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(entnommen von www.bio-gaertner.de - dem umfassenden Online-Öko-Nachschlagewerk)
Sambucus nigra.
Moschuskrautgewächse.
Siehe auch den Einführungstext für das Kapitel Beeren und die nachfolgenden Artikel.
Bis 10 m hoch, breitkronig. Pflanzabstand 3 x 5 (Baum) bis 4 x 6 m (Strauch) je nach Größe. Triebe graubraun, Mark weiß. Blätter riechen unangenehm. Vielblütige Doldenrispen 5 - 6. Bis 8 mm große, kugelige, schwarze Steinfrüchte mit 3 Kernen. Anspruchslos, wächst aber am besten auf frischen, humosen, nährstoffreichen, feuchten, durchlässigen und tiefgründigen Böden; häufig auch auf stickstoffreichen oder kochsalzhaltigen Böden zu finden. Flachwurzelnd, Licht- bis Halbschattbaum. Ständig, aber nur dünn mulchen wegen Mäusegefahr. Vor allem bei Neupflanzung auf Mäusefraß an den fleischigen Wurzeln achten. Selbstfruchtbar, trägt am einjährigen Holz. Erziehung als Baum oder Strauch. Nach der Pflanzung den stärksten Trieb stehen lassen und auf 70 - 80 cm kürzen. Später immer wieder die etwa 7 tragenden Gerüstäste des Baumes auf 20 - 30 cm zurückschneiden, damit neue Triebe heranwachsen können. Bodentriebe werden sofort entfernt, ebenso die unteren Seitenäste. Bei den Sträuchern verbleiben ebenfalls etwa 7 starke Äste. Sie werden Zug um Zug jährlich ersetzt durch einen nachwachsenden Bodentrieb. Deren Neubildung wird durch Zurückschneiden der Haupttriebe gefördert. - Für Solitärpflanzung und Hecken geeignet, z.B. zusammen mit Blutjohannisbeere, Haselnuss, Kätzchenweide, Pfaffenhütchen.
Verwechselungsgefahr mit dem Traubenholunder, der nur bis 4 m hoch wird, hellbraunes Mark hat und rote Früchte, und dem Zwergholunder, der an bis zu zwei Meter langen Trieben schwarz-violette Beeren entwickelt, die immer aufrecht bleiben. Die Früchte des Schwarzen Holunders sind roh und die Kerne des Traubenholunders sind roh und gekocht unbekömmlich, während der Zwergholunder (Attich) giftig ist.
Holunder ist ein wichtiger Baum für den biologisch geführten Garten: Als Beschattungsbaum vor dem Komposthaufen (Vorsicht vor der Wäsche!), als Tracht- und Nährpflanze für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Vögel. Vogelschutzpflanze, für Hecken und Hangbefestigung geeignet. Zur Abschreckung von Erdflöhen, Fliegen, Maulwürfen, Möhrenfliegen, Schmetterlingen, Wühlmäusen. Aus den Zweigen können Bündel gefertigt werden, die Insekten wie Wespen als Nisthilfe dienen. Auch als Heilpflanze für den Menschen vielfach einsetzbar.
Nur nach vollständiger Reife ernten, sie dürfen innen nicht mehr grün sein, roter Saft muss austreten. Unreife Beeren sind giftig (Sambunigrin), das Gift wird allerdings durch Kochen (20 Minuten, 80°) zerstört. Die Blüten enthalten ein ätherisches Öl und Flavonoide. Die Früchte enthalten viel Vitamin A, B, C (!), E, Eisen, Kalium, Magnesium, Selen, Gerbstoffe, Glykoside, Sambucyanin. Die Früchte des Holunders locken Vögel an, vor allem die Mönchsgrasmücke. Guter Schattenbaum für Kompostplätze. Der dunkle Farbstoff gehört zu den Flavonoiden, er soll das Risiko von Herz-/Kreislaufkrankheiten und Krebs senken. Die Glykoside sind herzstärkend.
Großfrüchtige und robuste Sorte ist
Haschberg (Häberli),
Mammut
Sampo
Kann als Hochstamm erzogen werden, wenn die unteren Triebe immer wieder abgeschnitten werden. Herb, deshalb wenig Vogelfraß. Sonne bis Schatten, starke bis strenge Duftnote. Haschberg trägt bereits als junge Pflanze reich. Selbst im vorgerückten Alter kann ein radikaler Rückschnitt sehr gut vertragen werden. Bienenweide, Vogelschutzgehölz, Wildobst, ist aber weiterhin berühmt als alte Heilpflanze.
