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(entnommen von www.bio-gaertner.de - dem umfassenden Online-Öko-Nachschlagewerk)
Siehe auch den Einführungstext für das Kapitel Bäume, Sträucher allgemein und die anschließenden Artikel.
Sonne oder leichter Schatten. Sandiger Boden pH 5,5, toniger pH 6,5. Feuchter Boden, meistens kalkarm, tiefgründig, locker, lehmhaltig. Feuchte Luft ist vorteilhaft, z.T. Bedingung. Einige Arten sind auch mit trockenem Boden zufrieden. Höhe von Zwergformen bis zu 20 m, geringe Nährstoff- und Wärmeansprüche, aber feuchter Boden ist notwendig. Ganzjährig mulchen mit Gras, Kompost, Laub oder Rindenmulch. Nicht schneiden, wenn doch, dann nur im grünen Bereich.. - Die Nadeln werden etwa alle sieben Jahre ausgetauscht.
Picea abies, Rotfichte, Halbschattbaumart. Der übliche Waldbaum, für Industriegebiete und an Straßenrändern weniger geeignet. Höhe bis 50 m. Blüte 4 - 5, einhäusig verteilt. Zapfen 9 -10. Geringe Nährstoff- und Wärmeansprüche. Flachwurzelnd, deshalb auch auf gleichmäßige Bewässerung angewiesen und für Windschutz ungeeignet. Optimal sind feuchte, tiefgründige, lockere Lehmböden, pH 6,5 bis 7.5. Für Sonne und Halbschatten. Auch für nicht zu hohe Hecken geeignet, schneller Wuchs. Die vielen Sorten sind meistens weniger empfindlich. - Diese Pflanze ist mit sich selbst unverträglich, Neupflanzung nicht wieder an dieselbe Stelle!
Echiniformis, 50 cm, kissenförmiger Wuchs, gelbgrün. Für Gärten und Kübel.
Nidiformis, Nestfichte, bis 100 cm, für kleine Gärten und Kübel. Sonne, Halbschatten. Langsam und dicht wachsend. Für Alleinstellung, Grab, Terrasse, Steingarten.
Picea glauca, Blaufichte.
Urform wird über 20 m hoch. Boden locker, durchlässig, nicht zu schwer. Standort Sonne mit feuchter Luft. Zapfen bis 5 cm, zylindrisch. Im Frühjahr mit Kompost düngen, zusätzlich etwas magnesiumhaltiges Gesteinsmehl beifügen. An heißen Tagen mit Wasser abspritzen. Baumscheibe mit Umgebung feucht halten. Neu gepflanzte Blaufichten ausreichend bewässern und die Baumscheibe bedecken mit trockenem Laub. Ganzjährig mulchen. Frostfest, im Kübel bis - 15° bis -20°.
Echiniformis, Blaue Igelfichte, wächst kissenförmig. Höhe bis 60 cm, Breite 100 cm. Für Einzelstellung, Steingarten, Grabbepflanzung, Balkon, Dachgarten. Boden feucht, Sonne, Halbschatten.
Laurin, Zwergzuckerhutfichte. Sehr schwachswüchsig mit einem Jahreszuwachs von 2 - 3 cm. Auch für Kübel gut geeignet.
Picea omorika, Omorikafichte, serbische Fichte.
Halbschattbaumart, Flachwurzler. Höhe bis 35 m mit kerzengeradem Stamm, Wuchs pyramidenartig, schmal. Die Seitenzweige stehen bogig aufrecht, die Nadeltriebe hängen durch. Industriefest. Blüte 5, einhäusig verteilt. Zapfen 9 - 10, violett im Jungstadium. Meistens in Parks und Gärten angepflanzt. Anspruchslos, gedeiht auf allen Böden, optimal ist eher trockene Erde, Staunässe wird nicht vertragen. Ganzjährig mulchen, nur mit Kompost düngen, zuviel Kali wird nicht vertragen. Im Sommer und Winter wässern. Verträgt Frost und Trockenheit. Beliebteste Fichte. Viele Zier- und Zwergformen. Frosthart, im Kübel bis -15 bis -20°. Auch für Windschutzpflanzungen geeignet, in Zweierreihen, und Alleinstellung.
Nana, serbische Zwergfichte. Sonne, Halbschatten. Wuchs gedrungen, kegelig. Für Alleinstellung, Grab, Terrasse, Steingarten.
Pinoko, Serbische Kugelfichte. Rundlich wachsend mit dicht verzweigten blaugrünen Nadeln. Für Heide- und Steingärten. Trockenheitsverträglich.
