Schnellsuche im Bio-Gärtner:
Suche im Bio-Gärtner
Suche im Web:
Suche im Web
Zitrus

Zitrus (bot. Citrus)


Citrus. Kübelpflanze. Rautengewächse.

Siehe auch den Einführungstext für das Kapitel Bäume, Sträucher allgemein und die anschließenden Artikel.

Bei uns werden vor allem kultiviert:

Citrus aurantifolia, Mexikanische Limetten; Citrus aurantium, Pomeranze; Citrus hydrix, Kaffir-Limette; Citrus limon, Zitrone; Citrus limetta; Citrus maxima, Pampelmuse; Citrus medica Zitronatzitrone; Citrus paradisi, Grapefruit; Citrus reticulata, Mandarine; Citrus sinensis, Apfelsine; Citrofortinella microcarpa, Calamondinorange; Fortunella japonica, Kumquat; Fortunella Margarita, Kumquat.

Alle Zitrus-Arten haben duftende Blüten, meistens sind sie sternähnlich ausgebildet und weiß. Im Sommer wachsen alle Arten draußen am besten. Nährstoffreiche, tonige oder lehmige, saure Erde mit wenig Kalk, die das Wasser gut hält (auch im Fachhandel zu erwerben). Unterste Schicht aus Kies, damit kein Wasserstau entsteht, der führt zu Blattfall ebenso wie Dauernässe. Im Sommer ausreichend mit Regenwasser gießen, und zwar immer dann, wenn die Erde gut abgetrocknet ist. Der Ballen darf nie ganz austrocknen, Blüte, Blätter und Früchte werden dann abgeworfen. Alle 2 - 3 Wochen düngen von E 3 -  E 8. Selten verpflanzen, nicht die Wurzeln beschädigen. Im Sommer ins Freie stellen, sonnig bis halbschattig, dabei den Umstellungsschock vermindern, indem man dafür einen trüben oder regnerischen Tag auswählt. In regenreichen Sommern für Regenschutz sorgen, z.B. unter auskragendem Dach. Das Gefäß so hinstellen, dass die Hitze nicht den Boden beschädigt. Im Winter Zitronatzitrone und Limetten hell stellen bei 13 - 15°, gut belüften. Je heller sie stehen, umso höhere Temperaturen werden vertragen. Ein heller, frostfreier, aber kühler Wintergarten ist optimal, dort blühen und fruchten sie weiter. Auch Gewächshäuser kommen in Frage, sie sollten jedoch einen Frostwächter haben, weil diese Pflanzen allenfalls -2° vertragen können. Alle anderen Zitrusarten überwintern dunkel bei 5 - 10°. Braune Blätter immer sofort entfernen. Im Winter nur alle 4 - 6 Wochen gießen. Zum Düngen empfiehlt sich Spezialdünger (Zitrusdünger), der reichlich Kali, Stickstoff sowie Eisen und Zink enthält, sonst können Chlorosen und Pilzinfektionen entstehen. Regelmäßiger Schnitt fördert die Blütenbildung. Bei fehlender nächtlicher Abkühlung bleiben die Früchte grün, Limonen auf jeden Fall. - Alle 2 - 3 Jahre umtopfen. Die Luftfeuchte darf nicht unter 50% absinken, sonst drohen Blattfall und Insektenbefall. Zitrusgewächse nicht in einen Raum zusammen mit Ethylen produzierenden Pflanzen oder Früchten stellen (Äpfel, Bananen), die Blätter könnten abgeworfen werden. Keine Hitze im Wurzelbereich.

Dünger: Man sollte vor allen Dingen Volldünger nehmen wie Compo HaKaPhos, der wenig Phosphat, aber alle Spurenelemente und vor allem Magnesium enthält. Man düngt im Frühjahr alle 2 Wochen, von Juni bis September jede Woche.

