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(entnommen von www.bio-gaertner.de - dem umfassenden Online-Öko-Nachschlagewerk)
Syringa vulgaris. Ölbaumgewächse.
Siehe auch den Einführungstext für das Kapitel Bäume, Sträucher allgemein und die anschließenden Artikel.
Humusreicher, tiefgründiger, durchlässiger, lehmiger Boden mit etwas Kalk, keine Staunässe. Volle Sonne, auch leichter Schatten, dann aber mit geringerer Blütenpracht. Kalte, saure und nasse Böden werden schlecht vertragen. pH 6,5 - 8,5. Höhe 2 - 5 m. Blüte 5 - 6 in vielen Farben. Wild- und Kulturformen. Die Wildformen (Syringa vulgaris) haben den stärksten Duft, sie dienen im allgemeinen als Unterlage für die vielen Sorten. Bei schwerem Boden Dränageschicht aus Kies vorsehen. Pflanzung im Frühjahr oder Herbst, ggf. Blütenstände sofort herausschneiden. Mulchen mit Rindenmulch. Für etwas Kompost oder verottetem Mist ist er dankbar. Dünger Kalium- und Phosphorbetont. Es genügt gelegentliches Auslichten, sie können aber auch ganz zurückgeschnitten werden.
Wegen seines dichten Wurzelgeflechtes sind nur wenige Begleitpflanzen geeignet: Hasenglöckchen, Judassilberling, Nachtviole, Vergissmeinnicht, Tulpen und andere Zwiebelblumen. Die Kombination Flieder/Goldregen kontrastiert gut. Er ist zusammen mit anderen Gehölzen wie Ahorn, Ginster, Hartriegel, Heckenkirsche, Mahonie, Schneeball und Spierstrauch gut geeignet für Lärm- und Staubschutz; für Blütenhecken zusammen mit Deutzie, Kolkwitzie, Pfeifenstrauch, Schneeball, für Hangbepflanzung. - Bauerngartengehölz. - Für den Duftgarten geeignet. - Bienenweide, - für Hummel- und Ligusterschwärmer.
Wurzelschößlinge und Verblühtes sofort herausschneiden. Je mehr zurückgeschnitten wird, um so länger werden im nächsten Jahr die neuen Blütentriebe. Wurzelschößlinge kann man vermeiden, wenn man das Gehölz so tief setzt beim Pflanzen, dass der veredelte Teil selbst Wurzeln bildet. Kein Pflanzschnitt, aber nach dem ersten Standjahr stark zurückschneiden, damit er buschiger wird. Blühfaule Gehölze kann man verjüngen, wenn man sie bis in das alte Holz stark zurückschneidet. Er blüht dann allerdings erst nach einigen Jahren. Wer sie mit dem Spaten verletzt, muß damit rechnen, daß diese im nächsten Jahr Wildtriebe ansetzen.
Einzelstellung ist optimal, auch in Teichnähe. Andererseits kann er zusammen mit anderen Gehölzen lockere Wildhecken bilden. Auch als Kübelpflanze wegen seiner Frosthärte gut geeignet, insbesondere die Zwergsorten. Mit geeigneter Isolierung können sie im Kübel überwintern. - Vermehrung durch Stecklinge 6. In rauen Lagen sollten die Wurzeln mit einer dicken Mulchschicht angedeckt werden. Nach Rodung des Flieders nicht wieder Flieder oder ein anderes Ölbaumgewächs anpflanzen.
Diese Pflanze ist mit sich selbst unverträglich, Neupflanzung nicht wieder an dieselbe Stelle! Flieder ist gut geeignet zum Blumenschnitt, er hält allerdings nicht lange. Niemals geschnittenen Flieder mit geschnittenen Maiglöckchen zusammenbringen.
Syringa hyacinthiflora Weiße Wolke x Rosa Engel. Die Blüten des Duo-Hyazinthenflieders erscheinen in weiß und rosa an langen, lockeren Einzelrispen. Und auch im Herbst ist dieser Flieder durch seine Rotfärbung eine echte Augenweide. Schön für die Hintergrundpflanzung. Blüte 6, Größe 2,50 m, Sonne, Halbschatten, winterfest.