Picea pungens, Stechfichte, Coloradofichte.
| Schadbild | Vorbeugung | Bekämpfung |
| Buchdrucker | ||
| Ips typographus. Dieser Borkenkäfer ist nur etwa 4 mm groß, braun, im Querschnitt nahezu kreisförmig. Sie schwärmen im Frühjahr 4 - 5 aus und fressen Löcher in die Stammrinde. Bei gesunden Bäumen werden sie von dem dadurch entstehenden Saftstrom ertränkt, bei kranken Bäumen finden sie dagegen Zutritt. In diesem Falle signalisieren sie durch ein bestimmtes Versammlungs-Pheromon den anderen herumschwärmenden Käfern, dass sie einen geeigneten Baum gefunden haben, worauf sich viele Käfer nach diesem Signal richten und unter der Rinde Hochtzeitskammern anlegen; ein männlicher Käfer ist gewöhnlich mit 2 - 3 weiblichen Käfern zusammen. Jedes begattete Weibchen höhlt dann einen 'Muttergang' zwischen Holz und Rinde aus und legt dort bis zu 60 Eiern ab. Die Larven fressen weitere Gänge und verpuppen sich nach etwa 30 Tagen. Schließlich verwandeln sich die Puppen in neue Käfer, die sich nach draußen durchfressen. Sie überwintern unter der Rinde. - An einem Baum finden bis 25 000 Käfer ihr Auskommen. - Neuerdings können durch die Klimaerwärmung bis zu drei Generationen im Jahr entstehen. Er befällt mitunter auch Lärchen und Kiefern.- Sichtbar wird der Befall durch braunes Bohrmehl unterhalb der Befallstelle. Nadelfall, bräunlich verfärbte Krone. Siehe auch Borkenkäfer. | Gute Pflege der Gartenbäume, damit durch reichlich ausfließenden Saft der Zutritt für die Schädlinge verhindert wird. Tiefgründiges Umgraben des Bodens vor der Pflanzung, Verhinderung von Wurzelfäule auf Grund von Staunässe, Wässerung bei Trockenheit, Bekämpfung von Wurzelfeinden wie Wühl- und Feldmäuse, keine tiefschürfenden Maßnahmen im Bereich der Baumscheibe, flaches Mulchen der Baumscheibe. | Durch das Versammlungs-Pheromons, das synthetisch hergestellt wird, können viele Käfer auf die falsche Fährte gelockt und somit vernichtet werden. In Wäldern Mittel der Wahl. Sonst sofortige Fällung. |
| Douglasien-Wolllaus | ||
| Weiße Punkte an den Nadeln und an der Rinde. Kommt hauptsächlich an Douglasien vor, wechselt aber auch zu Kiefern und Nordmannstannen, ruft Gallen hervor wie bei der Fichtengallenlaus. Die Gallen sind hellgrün bis purpurn, oft wie ein Haken geformt. 7,5 cm groß. Meistens Folge von Trockenheit. Es kommt zu Wachstumsstörungen, die Nadeln werden gelb und fallen ab.- Die Fichten sind der Hauptwirt, die anderen wie Douglasien, Kiefern, Nordmannstannen und Zedern sind Zwischenwirt. Siehe Wolläuse/Galläuse. | Kalkgehalt überprüfen, nicht unter pH 6. Stickstoffbetonte Düngung vermeiden. Brennesseljauche gießen, regelmäßig wässern. Winterspritzung mit Weißöl. ENVIRepel. Nützlinge fördern | Im Sommer mit Weißöl 3% abends spritzen. Naturen. |
| Fichtengallenläuse | ||
| Sacchiphantes viridis. Ananasähnliche Gallen, verursacht von Stammmüttern im Frühjahr. Sie werden bis zu 5 mm groß und entstehen bei der Roten Fichtengallenlaus an den Triebenden oder bei der Grünen Fichtengallenlaus am Grund der Maitriebe. Im Sommer werden die grünen Gallen braun und vertrocknen; befallene Triebe sterben ab. Zahlreiche Läuse verlassen dann die Gallen und wechseln über zu Lärchen. Sie sind mit weißer Wachswolle überzogen. Besonders die Rotfichten sind betroffen. - Befall möglich während der gesamten Vegetationsperiode. Siehe ' Wolläuse' und Douglasienwolllaus. | Kalkgehalt überprüfen, nicht unter pH 6. Etwas Kompost oder angewelktes Gras den ganzen Sommer über auf die Baumscheibe verteilen. Boden lockern. Winterspritzung mit Weißöl, etwa im März vor dem Austrieb. ENVIRepel.- Nützlinge wie Florfliegen, Marienkäfer, Schlupfwespen und Schwebfliegen fördern. Pflanzenstärkungsmittel für Koniferen einsetzen. - Koniferen nur dort anpflanzen, wo sie auch natürlicherweise auskeimen und sich entwickeln könnten. | Paraffinölpräparate spritzen. Befallene Triebe frühzeitig abschneiden und vernichten. |
| Fichtenritzenschorf | ||
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Lophodermium macrosporum. Es werden orangenfarbene Nadeln an den Zweigen vorgefunden. Sie sind ein Teil des Farbstoffes, das vor allem an den Hauptabgangszweigen vorgefunden werden kann.