Zitrusgewächse können sehr alt werden, mehrere hundert Jahre, aber die ersten Blüten erscheinen auch erst nach mindestens zehn Jahren. - Krone vor Neuaustrieb stutzen. Wildtriebe der Unterlage immer sofort entfernen. Regelmäßiges Entspitzen fördert die verzweigten Kronen.

Vermehrung durch Kopfstecklinge 2 - 3, bei 25 - 26°. Aus Samen gezogene Pflanzen enttäuschen meistens in der Fruchtbildung, nur Citrus aurantifolia, limon und paradisi bringen einigermaßen brauchbare Pflanzen hervor. Üblich ist die Veredelung auf die Bitterorange Poncirus trifoliata oder Zwergpomeranze Citrus aurantium.

Citrus aurantifolia, die sauren Limetten. Auch mexikanische Limetten genannt. Sie bleiben bei uns nicht grün, sondern haben vollreif gelbe Schalen.

Citrus aurantium, Zwergpomeranze, Bergamotte. Bonsai- oder Kübelpflanze. Höhe bis 3 - 4 m, auch kleiner, Strauch oder Baum. Citrus aurantium ssp. bergamia, ZwergpomeranzeAn den Zweigen sind Dornen. Blätter hart, mit Öldrüsen. Blüte weiß, klein, die Früchte der herangewachsenen Pflanze sind erst grün, dann orangefarben. Die Früchte sind verwertbar für Marmeladen. Zurückhaltend gießen und zurückhaltend düngen im Sommer, im Winter nur ganz wenig gießen, allgemein weniger als andere Zitruspflanzen. Normale Blumenerde. -  Im Sommer ab Mi/E 5 ins Freie stellen bis zum Frost. Sonne, warm, windgeschützt. Wintertemperatur um 5°, aber sehr hell, auch im südlichen Wintergarten. Schnitt im Herbst oder Frühjahr, meistens nicht notwendig. Vermehrung durch Stecklinge 2 - 3 möglich, sie sind dann aber meistens blühfaul. - Unterlage für viele Zitrus-Pflanzen.

Citrus hystrix, Kaffernlimette. Kultivierung wie alle anderen Zitrusgewächse. Im Sommer ins Freie stellen. Erde durchlässig mit Lehm. Überwinterung kühl oder in einem hellen Wintergarten, 3 - 14°. Im Frühjahr zurückschneiden. - Nach etwa drei Jahren Standzeit im Kübel bringt die Pflanze erstmals schrumpelige Früchte hervor. Blätter und Früchte wirken durch zitronenartiges Aroma abwehrend auf Schadinsekten, z. B. Motten. Die Blätter dienen auch als Gewürz in Südostasien.

Citrus limetta, Römische Limetten, sie haben einen Ring. Die feinsauren Früchte haften lange Zeit am Strauch.

 

 

 

 

 

Citrus limon Tipico Toscano. Sonne, windgeschütztCitrus limon, Zitronen, 90 cm. Blüten duftend, sie bringt ganzjährig gelbe Zitronen hervor. Düngung 5 - 8, alle zwei Wochen. Gleichmäßig feucht halten. Sonne. Schnitt im Herbst. Überwinterung bei 10°, hell.  - Vermehrung durch Stecklinge bei 25°, mit Wurzelwuchspräparat.

Rosso, hat ein rote Zitrone.

Meyeri hat eine orangenschalige Zitrone.

Citrus x limonia, Rangpur Limetten, sehen zwar wie Mandarinen aus, schmecken aber nicht süß, sondern sauer wie Limetten. Sie blühen meist im Mai.

Citrus x lemon Ponderosa. Die ersten Fruchtansätze immer sofort entfernen, bis die Pflanze mindestens 60 - 70 cm hoch geworden ist. Vermehrung durch Stecklinge. Robust. Aus den Blättern wird ein Parfümöl gewonnen.

Citrus medica, Zitronat-Zitronen. Wegen ihrer 20 cm großen Früchte sind diese heiß begehrt. Sie müssen unbedingt im Winter kühl stehen und häufig abgespritzt werden. Das gilt auch für alle Apfelsinen- und für alle Zitronenbäumchen.