Syringa meyeri Palibin - Zwergduftflieder. Besonders gut als (frostharte) Kübelpflanze geeignet. Höhe 100 - 150 cm. Blüte 5 - 6, Sonne, winterfest, 'fliederfarben', stark duftend. Ansprüche wie der echte Flieder, verträgt auch Sandboden. Für Terrasse und Steingarten. Trockenresistent.
Syringa microphylla Superba Herbstflieder. Blüte duftend, 5 - 6, Nachblüte 9 - 10, 4 - 7 cm lang, 150 cm hoch. Blütenfarbe erst lilarosa, dann hellrosa. Im Frühjahr kräftig zurückschneiden. Begleitpflanze weißes Schleierkraut. Wärmeliebend. Sonne. Stark duftend. Für Kübel und Einzelstellung. Bogig überhängend als Bienenweide, Dachgarten, passt besonder gut zu weißen Stauden.
Syringa patula Miss Kim Samtflieder. Höhe bis 150 - 200 cm. Blüte 5 - 6, lila, stark duftend.
Syringa prestoniae Miss Canada. Blüte pinkfarben, 5 - 6, aufrecht wachsend. Wurzelecht. Für kleine Gärten und Kübel. Trockenresistent.
Syringa vulgaris Andenken an Ludwig Späth. Wuchshöhe 4 - 5 m. Mai - Juni. purpurrot. Stark duftend.
Edelflieder Sensation. Wind- und stadtklimafest. 2 m hoch, Sonne, Blüte 5. Trockenheitsverträglich. Je nach Sorte rote, weiße, rosafarbene, gelbe oder violette Farben. Blütentriebe werden für Schnitt bereitgestellt. Üblicherweise werden meistens Veredlungen angeboten.
Hybride Maiwunder. Vor fast 100 Jahren züchtete ein Fliederspezialist in Süddeutschland den historischen Edelflieder Maiwunder - ein echter Volltreffer. Übergroße Knospen, die an Perlen erinnern, öffnen sich zu gefüllten, schön durchgefärbten Blüten mit weißen Lichtreflexen. Blüte 5, Höhe 4 - 5 m, Sonne, Bienenpflanze, winterfest.
Hybride Primrose. Kaum ein anderes Ziergehölz ist so verbreitet wie der Flieder. Die großblütigen Gartenhybriden sind der Inbegriff für einen in voller Blüte stehenden Frühling und überraschen uns immer wieder mit ihrem Blütenreichtum und ihren betörenden Duftnoten. Sonne, Halbschatten. Blüte Mai. Höhe 3 m. Blüten können mit der Schere abgeschnitten werden. Blüten cremegelb.
Mme. Lemoine. Wuchshöhe 4 - 5 m. Blütezeit Mai - Juni. Blüte reinweiß. Stark duftend.
Edelflieder Charles Joly. Roter Flieder, gefüllt, zweifarbig. Der Duft ist sehr intensiv. Der Strauch wächst aufrecht, dicht verzweigt und wird bis zu 5 m hoch.
Syringa x chinensis Saugeana Königsflieder, Chinesischer Flieder. Höhe 3 - 4 m, langsam wachsend, breitwüchsig. Deckt Boden ab. Lilarosafarbene, duftende Blütenrispen, 5. Für Vasenschnitt und Hecken. Sonne, Halbschatten, winterfest. Bis zu 30 cm hängen die Blütenrispen dicht an dicht am Strauch und entsenden den klassischen Duft.
Syringa x persica Alba er kann für Töpfe gut geeignet sein. Er wächst nicht schnell, rosafarbene, fast weiße Blüten.
Syringa reflexa Bogenflieder. Schnell und breit wachsender Strauch, Höhe 3 - 4 m. Blüte 6, rosafarbene bis rote überhängende Rispen, innen fast weiß, 10 - 16 cm lang. Gelbe Färbung der Blätter im Herbst. Auch für feuchtere Böden und lichten Schatten geeignet. Unterpflanzung mit Sommerblumen möglich, wenn die unteren Astschleppen entfernt werden.
Syringa Starlet Katherine Havemeyer. Große gefüllte Blüten, betörend ist ihr Geruch. Er wächst sehr kräftig.
Lila wonder mit zweifarbigen Blüten. Neuheit 2010. Weiß mit violett.
Syringa swegiflexa, Perlenflieder. Blütenrispen 30 cm lang, dunkelrosa, 6 - 7, 150 cm. Für Solitär, Hecken und Vasenschnitt. Sonne.