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Mit Pilzmitteln überprüfen. | |
| Grauschimmel | ||
| Botrytis. Junge Triebe hängen herab, werden braun und sterben ab. Unter Vergrößerung sind die grauen Pilzfäden, die die Nadeln durchziehen, mit silbergrauen Sporen zu erkennen. Nässe im Frühjahr und Sommer begünstigt das Auftreten des Pilzes. Siehe 'Grauschimmel' | Boden lockern. Kalkgehalt überprüfen, er sollte nicht unter pH 6 liegen. Etwas Kompost geben oder angewelktes Gras auf die Baumscheibe. ENVIRepel, VITANAL. | Niem. |
| Kiefernknospentriebwickler | ||
| Rhyaconia buoliana ? Der Falter legt seine Eier 6 - 7 an die Knospen. Die kleinen Raupen bohren sich in die Knospe und und überwintern dort. Befallen werden besonders Berg-, Busch- und Gemeine Kiefer. Triebspitzen werden braun, ganz oder im oberen Teil. Sie treiben nicht aus oder biegen sich um wie ein Posthorn. Schneidet man sie ab, sieht man den Fraßgang im Innern und die bräunliche Made. | Kalktest. Keine stickstoffbetonte Düngung. Brennesseljauche gießen. Wässern. Vögel fördern durch Nistkästen. | Spritzen 3/4 an warmen Tagen vor dem Austrieb mit Weiß- oder Rapsöl unter Zusatz von Spruzit 0,1%. Ab E 7 2-3 mal in Abständen von 10 - 14 Tagen mit Spruzit 0,1% spritzen. Niem. Befallenes abschneiden und vernichten. Pheromone. |
| Kupferstecher | ||
| Pityogenes chalcographus. Der Käfer ist 2 mm lang. Befall besonders stark in trockenen, heißen Sommern, wenn die Fichten geschwächt sind. Er wird angelockt von deren Duftsignalen. Besonders junge Bäume werden gern befallen. Er lebt wie der Buchdrucker unter der Rinde und unterbricht die lebenswichtigen Leitungsbahnen der Bäume. Drei Generationen je Jahr sind möglich. - Befallen werden auch andere Nadelbäume wie Douglasien, Lärchen, Weißtannen. | Kalktest. Keine stickstoffbetonte Düngung. Brennesseljauche gießen. Wässern. Vögel fördern durch Nistkästen. Sonst wie Buchdrucker. | Sofortige Fällung. |
| Nadelbräune/Schütte | ||
| Der Nadelfall setzt etwa 8 - 10 ein. Sofern es sich nicht um den natürlichen Fall alter Nadeln handelt, müssen andere Ursachen wie extreme Wetterverhältnisse mit langanhaltender Trockenheit, Staunässe, Bodenverfestigung oder zu hoher Kalkgehalt angenommen werden. Hinzu kommen Pilzkrankheiten und Einwirkung tierischer Schädlinge. - Bei Pilzbefall sind auf der Unterseite dunkle Sporenlager zu erkennen. Sie wachsen auch auf Douglasien und Tannen. | Kalktest. Keine stickstoffbetonte Düngung. Brennesseljauche gießen. Wässern. Vögel fördern durch Nistkästen. | Spritzen Bei Pilzbefall Algenmittel spritzen und Brennesseljauche gießen. Nadeln zusammenkehren und vernichten. - Ggf. Niem spritzen. |
| Nadelholzspinnmilbe | ||
| Oligonychus ununguis. 0,3 mm groß, braunrot bis gelb/grün. Überwintert als rotes Ei an der Nadelbasis und an einjährigen Trieben.- Helle kleine Flecke an den Nadeln, sie werden braun. Befall vor allem nach langen Trockenzeiten. Besonders die Blaufichte und die Zuckerhutfichte sind anfällig. - Auch Scheinzypressen und Wacholder werden befallen. Siehe auch 'Milben'. | Kalkgehalt des Bodens überprüfen. Ggf. mit Algenkalk oder kalkhaltigem Steinmehl etwas nachkalken. Brennesseljauche gießen. Regelmäßig wässern, Baumscheibe und Umgebung feucht halten, damit die Luft ebenfalls feuchter wird. Winterspritzung mit Weißöl. ENVIRepel. Die serbische Fichte 'Gnom' (bis 150 cm) ist relativ wenig anfällig. | Neudosan 2% dreimal in wöchentlichen Abständen. Rapsöl spritzen. Niem. |