Citrus sinensis Palermo, die am meisten verbreitete immergrüne Pflanze. Entwickelt im Frühjahr viele weiße, große Blüten, die einen sehr angenehmen, starken Duft ausüben. Die im Spätherbst geernteten, saftig-süßen Früchte sind sehr vitaminreich und wohlschmeckend. Orangenbäume bevorzugen einen warmen, geschützten Standort.

 

Citrus reticula fruchten jeweils im Herbst.Citrus reticulata, Zitrone 

                                    Bild rechts

 

 

Citrus reticulata Portofino, dicht wachsender, voll belaubter, immergrüner Baum. Bildet kleine, aber zahlreiche, reinweiße Blüten, die zur Hauptblüte im März/April süßherb duften. Im Herbst ist Erntezeit für die süßen, saftigen Mandarinen. Wir empfehlen einen sonnigen, geschützten Standort.

Citrus x meyeri. Diese Kreuzung aus Zitrone und Orange brachte er im Anfang des vorjährigen Jahrhunderts mit in die westliche Welt. Diese Pflanze blüht vom Frühjahr bis zum Winter. Das saftig-aromatische Fruchtfleisch schmeckt deutlich milder als das von Zitronen. Im Sommer warm, sonnig und vor Zugluft geschützt, im Winterquartier möglichst hell und von 5 - 10° warm.

Citrofortunella microcarpa, Calamondinorange. Rautengewächs. Boden lehm- oder tonhaltig, mit reichlich Humus, pH-Wert 5. Standort sonnig, hell, warm und luftig. Höhe 100 - 200 cm, 20 - 22°. Selbstbestäuber. Blüten und Früchte zeigen sich ganzjährig zusammen. Die kleinen Apfelsinen brauchen lange Zeit, bis sie reifen, halten sich andererseits aber auch lange am Bäumchen. Im Sommer benötigt sie viele Nährstoffe und viel Wasser und liebt es, häufig besprüht zu werden. Nässe ist aber schädlich. Sie muss auch im Sommer geschützt stehen. Wenn der Wurzelballen völlig durchwachsen ist, wird umgetopft. Im Winterquartier während der Ruhezeit möchte sie mäßig warm stehen, etwa um 18°. Dabei wenig gießen und nicht düngen. - Werden die Bäumchen zu hoch, können sie zurückgeschnitten werden. Ein schwacher Rückschnitt fördert den Blütenansatz, ein starker fördert das Wachstum. - Vermehrung durch Kopfstecklinge möglich. Pflanzsubstrat ph 5. Tonhaltige Erden verwenden oder Fertigsubstrate mit Lehm und Kompost beigemischt.

Citrofortunella mitis Variegata. Rautengewächs. Reichlich Sonne, aber nicht an der Wurzel. Nur mäßige Bodenfeuchtigkeit einhalten und vor dem nächsten Gießen die Wurzel etwas abtrocknen lassen. Alle 1 - 2 Wochen düngen. Eisen sollte immer bereitgehalten werden. Das Entspitzen sollte recht oft vorgenommen werden, Spinnmilben im Sommer, Schildläuse im Winter.

Fortunella japonica. Kumquat. Kultur ähnlich der Calamondinorange. Überwinterung um ca. 10 - 15°, dunkel. Im Sommer reichlich düngen und gießen, im Winter nicht düngen, wenig gießen. Der Ballen darf aber nicht trocken werden. Stauende Nässe und Zugluft wird nicht vertragen. Sie bleibt klein und Kompakt. Die 2 - 3 langen Früchte reifen den Winter über. Danach fallen sie ab. Die leuchtend rote Schale wird mitgegesssen, sie schmeckt zuckersüß und bildet einen harmonischen Kontrast zum zitronensauren Fruchtfleisch. Die Pflanze ist in Ordnung bei -8°.

Fortunella Margarita. Aus der Schweiz kommt Zitrus für kühlere Standorte. Sie können bis -5° vertragen.