Der Holunder ist ein widerstandsfähiges Ziergehölz, gut für Anfänger und Fortgeschrittene.
Auch weißer + roter Holunder (Häberli). Schwarze Beeren können als Schuhputzmittel verwendet werden. Sie haben einen tiefschwarzen Glanz.
Die Blätter enthalten wachstumshemmende Stoffe, die nach Blattfall in die Erde eindringen und andere Pflanzen hemmen, z.B. ein Glykosid, das Blausäure abspaltet.
Hauptbestandteil: Äther. Öl, Chrysanthemin, d-Sambunigrin, Emulsin, Rutin, Sambucin.
Die Beeren können eingefroren werden. Werden sie mit Dolde eingefroren, fallen die Beeren nach Herausnahme durch leichtes Schütteln ab. - Auch die Blütendolden werden genutzt, nämlich als Tee, sobald sie voll erblüht sind.
Sambucus canadensis Aurea, Goldholunder, wird nur 300 cm hoch, ist aber als Schmuckpflanze mit seinem leuchtend grüngoldenem Laub eine schöne Solitärpflanze. Keine Nutzpflanze.
Black Beauty trägt dunkles Laub, die Blüten sind rosafarben. Die Rinden- und Blattfärbung tritt dann besonders deutlich hervor, wenn alljährlich fast bodeneben zurückgeschnitten wird.
Black Lace, die stark geschlitzten Blätter, die der Pflanze ihren Namen geben, sind im Austrieb grünrot und verfärben sich dann zu einem satten, leicht glänzenden dunkelrot. Einen tollen Kontrast bilden die leuchtend rosa Blütendolden, die von Mai bis Juni nach Zitronen duftend blühen.
Sambucus nigra Thundercloud. Dunkelroter Duftholunder Red Holy. Prächtige, dunkelrote Laubfärbung von Frühjahr bis Herbst. Ab Juni erscheinen bis zu 20 cm Durchmesser große, rosafarbene Blütenteller, aus denen ein verlockender, zitronenartiger Blütenduft entströmt. Im August/September liefert der Strauch purpurschwarze, leckere Beeren. Eine wahre Gesundheitspflanze.
Black Beauty, Liefergröße 50/60 cm, Topfgröße 6, ungeschnitten bis 3 m, Sonne, Halbschatten. Winterfest. Fast 12 Jahre Vorbereitungszeit, nun schafft er ran, duftend nach Zitrone, mit beeindruckender schwarzer Laubfärbung.
Red Holy, wie vor.
Sambucus racemosa, Trauben
holunder, ist ein Zierstrauch, der auf leichten Böden gut heranwächst. Blüte cremefarben, die Früchte sind blutrot. Für feuchte und trockene Lagen. Sonne, Halbschatten. Geeignet für Alleinstellung und Hecken. Keine Nutzpflanze.
Plumosa Aurea. Fiederblättriger Traubenholunder. Blüte gelbgrün, 4 - 5, 200 cm. Die gelbbunten Blätter sind tiefeingeschnitten. Früchte hellrot ab 7. Vogelnährgehölz. Die Rinden- und Blattfärbung tritt dann besonders deutlich hervor, wenn alljährlich fast bodeneben zurückgeschnitten wird.
Siehe auch unter 'Hilfs- und Abwehrpflanzen' - Holunder, 'Rezepturen, Stärkungsmittel - Kräuterbrühen, -jauchen, -tees' - Holunder und unter Holunder, schwarz
| Schadbild | Vorbeugung | Bekämpfung |
| Blattläuse | ||
| Die Läuse sind mit weißem Wachs überzogen. Sie ernähren sich während des Sommers von Zierpflanzenwurzeln und wechseln später zu Holundersträuchern über, wo sie ihre Eier ablagen und auch überwintern. Siehe 'Blatt-/Blutläuse'. | Immer ausreichend wässern und düngen. | Siehe unter 'Blatt-/Blutläuse'. Neem-Azal T/S. |
| Virusinfektionen | ||
| Blätter sind nicht gleichmäßig bleich und fleckig. Nur geringer Ertrag. Siehe 'Viren, Mykoplasmen'.Viren, Mykoplasmen | Nur Kultursorten mit roten Fruchtstielen anbauen, sie sind virusfrei, ihre Beeren werden gleichzeitig reif. Bewährt sind z.B. Donau, Haschberg, Sambu. | |