| Nonne | ||
| Lymantria monacha. Die Raupen der Nonne, eines Nachtfalters, können einen Baum zum Absterben bringen. Die schmutziggraün, etwa 50 mm langen Larven, fressen vor allem die Kronen kahl. | Keine stickstoffbetonte Düngung. | Niem, Neudorff Raupenspritzmittel, Spruzit, Parexan, Pheromone. |
| Omorika-Sterben | ||
| Nadelbräune. Magnesiummangel. Ungeklärter Krankheitskomplex. Wird durch Behinderung des Wurzelwachstums begünstigt, z.B. durch eine Mauer oder verdichteten Boden. Außerdem können zur Erkrankung beitragen: Lange, heiße Sommer, stauende Nässe, abrupte Klimawechsel, Umweltgifte wie Streusalz und Abgase. Die Nadeln werden gelb, dann braun und fallen von der Spitze her ab. Vor allem im unteren Bereich auffällig. Meistens treibt der Baum erneut aus, nach mehrmaligem Austrieb stirbt er aber ab. Tritt besonders auf bei schweren lehmigen und kalkarmen Böden. | Dem Dünger immer etwas Magnesium hinzufügen: Algenmehl, Bittersalz, einige Gesteinsmehle, Kalimagnesium. pH-Wert überwachen. Mulchen. | Boden verbessern, ggf. austauschen, um- oder neu pflanzen. Regelmäßig gießen, mulchen. - Kalktest. Magnesium kann nur bei ausreichendem pH-Wert aufgenommen werden. Neudorffs Koniferen-Balsam anwenden, ggf. mit 2% Zusatz von Bittersalz. Oder Bittersalz 20g je Liter gießen, je nach Größe des Baumes insgesamt 20 - 150 g bzw. direkt Bittersalz 2% auf die Nadeln spritzen. Magnesiumhaltiges Steinmehl oder magnesiumhaltigen Algenkalk ausstreuen. Bei zu hohem pH-Wert nur Bittersalz ausstreuen. Oscorna Nadelgrün. Brennesseljauche gießen. |
| Rote Spinnen | ||
| Die beliebte Zierform der Blaufichte 'Conica' (Zuckerhutfichte) wird häufig am Sommeranfang von den Roten Spinnen befallen. | Es kommen die kleinen Milben vor allem in Trockenheitsperioden zum Zuge. | Es empfiehlt sich, die Gewächse wiederholt mit Knoblauchbrühe, dem man Rainfarn zusetzt, zu benetzen. Auch wiederholtes Abspritzen mit klarerm Wasser hilft. |
| Sitkafichtenlaus | ||
| Gefährdet sind vor allem Blau-, Omorika- und Sitkafichten, manchmal auch Douglasien und Tannen. Die Läuse sind grün mit roten Augen, etwa 2 mm lang. Sie saugen meistens an der Unterseite der Nadeln, vor allem im Frühjahr und Herbst. Sie besiedeln die Fichten immer von innen nach außen und von unten nach oben. Bei starkem Befall werden auch die Jungtriebe erfaßt. Überwinterung als Laus oder Ei. Die Läuse saugen auch im Winter bei mildem Wetter. Außer dem Saftentzug ist die Absonderung von giftigem Speichel schädlich für die Bäume. - Befallene Nadeln haben gelbe Flecken, sie werden braun und dann abgeworfen (außer Omorikafichte).- Siehe auch 'Blatt-/Blut-/Wollläuse'. | Ab Februar Bäume auf Befall untersuchen: Unter den inneren Teil eines älteren Zweiges ein weißes Papier oder die Hand halten und dann kräftig und mehrmals an den Zweig klopfen. Schon 6 Läuse zeigen zu starken Befall an. Boden lockern, regelmäßig gießen, Brennesseljauche gießen. Marienkäfer fördern. Etwas Kompost oder angewelktes Gras den ganzen Sommer über auf die Baumscheibe geben. Mistkompost oder Basaltmehl (1 Handvoll je qm) flach einarbeiten. Algenkalk. Vor dem Austrieb spritzen mit Weiß- oder Rapsöl. | Natron, Salmiakgeist. Spruzit 0,1% oder Neudosan 2%. Weißöl. Schädlingsfrei Naturen. Kokosseife (Biofa). Niem. |