Limequat, Mischung aus Citrus aurantifolia und Fortunella. Die zahlreichen Früchte sind saftreich, aromatisch wie Zitronen und beliebt bei Spitzenköchen.

Poncirus trifoliata, wilde Orange, langsam wachsend. Sonne, geschützt. Winterhart bis -18°. Für Freiland und Kübel. Blüte duftend, 4 -5, bis 5 cm groß. Gelbgrüne Früchte im Winter, ungenießbar. Höhe bis 3 m. Die Pflanzerde sollte sandhaltig und durchlässig sein. Nicht zurückschneiden. - Unterlage für viele Zitrus-Pflanzen.

Allgemein gilt, je heller der Stand der Zitrusgewächse ist, desto höher kann die Temperatur sein (10 - 15°). Sonst sollte sie eher 5 - 10° betragen. Eine isolierende Unterlage aus Styropor verhindert Unterkühlung von unten. - Für den Unterhalt sorgen mit langfristigem Dünger, der wenig Phosphor vorrätig hat.

Einfuhr von mediterranen Pflanzen, auch als Urlaubsmitbringsel, ist verboten. In der EU können aber bestimmte Pflanzen wie z.B. Zitruspflanzen mit Pflanzenpass eingeführt werden, der von der Lieferfirma ausgestellt sein muss. Interessenten wenden sich an die Interessengemeinschaft Citrusfreunde Europa c/o Steffen Reichel, Im Burgfeld 247, 60439 Frankfurt am Main. www.citrus-online.de

Schadbild Vorbeugung Bekämpfung
Blattfall im Winter
Ursachen: Wurzeln stehen im Kalten, Oberteil der Pflanze steht in der Sonne. - Wasserstau. Wärmerer Standort, unter 12,5° endet die Wurzelaktivität. Optimal ist eine Temperatur von 15 - 18°. - Erst wässern, wenn die Erde abgetrocknet ist, nur lauwarm. Für ausreichenden Luftaustausch sorgen. Bei kühler Überwinterung nur ganz wenig gießen. Neuaustrieb im Frühjahr abwarten.
Diverse

Blatt-/Wollläuse.      Schildläuse (dunkle, wachsartige Schilde an den Blättern und Stängeln) .    Minierfliegen (Miniergänge in den Blättern) .   Spinnmilben (Zellen an den Blättern silbrig-gesprenkelt, später braun, Blätter eingesponnen) .    Weiße Fliegen (2 mm große, geflügelte Insekten auf den Unterseiten, bedeckt mit weißem Wachspuder. Blätter vergilben).

Siehe 'Blatt-/Blut-/Wollläuse', 'Schildläuse', 'Milben', 'Minierfliegen', 'Weiße Fliegen'.

Hell und kühl überwintern.  
Einrollen der Blätter/Braune Ränder

danach werden sie gelb und vertrocknen. Ursache ist zu starkes Gießen, die Wurzeln verfaulen. -  Braune Blattränder zeigen Überdüngung an.

Erst gießen, wenn die Erde trocken geworden ist. Zurückhaltend gießen.
Gelbe Blätter
Eisenmangel oder Pilzkrankheiten: Dunkle Flecken (Grauschimmel). Blattfall, Absterben von Trieben (Fusarium) Kein kalkhaltiges Gießwasser verwenden. Siehe 'Gießwasser/Wasserhärte' und 'Chlorosen/Eisenmangel'. Keine stickstoffbetonte Düngung. Dem Substrat immer Lehm oder Ton zufügen. Pflanze mit Wasser besprühen, dem eine eisenhaltige Verbindung, z.B. Ferramin, beigemischt ist. Befallenes abschneiden und vernichten.
Unfruchtbarkeit
Ursache kann zu warme Überwinterung sein, es fehlt die Ruhepause. Angemessene Temperatur je nach Pflanzenart Etwa einen Monat lang nicht gießen, dann normal gießen und düngen