Syringa vestale. Wie Sahnehäubchen thronen die schneeweißen Blätter auf den dunkelgrünen Blättern.
Syringa vulgaris, Wildart, er wird meistens nur als Zierflieder gepflanzt. Höhe bis zu 6 m, er blüht hellila.
Syringa P.P. Konchalovskii. Gefüllte Blüten, verführerischer Duft. Mai bis Juni.
Syringa Tinkerbelle ist mehltauresistent und hat kirschrote Blüten. Er blüht im Herbst ein zweites Mal. Höhe bis 1 m.
Syringa Sovestskaja Arctica ist besonders schön, weil er mit doppelten schneeweißen Blüten bezaubert.
Diese Pflanzen sind evt. wegen ihrer Pollen für Allergiker nicht geeignet.
| Schadbild | Vorbeugung | Bekämpfung |
| Blattläuse | ||
| Siehe 'Blatt-/Blutläuse'. | ||
| Blattminiermotte | ||
| Die Motte ist braunweiß gescheckt und hat zwei nach außen stehende Fühler. Im Innern der Blätter minieren die grün-weißen Mottenraupen. Sie fressen das Blattgrün ab, man kann dann Ober- und Unterhaut trennen. Sie werden braun und rollen sich zusammen. Meist zwei Generationen im Jahr. Siehe 'Miniermotten'. Auch Deutzie, Forsythie und Schneebeeren werden befallen. | ENVIRepel. | Blätter abpflücken und verbrennen. Niem bei Erscheinen. |
| Bleiglanz | ||
| Stereum purpureum. Der Pilz befällt meistens junge Bäume. Blätter werden matt, haben einen bleiartigen, weißlichen Glanz. Durchgeschnittene Triebe verfärben sich, wenn sie befeuchtet werden, bräunlich. Äste sterben ab, das Holz ist bräunlich verfärbt. Siehe Kirschbaum | Befallenes abschneiden und vernichten, Abstand zur Befallstelle mind. 15 cm. | |
| Echter Mehltau | ||
| Auf der Blattoberseite weißgraue Flecken, sie fließen zusammen, oft beidseitig. Blätter werden braun, sterben ab. Siehe 'Mehltau, echter'. | ||
| Fliederblattrüssler | ||
| Die Käfer fressen nachts an den Blüten und Blättern (Buchtenfrass), die Larven an den Wurzeln und dem Wurzelhals. Die Blätter haben blauschwarze Flecken, sie fallen später ab. Die Larven sind die eigentlichen Schädlinge. Ihre Gänge sind mit Kot angefüllt. Pflanzen welken, fallen z.T. um, können leicht aus dem Boden gezogen werden. Sie bevorzugen sauer reagierendes Erdreich aus Kompost oder Torf. Siehe 'Dickmaulrüssler'. | ||
| Fliederseuche | ||
| Bakterienkrankheit. Junge Triebe werden streifig-braun, dann schwarz und knicken um, Blätter bekommen helle, dann dunkle Flecken und sterben ab. | Standortbedingungen beachten. | Befallenes abschneiden und vernichten. |
| Laub- und Triebwelke | ||
| Verticillium spec. Pilzinfektion über die Wurzeln. Im Frühjahr und Sommer welken Blätter und Triebe und sterben ab. Ein Schnitt durch den Trieb zeigt dunkle Verfärbung. Auch Clematis, Fächerahorn, Forsythie, Perückenstrauch, Rhododendron, Rose, Spierstrauch, Strauchmargerite, Tamariske werden befallen. Siehe 'Laub- und Triebwelke'. | ||
| Mangelnde Blühwilligkeit | ||
| hat oft die Ursache, daß er wegen zuviel Feuchtigkeit im Spätherbst nicht rechtzeitig die Knospenanlagen für das nächste Jahr ausbildet. | Mit einem Spaten etwa 1 m vom Stamm entfernt im Kreis alle Wurzeln abstechen, damit er weniger Wasser aufnehmen kann. Er beginnt dann mit der Ausbildung der Knospenanlagen. | |
| Minierfliege | ||
| Geschlängelte Fraßgänge in den Blättern. Die längliche Larve kann man oft durch die Blatthaut erkennen.- Befallen werden auch andere Gehölze wie Geißblatt und Stechpalme. Minierfliege. | Befallenes abschneiden und vernichten. Niem. | |