eine Temperatur nicht über 18° einhalten. |
| Mangelnde Blütenbildung | ||
| Stickstoffüberdüngung vermeiden, ausreichende Bewässerung von 6 - 9. | ||
| Schildläuse | ||
| Auf den Blattunterseiten Anhäufungen von etwa 2 mm langen Tieren mit Schild. Oft ein größerer Flecken um die Ansiedlung, verursacht durch ein Sekret, das beim Saugen abgesondert wird. Die Blätter verkrüppeln, sterben und fallen ab. - Befall auch von anderen Zierpflanzen wie Lorbeer, Oleander, Säckelblume, Zwergmispel u.a. Oft werden sie schon beim Kauf eingeschleppt. - Siehe "Schildläuse". | ||
| Schwacher Austrieb | ||
| im Frühjahr kann auf Kupfermangel beruhen.. | Dünger mit Spurenelementen benutzen. | Blattdüngung mit Algenpräparaten oder Kupfersulfat. |
| Thripse | ||
| Silbrig-helle Zellen auf den Blättern, auf der Unterseite schwarze Kotflecken. Siehe 'Thripse'. | ||
| Triebe | ||
| junge Triebe sterben ab. Pilz. | Befallene Triebe abschneiden. | |
| Viren | ||
| Übertragung meistens durch Blattläuse und Zikaden. Blätter weisen helle Muster auf. Siehe 'Viren, Mykoplasmen'. | Befallene Blätter entfernen und vernichten. | |
| Winter | ||
| Nach dem Winter zeigt sich kein Leben | Die Kamelie stirbt ab oder man muß nachsehen, ob es etwas Grünes in der Pflanze gibt. Vielleicht 10 cm über dem Boden abschneiden. | |